Schlotterbecks wiederholte Meister-Ansage - BVB-Bosse reagieren deutlich
Von Yannik Möller

Ganze fünf Punkte auf den FC Bayern hat der BVB über die zwei vergangenen Spieltage aufgeholt. Durch den 3:2-Sieg über den 1. FC Heidenheim, während die Münchener beim Hamburger SV nicht über ein 2:2-Unentschieden hinauskamen, konnte der Tabellenzweite den Druck wieder ein bisschen erhöhen.
Für Nico Schlotterbeck mehr als Grund genug, seine selbstbewusste Ansage zum erhofften Meisterschafts-Rennen zu erneuern.
Schlotterbeck geht es auch um den Anspruch an sich
"Man muss als BVB langsam auch mal den Anspruch haben, den Fans zu sagen: 'Wir wollen Meister werden.'"
- Nico Schlotterbeck (DAZN)
"Man muss als BVB langsam auch mal den Anspruch haben, den Fans zu sagen: 'Wir wollen Meister werden.' Die Jungs und ich wollen angreifen", betonte Schlotterbeck nach dem Spiel bei DAZN. Dabei verwies er auch auf das vermutlich schwierige Spiel des FCB bei der TSG Hoffenheim am nächsten Wochenende. Der Innenverteidiger riecht offenbar schon den nächsten potenziellen Punktverlust des Branchenprimus.
"Natürlich müssen wir weiter punkten, aber wir probieren da zu sein. Und die Bayern kommen noch zu uns", thematisierte Schlotterbeck auch das direkte Duell in der Rückrunde. Ende Februar hat Schwarz-Gelb damit die Chance, gleich drei Punkte auf einmal selbst aufzuholen.
Dass der eigene Sieg über Heidenheim durchaus als glücklich einzustufen sei, war ihm dahingehend "scheißegal", denn: "Vielleicht fangen die Bayern an, langsam auch mal zu überlegen." Ein kleiner psychologischer Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung München.
Kehl und Kovac drücken sehr deutlich auf die Meister-Bremse
"Wir müssen besser Fußball spielen."
- BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl
Doch während sich Schlotterbeck ein weiteres Mal kämpferisch gab, hielten sich die Verantwortlichen sehr deutlich zurück. Auf die Kampfansage des Abwehrspielers angesprochen bremste Sebastian Kehl: "Ich tue mich ein bisschen schwer, nach diesem Spiel heute und nach dieser Leistung darauf einzugehen. Ich glaube, es macht jetzt auch keinen Sinn - wir müssen besser Fußball spielen."
"Mein Fokus liegt im Rückspiegel."
- BVB-Trainer Niko Kovac
Das klingt beinahe wie eine kleine Ermarnung an Schlotterbeck, den Fokus nicht zu verlieren. Niko Kovac stimmte derweil auch eher dem Sportdirektor als seinem Spieler zu. "Ich weiß nicht, ob Schlotti das so eins zu eins gesagt hat. Mein Fokus liegt im Rückspiegel", betonte der Cheftrainer des BVB. Primär müsse gepunktet werden, "um die Teams hinter uns auch hinter uns zu halten". Werde dieses Ziel erreicht "und es bleibt noch irgendetwas übrig, dann gehe ich gerne mit - aber es sind noch 14 Spieltage".
Worte von Kehl und Kovac, die Schlotterbeck nicht unbedingt gefallen dürfen. Zumal es ihm nicht bloß um den reinen Gewinn der Meisterschaft geht, sondern um die Ambition dessen. Das hat er deutlich gemacht - und seine Vorgesetzten haben (erneut) das Gegenteil untermauert. Doch ob Dortmund nun im Sinne der direkten Qualifikation für die Champions League punktet oder um den Rückstand auf den FCB zu verkleinern - Punkte sind Punkte.
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