Borussia Dortmund steht nach der Vizemeisterschaft vor einem weiteren kleineren Umbruch. Julian Brandt, Niklas Süle und Salih Özcan sind weg und auf einigen Positionen gibt es durchaus Handlungsbedarf. Noch ist auch nicht klar, ob alle Stars wie beispielsweise Serhou Guirassy gehalten werden können.
Wir werfen einen Blick auf den BVB-Kader und sehen uns an, auf welchen Positionen die Borussen stark besetzt sind und wo noch Baustellen zu beheben sind.
Diese Sommer-Neuzugänge sind schon fix
Spieler | Ablöse | abgebender Verein |
|---|---|---|
Joane Gadou | 19,5 Mio. € | RB Salzburg |
Kauã Prates | 7 Mio. € | Cruzeiro |
Justin Lerma | 4 Mio. € | Independiente |
Tor
Gregor Kobel wird voraussichtlich beim BVB bleiben und gibt eine hervorragende Nummer eins ab. Dabei können es die Verantwortlichen also belassen. Diant Ramaj soll nach seiner Leihe nach Heidenheim dagegen wohl fest agegeben werden und soll eine nette Ablöse einbringen.
Innenverteidigung
Mit Nico Schlotterbeck und Waldemar Anton stehen in der Dreierkette zwei erfahrene und starke Platzhirsche zur Verfügung. Ramy Bensebaini ist ebenfalls erfahren und kann als linker Innenverteidiger fungieren.
Auf dem Transfermarkt haben die Schwarzgelben derweil mit Joane Gadou bereits zugeschlagen. Der 19-jährige Franzose kam für rund 20 Millionen Euro von RB Salzburg.
In Luca Reggiani verfügt der BVB über ein weiteres hervorragendes Talent. Und auch Filippo Mane verfügt über viel Potenzial. Zur Not könnte auch Julian Ryerson rechts in der Dreierkette aushelfen. Zudem wird im Laufe der Saison Emre Can von seinem Kreuzbandriss zurückkommen.
In der Innenverteidigung sollten die Dortmunder damit gut und ausreichend besetzt sein und gleichzeitig die Neuausrichtung erfolgreich eingeschlagen haben. Schließlich soll in Zukunft wieder vermehrt auf taltentierte Youngster gesetzt werden.
Schienenspieler
Auf der rechten Seite sind die Schwarz-Gelben gut besetzt. Julian Ryerson hat eine überragende Entwicklung durchlaufen und Yan Couto ist ein ordentlicher Ersatz, auch wenn der Brasilianer bislang in Dortmund die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnte.
Auf der linken Seite ist Dauerläufer Daniel Svensson der solide Platzhirsch. Während Eigengewächs Almugera Kabar endgültig wechseln soll, steht mit Ramy Bensebaini ein erfahrener Svensson-Backup im Aufgebot. Dazu kommt Neuzugang Kaua Prates, dessen Wechsel aus Brasilien aber erst mit seinem 18. Geburtstag Mitte August endgültig vollzogen werden kann. Vor allem in Jahr eins dürfte beim Youngster noch Geduld gefragt sein. Die Ablöse in Höhe von sieben Millionen Euro zeigt aber, dass der BVB in Zukunft auf Prates setzen möchte.
Zentrales Mittelfeld
Felix Nmecha hat sich zum Führungsspieler entwickelt und dürfte in der kommenden Saison auch klar der Chef im Mittelfeld sein – vorausgesetzt er bleibt. Das ist zwar der klare Plan der BVB-Bosse. Trotz Nmechas Vertragsverlängerung sollen einige Premier-League-Topklubs aber "in Lauerstellung" sein. Spielt Nmecha eine starke WM und kommt ein unmoralisches Angebot, ist ein Sommer-Abschied nicht gänzlich ausgeschlossen (90min berichtete).
Zunächst darf man aber weiter von mindestens einem weiteren Nmecha-Jahr in Dortmund ausgehen. Es stellt sich aber die Frage, wer sein Nebenmann wird. Jobe Bellingham könnte in die Rolle hineinwachsen, zumal er sein Potenzial angedeutet hat und in der abgelaufenen Rückrunde zunehmend zum Stammspieler reifte. Beim sehr anfälligen Carney Chukwuemeka sind hingegen Zweifel erlaubt. Marcel Sabitzer ist wohl über seinem Zenit und ein Verkaufskandidat.
Es würde dem BVB helfen, noch einen erfahrenen Spielgestalter im Mittelfeld zu verpflichten. Einen ähnlichen Typen wie Pascal Groß, der jedoch athletisch zumindest ein bisschen mehr zu bieten hat. Dem Vernehmen nach sollen die BVB-Bosse um den neuen Sportdirektor Ole Book vor allem nach einem echten Sechser Ausschau halten, der Box-to-Box-Spieler Nmecha den Rücken freihalten kann.
Laut Sport Bild ist derweil nun klar, dass es Supertaltent Kennet Eichhorn nicht nach Dortmund ziehen wird. Das Paket aus Ablöse und hohem Handgeld ist dem BVB zu teuer.
Offensives Mittelfeld
Mit Karim Adeyemi und Maximilian Beier stehen zwei sehr schnelle Spieler mit Zug zum Tor zur Verfügung. Es bleibt aber abzuwarten, ob Adeyemi bleibt. Mit Samuele Inacio hat zuletzt ein großes Juwel den Sprung geschafft, auf dem in Zukunft große Hoffnungen liegen. Genug ist das für die hohen Ansprüche in Dortmund aber nicht. Es wird mindestens ein weiterer Kreativspieler benötigt. Auch weil sich Julian Brandt verabschiedet hat. Bleibt man im zuletzt praktizierten System, macht es eher Sinn, einen Brandt-Nachfolger zu verpflichten, als dass man sich nach einem echten Flügelstürmer umsieht.
Die Möglichkeit einer erneuten Rückkehr von Jadon Sancho ist zuletzt stark erkaltet. Es scheint, als hätten die BVB-Bosse andere Kandidaten auf der Liste. Der 18-jährige Neuzugang Justin Lerma aus Ecuador dürfte derweil zunächst ein Perspektiv-Spieler ohne tragende Rolle sein.
Angriff
Mit Serhou Guirassy und Fabio Silva ist der BVB an sich gut besetzt. Auch Samuele Inacio könnte in der Sturmspitze spielen, ebenso wie Maxi Beier. Sollte Guirassy allerdings den Verein verlassen, würde es unbedingt einen neuen Goalgetter benötigen. Laut Lars Ricken gibt es aktuell kein Angebot für Guirassy.
Grundsätzlich solle der Stürmer-Star auch nicht verkauft werden. Für adäquate Alternativen müssten man schließlich tief in die Tasche greifen. Lilles Matias Fernandez-Pardo wurde beispielsweise in Dortmund gehandelt. Für den 21-jährigen Belgier rufen die Franzosen aber wohl 70 Millionen Euro Ablöse auf.
Fazit
Stand jetzt ist es für den BVB insbesondere wichtig, im offensiven Mittelfeld nachzulegen. Hier benötigt es eigentlich sogar zwei Spieler. Oder zumindest einen Neuzugang, der tatsächlich in die Kategorie "Unterschiedsspieler" fällt. Die zweite Priorität sollte im zentralen Mittelfeld liegen, wo man idealerweise Sabitzer durch einen starken Taktgeber ersetzt.
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