Gibt es ein Meisterrennen? Das Restprogramm von Bayern & Dortmund im Check
Von Franz Krafczyk

Beim Spitzenspiel am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim demonstrierte der FC Bayern nach zwei sieglosen Spielen in Folge wieder seine Macht. Die Münchner ließen dem Tabellendritten, der sich allerdings frühzeitig durch eine Rote Karte selbst dezimierte, keine Chance und fertigten ihn mit 5:1 ab.
Da der ärgste Verfolger Borussia Dortmund seine Hausaufgaben am Vortag aber ebenfalls erledigte und mit 2:1 in Wolfsburg gewann, ist der Vorsprung der Bayern bei sechs Punkten geblieben. Trotz durchwachsener Leistung bei den Wölfen bleiben die Meisterschaftsambitionen des BVB, die Innenverteidiger Nico Schlotterbeck zuletzt mit einer klaren Ansage untermauerte, damit vorerst am Leben.
Doch wird es im Kampf um die Meisterschaft tatsächlich nochmal spannend? Bis vor kurzem wirkte die Bundesliga noch entschieden, da die Bayern ungeschlagen durch die Liga marschierten. Doch dann sorgten die überraschenden Punktverluste gegen Augsburg (1:2) und den HSV (0:0) dafür, dass der BVB einige Punkte aufholen konnte.
Direktes Duell steigt noch im Februar
Die Saison ist noch lang, beide Teams haben insgesamt noch 13 Partien zu bestreiten. Große Spannung verspricht vor allem das direkte Duell am 28. Februar, das die Dortmunder im heimischen Signal-Iduna-Park fast schon gewinnen müssen, um ihre Titelchancen zu wahren. Eine Niederlage würde wohl das schnelle Ende der schwarz-gelben Meisterschaftsträume bedeuten.
Doch schon den beiden Spieltagen zuvor erwarten die Elf von Niko Kovac echte Härtetests. Am kommenden Freitag (20:30 Uhr) gastiert der formstarke 1. FSV Mainz 05 im Ruhrpott, ehe eine Woche später das Topspiel bei RB Leipzig steigt. Vor dem "Klassiker" treffen die Bayern derweil auf Werder Bremen und Eintracht Frankfurt.
Ein großer Nachteil des BVB ist, im Februar noch dazu in den Champions-League-Playoffs gegen Atalanta Bergamo antreten zu müssen. Diese zwei zusätzlichen Spiele konnten sich die Münchner durch eine Vorrunden-Platzierung in den Top Acht sparen. Die Bayern haben im Februar mit dem DFB-Pokal-Viertelfinale gegen Leipzig am kommenden Mittwoch lediglich ein "Zusatzspiel". Aus diesem Wettbewerb sind die Dortmunder bereits ausgeschieden.
Natürlich existiert auch in den zehn Partien nach dem direkten Duell für beide Teams Stolpergefahr. Die Bayern haben im Vergleich zum BVB aber das vermeintlich leichtere Restprogramm. Mitte März geht es für den Rekordmeister nach Leverkusen, Mitte April kommt der VfB Stuttgart in die Allianz Arena. Mit RB Leipzig und Hoffenheim wurden zwei weitere Champions-League-Anwärter schon jeweils mit 5:1 überrollt.
Allerdings: Punkte liegen lassen haben die Bayern in dieser Saison ausschließlich gegen Teams, die zu dem Zeitpunkt in der unteren Tabellenhälfte lagen.
Der VfB (auswärts) und Bayer 04 (zuhause) warten ebenso noch auf den BVB, und das direkt hintereinander im April. Die Wochen der Wahrheit nach Ostern werden mit dem schwierigen Auswärtsspiel in Hoffenheim abgerundet. Ein weiterer Stolperstein könnte die Frankfurter Eintracht sein, auf welche die Borussia im letzten Heimspiel am 33. Spieltag trifft.
Das Restprogramm von Bayern und Dortmund im Überblick
Spieltag | Gegner Bayern | Gegner BVB |
|---|---|---|
22 | Bremen (A) | Mainz (H) |
23 | Frankfurt (H) | Leipzig (A) |
24 | BVB (A) | Bayern (H) |
25 | Gladbach (H) | Köln (A) |
26 | Leverkusen (A) | Augsburg (H) |
27 | Union (H) | Hamburg (H) |
28 | Freiburg (A) | Stuttgart (A) |
29 | St. Pauli (A) | Leverkusen (H) |
30 | Stuttgart (H) | Hoffenheim (A) |
31 | Mainz (A) | Freiburg (H) |
32 | Heidenheim (H) | Gladbach (A) |
33 | Wolfsburg (A) | Frankfurt (H) |
34 | Köln (H) | Bremen (A) |
Der Blick auf das Restprogramm beider Teams bereitet eher weniger Hoffnung darauf, dass wir in dieser Saison noch ein spannendes Meisterschaftsrennen erleben werden. Umso wichtiger wäre es für den BVB, das direkte Duell gegen die Münchner zu gewinnen. Mit potenziell drei Punkten Rückstand wäre für die Dortmunder zehn Spieltage vor Schluss noch alles drin. Weil die Bayern aber das klar bessere Torverhältnis haben, müsste die Borussia einen weiteren Zähler aufholen, um vorbeiziehen zu können.
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