Weil man Lukas Kwasniok nicht mehr zutraute, den in den Abstiegssumpf geraten 1. FC Köln wieder auf Kurs zu bringen, musste der Hoffnungsträger nach einem knappen Dreivierteljahr schon wieder gehen. Als Ersatz wurde sein vorheriger Assistent Rene Wagner vorgestellt, der den FC auf Interimsbasis bis Saisonende übernehmen sollte.
Es war eine unpopuläre Entscheidung - aber eine mit Kalkül. Denn hätten die Geißböcke ihre Negativserie auch unter Wagner fortgesetzt, hätten die Verantwortlichen um Sportchef Thomas Kessler noch eine Patrone freigehabt: Das Szenario, dass Friedhelm Funkel dann für die letzten Spieltage übernehmen könnte, wurde ausreichend bespielt (90min berichtete).
Doch es scheint ganz so, als wäre diese letzte Patrone gar nicht nötig. Mit dem 2:2 in Frankfurt sowie dem 3:1-Heimsieg gegen Werder Bremen hat Wagner einen guten Start als Cheftrainer hingelegt, der die Kölner erstmal auf fünf Punkte zum gefährlichen Relegationsplatz distanziert hat. Weil auch das Torverhältnis deutlich besser ist als das der Konkurrenz, ist der Klassenerhalt zum Greifen nah.
Wagner soll Cheftrainer bleiben
Wagner hat seine Chance genutzt - und darf daher wohl Trainer bleiben! Laut Express verdichten sich die Anzeichen, dass Wagner einen neuen Vertrag als Chefcoach erhält. Im Falle der Rettung soll er der starke Mann bleiben; dies sei "der klare Plan" von Kessler.
Nachdem Wagner zunächst fünf Jahre als Assistent von Steffen Baumgart und beim FC als Co von Kwasniok aktiv war, tritt er mit seinen 37 Jahren erstmals ins Rampenlicht. Mit dem FC St. Pauli, Bayer Leverkusen, Union Berlin, Heidenheim und Bayern München wartet ein insgesamt machbares Restprogramm, mit dem der baldige Klassenerhalt festgezurrt werden sollte. Dann werden umgehend die Gespräche zwischen ihm und Kessler aufgenommen - große Hürden sind hinsichtlich einer dauerhaften Beförderung nicht zu erwarten.
