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Bayern noch zu schwach: Was gegen PSG besser laufen muss - und auch kann

Der FC Bayern darf sich über den Halbfinal-Einzug freuen. Gegen Paris Saint-Germain muss allerdings noch eine Steigerung her.
Der FC Bayern steht im Halbfinale der Champions League
Der FC Bayern steht im Halbfinale der Champions League | Sebastian Widmann/GettyImages

Der FC Bayern hat den Real-Fluch besiegt und ist nach einem 4:3-Erfolg im Rückspiel verdientermaßen ins Halbfinale der Champions League eingezogen. Die Partie in der Allianz Arena stand jedoch bis zum Ende auf Messers Schneide und auch Real Madrid war phasenweise drauf und dran, die Bayern nach dem 1:2 im Hinspiel doch noch rauszukegeln.

Während die Münchner im Hinspiel über weite Strecken ein sehr gutes Spiel gezeigt haben, liefen im Rückspiel schon einige Dinge unrund. Die Performance hat zwar gereicht, um ein im Kollektiv wahrlich nicht überragendes Real Madrid zu bezwingen, gegen PSG ist die Wahrscheinlichkeit allerdings groß, dass die Bayern mit einer identischen Leistung die Koffer packen müssten.

Das Gute daran ist: Die Dinge, die beim FC Bayern noch besser laufen müssen, sind mehrheitlich durchaus realistisch umzusetzen. Wir werfen einen Blick auf die vier wichtigsten Punkte.

1. Manuel Neuer muss zweimal Topform zeigen

Manuel Neuer hat gerade mal 37 Sekunden gebraucht, um vom Hinspiel-Helden zum Depp zu werden. Sein Abspielfehler vor dem Tor von Arda Güler war wahrlich eklatant und auch beim Freistoß des türkischen Youngsters war Neuer keineswegs chancenlos. Am Ende konnte er sich bei seinen Kollegen bedanken, dass die Fehler ohne Konsequenz blieben.

Gegen Paris wird sich Neuer eine solche Performance aber nicht nochmal leisten dürfen. Immerhin hat das Hinspiel gezeigt, dass der 40-Jährige noch immer Weltklasse sein kann. Beim Sieg der Bayern in der Ligaphase gegen PSG wurde Neuer auch schon als Man of the Match gekürt. Es bleibt die Hoffnung, dass Neuer mit etwas mehr Spielrhythmus die Fehler aus dem Real-Rückspiel nicht wiederholt und seine gute Seite zeigt. Macht er das, kann er auch auf positive Art und Weise wieder zum Key-Faktor werden.

2. Weniger Eins-gegen-eins-Duelle in der letzten Reihe zulassen

Der FC Bayern hat gegen Real Madrid seine Mann-gegen-Mann-Defensive relativ klar durchgezogen. Insbesondere für Dayot Upamecano und Jonathan Tah war das eine Herkules-Aufgabe, zumal Kylian Mbappé und Vinicius Junior die wohl am schwierigsten zu verteidigenden Stürmer überhaupt sind. PSG hat vorne allerdings auch Ousmane Dembélé und weitere Weltklasse-Spieler zu bieten.

Ziel muss es sein, die Anzahl der direkten Eins-gegen-Eins-Duelle in der letzten Linie zu minimieren. Insbesondere beim Rückspiel gegen Real gab es Phasen, in denen die Münchner kaum in die Zweikämpfe gekommen sind und auch jeder Vertikalball in Richtung von Vinicius Junior oder Mbappé sein Ziel fand. Der frühe Rückstand hat sicher ein wenig zur Verunsicherung beigetragen. Im Hinspiel wirkte das Bayern-Konstrukt diesbezüglich stabiler und der Zugriff war meist gegeben.

3. Weniger unnötige Fehlpässe spielen

Bereits im Hinspiel in Madrid war die Qualität des Passspiels eines der wenigen Dinge, die man kritisch anmerken konnte. Im Rückspiel wurde dieses Problem insbesondere in der ersten Halbzeit noch eklatanter. Manuel Neuer war jedenfalls nicht der einzige Münchner, der auf diese Weise gefährliche Situationen eingeleitet hat. Die Bayern-Spielweise kann diese Unsauberkeiten kaum kompensieren, weshalb höchste Konzentration gefragt ist.

In Durchgang zwei konnten die Münchner diese Fehler bis auf wenige Ausnahmen abstellen, weshalb die Madrilenen nicht mehr ganz so häufig zu schnellen Kontern ansetzen konnten. Zwar fehlte dem Offensivspiel der Bayern aufgrund der Risikominimierung phasenweise der Zug, trotzdem ist die Qualität der Spieler noch groß genug, um Treffer erzielen zu können.

4. Musiala und Davies werden von Beginn an benötigt

Das Rückspiel gegen die Madrilenen hat gezeigt, dass Alphonso Davies und Jamal Musiala in Normalform durchaus ein Upgrade zu Josip Stanisic und Serge Gnabry sein können. Es war die logische Entscheidung von Vincent Kompany, auf Stanisic und Gnabry zu setzen.

Gerade Gnabry erwischte beim 4:3-Erfolg aber einen absolut gebrauchten Tag und war ein kompletter Nicht-Faktor. Musiala war nach seiner Einwechslung sofort präsenter, spielfreudiger und gefährlicher. Davies stellte mit seiner Geschwindigkeit auch direkt ein Upgrade dar und sorgte dafür, dass Laimer auf seine bevorzugte Rechtsverteidiger-Position wechseln konnte, auf der er für gewöhnlich überragend mit Olise harmoniert.

Positiv ist für den FC Bayern definitiv, dass man das Gefühl hat, dass Davies und Musiala langsam in Fahrt kommen. Natürlich fehlt zur absoluten Topform noch ein Stückchen, jedoch spielt die Zeit den Bayern in den Karten. Bis zum Hinspiel gegen PSG bleiben weitere zwei Wochen für das Duo, um an Selbstvertrauen und Rhythmus zu gewinnen.

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