Bayern wieder reif für das Triple? Diese Dinge müssen noch besser laufen
Von Dominik Hager

Der FC Bayern hat in der Hinrunde einiges angedeutet, was auf eine erfolgreiche Saison schließen lässt. Die Münchner führen die Bundesliga an und rangieren in der Ligaphase der Champions League auf dem zweiten Platz. Zudem steht der FCB auch endlich mal wieder im DFB-Pokal-Viertelfinale. Kommt es nach 2013 und 2020 vielleicht mal wieder zum Gewinn des Triples? Die Möglichkeit besteht, jedoch müssen die Münchner dafür noch an der ein oder anderen Stellschraube drehen.
Wir werfen einen Blick auf fünf Dinge, die der FC Bayern oder einzelne Akteure noch besser machen müssen als in der Hinrunde.
Belastungssteuerung muss passen
Der FC Bayern hat fast über die gesamte Hinrunde starke Leistungen gezeigt. Ein klein wenig zeigte die Formkurve Ende November und Anfang Dezember aber doch nach unten. Dies lag vor allem daran, dass der ein oder andere Vielspieler nicht mehr ganz frisch in den Beinen war. Stars wie Josua Kimmich, Michael Olise und der über weite Strecken sehr starke Konrad Laimer wirkten überspielt. Die Folgeerscheinungen waren Konzentrationsfehler und eine nicht mehr ganz so gegebene Durchschlagskraft.
Gelingt es Kompany, seine Stars so zu schonen, dass sie in den wichtigsten Spielen bei 100 Prozent sind, ist viel gewonnen. Die Genesung von Hiroki Ito, Alphonso Davies und Jamal Musiala vergrößert die Möglichkeiten.
Davies sollte ein Upgrade hinten links bieten
Schwachstellen beim FC Bayern ausfindig zu machen, ist praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Festzuhalten ist jedoch, dass die Linksverteidiger-Position nicht optimal besetzt war. Weder Josip Stanisic noch Konrad Laimer haben in dieser Rolle wirklich ihre Stärken. Während Laimer zumindest versucht hat, nach vorne anzuschieben, hielt sich Josip Stanisic meist eher zurück. Klar ist natürlich, dass ein Alphonso Davies links hinten einfach nochmal eine Ecke stärker ist. Mit seinem Tempo ist er sowohl defensiv als auch offensiv wichtig im Kompany-System.
Dies dürfte auch Luis Diaz freuen, der zwar eine gute Hinserie spielte, im Gegensatz zu Olise auf seiner Seite aber oft alleine war. Die Davies-Rückkehr könnte definitiv zu einer besseren Balance im Spiel führen und die Münchner noch unberechenbarer machen. Wichtig wäre natürlich in dem Zusammenhang, dass Davies schnell zu seinem Top-Level finden kann.
Bayern braucht offensiv noch mehr Top-Optionen
Die großen Teams in der Champions League zeichnet aus, dass sie zu fast jeder Zeit einen Offensiv-Star auswechseln und einen anderen bringen können. Die Münchner hatten diese Möglichkeit in der Hinrunde nur bedingt. Zwar zeigten Olise, Diaz und Kane häufig Weltklasse-Leistungen und auch Karl und Gnabry zumindest meist starke Performances, jedoch sind fünf Spieler für vier Positionen natürlich recht wenig.
In Hinblick auf die Rückrunde wäre es von Relevanz, noch zwei weitere Optionen zu bekommen. Die Möglichkeit dazu bestände. Zunächst wäre natürlich Jamal Musiala zu nennen, der in Topform ein absoluter Unterschiedsspieler ist. Inwieweit er das wieder bringen kann, bleibt abzuwarten, jedoch dürfte er die Offensive zumindest schon bald positiv bereichern.
Dies erhofft man sich beim FCB natürlich auch von Nicolas Jackson. Der Senegalese konnte in der Hinrunde nur selten überzeugen, darf aber aktuell beim Afrika Cup Spielpraxis und Selbstvertrauen tanken. Womöglich kann er dann zu einer echten Waffe von der Bank werden. Genau das brauchen die Bayern, weil es die anderen Top-Klubs eben auch haben.
Manuel Neuer muss seine Form wieder finden
Der Bayern-Keeper performte in der Hinrunde zunächst sehr gut, jedoch folgte dann der ein oder andere Patzer. So schwächelte der Routinier beispielsweise bei der einzigen Saison-Niederlage, beim FC Arsenal. Dafür hat Neuer zuvor eine bärenstarke Partie beim Erfolg über Paris Saint-Germain abgeliefert. Beispiele, die zeigen, dass der Keeper für den FCB noch immer eine Gamechanger sein kann. Im positiven wie im negativen Sinne. Gerade große Spiele werden häufig auch von den Torhütern mitentschieden. Bleibt zu hoffen, dass Neuer seine Form wiederfindet - und vor allem auch in der Strafraumbeherrschung mehr Sicherheit ausstrahlt. Dies war schließlich ein Kernproblem gegen Arsenal.
Bayern darf den Start ins Spiel nicht verschlafen
Wenn die Bayern mal nicht so ganz bei der Sache waren, dann auffallend häufig in der Anfangsphase. Dies gilt vor allem für die letzten Wochen der Hinrunde. Immer wieder gerieten die Roten auch in Rückstände, die sie zwar teilweise, aber auch nicht immer wettmachen konnten. Gegen Freiburg oder Union mag das funktionieren, gegen einen FC Arsenal aber eben nicht. Wachsamkeit von der ersten Minute an ist Pflicht.
Weitere FC Bayern-News lesen:
feed