Friendly Fire: BVB-Legende zählt Adeyemi an
Von Oliver Helbig

Sportlich läuft es bei Borussia Dortmund eigentlich zur Zufriedenheit. Wenn die Mannschaft von Niko Kovac es am Wochenende schafft, RB Leipzig quasi als Vorband vor dem großen Klassiker gegen den FC Bayern München den Stecker zu ziehen, dann darf man wohl getrost von einem echten Meisterkampf zwischen den Borussen und dem Rekordmeister aus München sprechen.
Am Dortmunder Erfolg trägt Adeyemi nur eine Nebenrolle
Von den zehn Pflichtspielen seit Jahresbeginn konnte der BVB sieben gewinnen, davon zuletzt vier in Folge, und präsentiert sich in starker Form. Das gilt allerdings nicht für jeden in Dortmund, denn Offensivstar Karim Adeyemi spielte in diesem Erfolg eher eine Randrolle. Die Lage um den 24-Jährigen in Dortmund ist undurchsichtig und wirft immer wieder große Fragen auf. Zuletzt schienen eher Fehltritte des Dribblers in den Medien zu stehen als irgendwelche sportlichen Glanzleistungen - ein Abgang am Saisonende ist nicht auszuschließen.
Nun hat Roman Weidenfeller, Torwartlegende des BVB und Markenbotschafter des Vereins, Adeyemi öffentlich angezählt.
Unterschiedsspieler auf dem Papier
Weidenfeller sagte in der Sky-Sendung Triple - Der Hagedorn-Fußballtalk über das vermeintliche Dortmunder Sorgenkind: "Im Moment kommt er meistens von der Ersatzbank und ich muss sagen, dass ich mir einfach für Karim wünschen würde, dass er nicht nur der Unterschiedsspieler auf dem Papier ist, sondern auch auf dem Feld."
Weidenfeller hat durchaus Anlass zu einer solchen Einschätzung, denn während Adeyemi sich selbst wohl zu deutlich Höherem berufen sieht, sprechen seine Leistungen und zuletzt auch seine Einsatzzeiten unter Niko Kovac eine andere Sprache.
"Ich muss sagen, dass ich mir einfach für Karim wünschen würde, dass er nicht nur der Unterschiedsspieler auf dem Papier ist, sondern auch auf dem Feld."
- R. Weidenfeller über Adeyemi
Weidenfeller stellt WM-Nominierung in Frage
Adeyemi hat im bisherigen Saisonverlauf noch kein einziges Bundesligaspiel über die volle Distanz bestritten. Seit Jahresbeginn stand er in der Liga bei sieben möglichen Spielen fünfmal auf dem Feld, darunter allerdings drei Kurzeinsätze von maximal einer guten Viertelstunde Spielzeit. Einmal fehlte er verletzungsbedingt, einmal stand er zwar im Kader, versauerte aber über 90 Minuten auf der Dortmunder Bank. Auch in der Champions League blieb Adeyemi zuletzt nur die Rolle des Edelreservisten.
"Zurzeit ist er nicht in Bestform und wenn er reinkommt, verliert er mir zu viele Bälle. "
- R. Weidenfeller über Adeyemi
Eine bedenkliche Situation für den deutschen Nationalspieler, so kurz vor der Weltmeisterschaft im kommenden Sommer und in den entscheidenden Wochen der Nominierungsphase durch Bundestrainer Julian Nagelsmann. Roman Weidenfeller zweifelt daran, ob man einen Adeyemi in dieser Form überhaupt für den WM-Kader in Erwägung ziehen sollte. "Zurzeit ist er nicht in Bestform und wenn er reinkommt, verliert er mir zu viele Bälle. Wenn er nicht spielt, fährt er auch nicht mit zur WM. Man sollte niemanden mit zur WM nehmen, wenn er im Klub nicht spielt."
Deutliche Worte des 45-jährigen Ex-Keepers der Borussen und eine Meinung, mit der Weidenfeller sicherlich nicht alleine da steht.
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