Fast-Blamage gegen St. Pauli: Darum wackelt der FC Bayern aktuell
Von Dominik Hager

Der FC Bayern scheint seine starke Form der letzten Monate ein wenig verloren zu haben. Nach dem enttäuschenden 1:3 gegen den FC Arsenal konnten die Münchner auch im Bundesliga-Heimspiel gegen St. Pauli nicht wirklich überzeugen.
Zwar brachten die Tore von Luis Diaz und Nicolas Jackson in der Nachspielzeit den Bayern noch einen 3:1-Sieg ein, jedoch sah es lange nach einer Punkteteilung gegen das Kellerkind aus. Die ganz große Dominanz und Selbstverständlichkeit strahlen die Münchner nicht mehr aus. Dies hatte sich auch schon beim 2:2 im Duell mit Union Berlin gezeigt.
Wir werfen einen Blick auf die Gründe, warum die Bayern aktuell ein wenig mehr zu kämpfen haben.
1. Manuel Neuer hat abrupt seine Form verloren
Spätestens nach dem überragenden Auftritt gegen Paris Saint-Germain waren sich fast alle Experten einig, dass Manuel Neuer bei der WM im Tor stehen muss. Kurioserweise hat der Kapitän seine eigentlich so starke Form gefühlt vom einen auf den anderen Tag verloren. Neuer leistete sich bereits beim 2:2 bei Union Berlin einen schweren Patzer und sah bei der Niederlage in London gleich zweimal nicht gut aus.
Gegen St. Pauli bekam der 39-Jährige lediglich ein Schuss auf sein Tor, nämlich den Gegentreffer zum 0:1. Von einem Neuer-Patzer kann beim Treffer von Andreas Hountondji nicht zwingend die Rede sein, jedoch ließ er sich unglücklich im kurzen Eck düpieren. Die derzeitige Performance von Neuer ist für die Bayern ein Sicherheitsrisiko, das sieht man auch an den Ergebnissen.
2. Eine gewisse Müdigkeit ist offensichtlich
Der FC Bayern spult von allen Bundesligisten die meisten Kilometer ab, hat mit der Dreifachbelastung zu kämpfen und keinen großen Kader zur Verfügung. Demnach ist es keine Überraschung, dass sich langsam eine gewisse Müdigkeit breitmacht. Die Münchner wirken vor allem im Kopf nicht mehr ganz so frisch wie noch im September oder Oktober. Dies führt dazu, dass sich die individuellen Fehler und Konzentrationsschwächen mehren.
Beim FC Bayern führt derartiges schnell zu Gegentoren, weil der Kompany-Spielstil schlichtweg nicht sonderlich fehlerfverzeihend ist. Neuer ist gewiss nicht der einzige Münchner, der zuletzt Fehler gemacht hat. Gegen Arsenal wackelten beispielsweise auch Upamecano, Laimer und Stanisic. Selbst Kimmich leistete sich zuletzt den ein oder anderen Fehler mehr als sonst.
3. Viel Rotation
Angesichts der einsetzenden Müdigkeit im Kader setzt Vincent Kompany wieder mehr auf Rotation. Es macht sich allerdings schon bemerkbar, wenn nicht die erste Elf auf dem Platz steht. Beispielsweise bildeten Laimer und Olise zuletzt nicht mehr so häufig ein Paar auf der rechten Seite, wenngleich die Kombination stets sehr gut funktioniert hat.
Auf der linken Seite musste Luis Diaz in der Champions League aufgrund seiner Sperre passen, wodurch Kompany in der Offensive komplett umbauen musste. Gnabry rückte von der Zehn nach links, während Olise im Zentrum zum Einsatz kam. Die vielen Wechsel sorgen dafür, dass die Automastismen nicht so gut greifen wie in der 1-A-Besetzung. Dies betrifft insbesondere das Spiel über die Außen.
4. Gnabry und Laimer nicht mehr am “overperformen“
Was Serge Gnabry und Konrad Laimer in der Anfangsphase der laufenden Saison gezeigt haben, dürften so sicherlich die wenigsten erwartet haben. Konrad Laimer war über weite Strecken der Saison einer der besten Rechtsverteidiger in Europa und auch Serge Gnabry performte plötzlich wieder wie in besten Zeiten.
Vielleicht ist es aber auch gar keine so große Überraschung, dass die Formkurve in letzter Zeit ein wenig abgefallen ist. Laimer zeigte gegen Arsenal einen sehr unsicheren Auftritt und verlor auch beim Duell mit St. Pauli einen entscheidenden Zweikampf vor dem Treffer zum 0:1. Auch in der Offensive war sein Impact zuletzt nicht mehr ganz so groß.
Bei Gnabry ist einmal mehr das Problem, dass er immer wieder mit körperlichen Problemen zu kämpfen hat. Dies wirkt sich negativ auf seine Spritzigkeit aus. Zwar gab Gnaby gegen Arsenal einen Assist, jedoch blieb er darüber hinaus über die gesamte Spieldauer blasse.
Man konnte nicht erwarten, dass Laimer und Gnabry über die gesamte Saison so stark abliefern. Nun herrscht gewissermaßen wieder mehr Normalität.
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