Der FC Bayern hat eine erfolgreiche Saison 2025/26 absolviert und ist bestrebt, an die Errungenschaften anzuknüpfen. Viel Luft nach oben bleibt dem Kompany-Team nicht, jedoch ist insbesondere der Champions-League-Titel ein ganz großes Ziel des Vereins. Wenige Wochen vor dem Saisonstart gibt es um die Münchner allerdings noch das ein oder andere Fragezeichen.
Wir werfen einen Blick auf sechs Schlüsselfaktoren, die entscheiden, ob die Münchner erneut nur eine sehr gute oder diesmal sogar überragende Saison samt Champions-League-Titel spielen können.
1. Funktionieren Neuer und Urbig als Torhüter-Duo?
Noch ist völlig unklar, wie die Arbeitsaufteilung zwischen Manuel Neuer und Jonas Urbig aussehen wird. Bislang ist lediglich bekannt, dass Urbig mehr Spiele bekommen soll als in der letzten Saison. Eine solche Konstellation ist überaus selten und noch bleibt es ein Fragezeichen, wie Neuer und Urbig selbst damit umgehen können.
Häufige Wechsel im Tor können die Hintermannschaft ein wenig durcheinanderbringen. Letztlich wird man auch abwarten müssen, ob sich Neuer in seiner wohl letzten Saison in einer guten körperlichen Verfassung befindet. Bei Urbig ist zudem noch die Frage offen, wie stark er wirklich ist und ob er tatsächlich ein Neuer-Erbe sein kann. Der Druck für den Youngster dürfte nicht gerade gering sein.
2. Entwickelt Kompany einen Plan B?
Vincent Kompany hat bislang herausragende Arbeit geleistet und lässt einen fulminanten Offensivfußball spielen. Dieser ist nicht nur schön, sondern auch erfolgreich. Dies hat spätestens die letzte Saison bewiesen. Um ein Haar hätte es sogar für den Einzug ins CL-Finale gereicht.
Ein Grund dafür, dass es nicht ganz gereicht hat, war die teilweise wacklige Defensive. Zwar zeigten Abwehrspieler wie Dayot Upamecano konstant starke Leistungen, allerdings ist der offensive Spielstil auch enorm riskant. Kompany tut gut daran, an seiner Philosophie festzuhalten - trotzdem wäre es sicherlich nicht verkehrt, einen funktionierenden Plan B zu entwickeln.
Erinnern wir nur an das denkwürdige CL-Spiel in Paris, in dem sich der FCB fünf Gegentore eingehandelt hat. Die Münchner müssen auch mal in der Lage dazu sein, ein wenig in den Verwaltungsmodus zu schalten, ohne dabei völlig die Spielkontrolle zu verlieren. Gerade auf Top-Ebene gilt es, gewisse Phasen einfach ohne Gegentor zu überstehen. Genau das hat man in der Vorsaison nicht immer geschafft.
3. Können Musiala und Davies zu alter Stärke finden?
Für die meisten Bayern-Stars lief die Saison 2025/26 auch persönlich sehr gut. Ein paar Ausnahmen gibt es trotzdem. Insbesondere Jamal Musiala und Alphonso Davies konnten den Münchnern nicht so helfen, wie sie es sich selbst wahrscheinlich gewünscht hätten.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Beide hatten mit schweren Verletzungen zu kämpfen und haben ihr körperliches und mentales Top-Level noch nicht wieder erreicht. Dies heißt aber natürlich nicht, dass man beide jetzt abschreiben sollte. Sowohl Musiala als auch Davies können den FC Bayern in Topform definitiv bereichern. Wir dürfen gespannt sein, ob das leidgeprüfte Duo den Weg zurück zu alter Stärke schafft. Der FC Bayern würde dadurch womöglich das entscheidende Quäntchen stärker werden.
4. Kommen die Nationalspieler aus dem mentalen Loch?
Die WM war aus Sicht des DFB-Teams eine Katastrophe und die Bayern steckten mittendrin im Schlamassel. Joshua Kimmich gab nach dem WM-Aus an, einfach nur leer zu sein. Auch Aleksandar Pavlovic dürfte das Turnier noch ein wenig länger beschäftigen, zumal der Mittelfeld-Youngster seine schwächsten Saisonleistungen zeigte und durchaus von Selbstzweifeln betroffen sein könnte. Jonathan Tah wirkt zwar mental sehr stabil, den verschossenen Elfmeter wird er aber auch nicht so schnell aus seinem Kopf bekommen.
Und da wären noch Jamal Musiala und Manuel Neuer, für die die WM auch alles andere als optimal gelaufen ist. Nun gilt es zu hoffen, dass die Akteure den Kopf im Urlaub wieder frei bekommen haben und bereit für neue Taten sind.
5. Entwickelt Olise eine Big-Game-Stärke?
Michael Olise gehört unbestritten zu den absoluten Top-Spielern der Welt. Der Franzose ist sowohl als Torschütze als auch als Vorlagengeber wahnsinnig gefährlich und legt eine herausragende Spielstärke an den Tag. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass er ausgerechnet im CL-Halbfinal-Rückspiel gegen PSG und im WM-Halbfinale gegen Spanien ein Totalausfall war.
Sollte nichts Außergewöhnliches passieren, wird Olise auch in der kommenden Saison zur absoluten Weltelite zählen, jedoch stellt sich die Frage, ob er noch konstanter in Big Games abliefern kann. Bis jetzt scheinen die ganz großen Abende noch eine kleine Schwäche des Franzosen zu sein. Der FC Bayern benötigt einen Unterschiedsspieler wie Olise aber gerade in diesen Matches, wenn es mit dem Henkelpott klappen soll.
6. Sind Brown und Saibari eine Hilfe?
Man kann davon ausgehen, dass auf dem Transfermarkt in diesem Sommer nicht mehr so wahnsinnig passiert. Mit Nathaniel Brown und Ismael Saibari haben sich die Münchner aber bereits zwei sehr interessante Akteure geangelt. Beide werden den Konkurrenzkampf bereichern und sich einen Stammplatz sichern wollen. Ganz klar ist aber noch nicht, ob sie dazu auch in der Lage sind. Für die Münchner wäre es natürlich optimal, wenn sich Brown und Saibari als Upgrade erweisen. Ähnlich wie bei Musiala und bei Davies gilt, dass beide den Bayern genau die entscheidenden Prozente bringen können, die zuletzt gegen PSG noch gefehlt haben.
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