Bayern-Boss spricht offen über wilden Upamecano-Deal
Von Franz Krafczyk

Die Berichte, dass Dayot Upamecano dem FC Bayern das lang ersehnte Ja-Wort zur Vertragsverlängerung gegeben hat, machten zu Beginn der vergangenen Woche die Runde. Eine Unterschrift des Franzosen sowie die offizielle Bekanntgabe des Deals stehen zwar auch eine Woche später noch aus, doch die Anhänger der Münchner dürfen sich spätestens jetzt sicher sein, dass die Verlängerung des Innenverteidigers in trockenen Tüchern ist.
"Den Handschlag hat es schon vor einigen Tagen gegeben", bestätigte Bayerns CEO Jan-Christian Dreesen in der Sendung "Blickpunkt Sport" des Bayerischen Rundfunks. "Wer es ernst meint und sich das Wort gibt, für den zählt das auch schon, bevor man das Schriftstück unterschreibt."
Upamecano-Entscheidung hat sich "zu lange" gezogen
Damit haben die komplizierten Verhandlungen, in denen es zu mehreren Wendungen kam, ein Ende gefunden. Von Vereinsseite aus war der Wunsch nach einer Upamecano-Verlängerung klar und auch in der Öffentlichkeit mehrfach betont worden, allerdings zu bestimmten Bedingungen.
"Wir haben das ja selber gesagt, dass alles, was wir anzubieten haben, auf dem Tisch liegt und es dann auch auf der Seite von Upa liegt - und damit eben auch bei den Beratern. Dann hat es sich gezogen, aus unserer Sicht auch zu lange", verriet Dreesen.
Sind die Bayern eingeknickt? Dreesen erklärt die Frist
Da Upamecano und dessen Berater zu lange zögerten, stellten die Bayern der Spielerseite eine Frist, die allerdings nicht eingehalten wurde. Erst nach Ablauf der besagten Deadline entschied sich Upamecano für einen Verbleib bei den Bayern.
"Weil es ist klar, wir haben eine große Meinung von Upa, wir wollen unbedingt mit ihm verlängern. Aber es hat irgendwann dann auch Grenzen", erläuterte der Vorstandsvorsitzende offen und betonte zugleich: "Eine Entscheidung wird nicht besser, indem man sie einfach vor sich herschiebt."
Dass die Bayern Upamecanos Zusage nach Ablauf der Frist überhaupt noch akzeptierten, wunderte einige Beobachter. Viele unterstellten den Münchnern damit eine Schwäche. Dreesen sieht das offenbar anders.
"Ich glaube, da ist Upa erst klar geworden: Hey, wenn ich da wirklich bleiben will, dann muss ich da selber was tun. Das haben wir klasse gefunden", erklärte der 58-Jährige. "Wenn der Spieler sich selber einschaltet, selber anruft, selber in einem Telefongespräch sagt: 'Ich will bleiben' - wer sind wir, dass wir dann nicht sagen: Hey komm, zurückgezogen oder nicht... Wenn wir auf diesem Level, das wir vorher schon besprochen hatten, zueinander finden und du jetzt wirklich für dich selber diese Entscheidung fällst und das für uns sportlich auch Sinn macht, dann wollen wir das auch tun."
"Ende gut, alles gut", werden sich die Münchner denken. Mit dem letzten Kapitel – dem begehrten Autogramm des Spielers unter dem neuen Vertrag – soll die Saga in Kürze ihr Ende finden.
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