Falsche Abseitslinie? DFB bezieht Stellung zu den VfB-Protesten

Der VfB kam in Heidenheim nicht über ein 3:3 hinaus und ärgerte sich im Anschluss über die Schiedsrichter. Hat der VAR bei einem aberkannten Tor eine falsche Linie gezogen?
Sascha Stegemann am VAR-Bildschirm
Sascha Stegemann am VAR-Bildschirm / picture alliance/GettyImages
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Beim VfB Stuttgart war der Frust nach dem 3:3-Remis gegen Schlusslicht Heidenheim groß. Die Schwaben hatten eigentlich eine engagierte Leistung gezeigt. Allerdings gab es gleich dreimal Ärger um den Videoschiedsrichter. Zwei Treffer von VfB-Torjäger Ermedin Demirovic wurden vom VAR aberkannt - beim ersten Tor gab es sogar als Folge einen Strafstoß für Heidenheim.

Dazu forderte der Tabellenvierte ein Foulspiel im Vorfeld der 3:2-Führung für die Hausherren. Die Pfeife von Schiedsrichter Sascha Stegemann blieb aber stumm, auch der VAR griff nicht ein.

Vertretbar - wenn auch beim ersten Tor sehr kurios - waren wohl die Entscheidungen vor dem 2:1 und 3:2 der Heidenheimer beide. Das vermeintliche Abseitstor schlug nach Spielende aber hohe Wellen. Hatte man im Kölner Keller eine falsche Abseitslinie gezogen? Demirovic stand ohnehin nur hauchzart mit der Schulter in der verbotenen Zone.

Als Referenz wurde sein Gegenspieler Stefan Schimmer herangezogen. Die Stuttgarter monierten nach Ansicht der Bilder aber, dass FCH-Verteidiger Omar Traoré noch näher zum Tor stand.

Stuttgarts Co-Trainer David Krecidlo hatte nach Schlusspfiff auch entsprechende Bilder am Smartphone in der Hand.

"Wir dachten, dass es ein anderer Spieler ist, der tiefer ist. Ich will gar nicht mehr so sehr in die Tiefe gehen, es war sehr knapp. Aber es ist schwierig zu akzeptieren", meinte Cheftrainer Sebastian Hoeneß.

DFB Schiri GmbH bestätigt Abseitsentscheidung

Die DFB Schiri GmbH hat sich auf kicker-Anfrage mittlerweile zur umstrittenen Abseitsentscheidung geäußert.

"Die SAOT [halbautomatische Abseitstechnologie] hatte die Abseitsstellung korrekt gemeldet, der VAR hat das Ergebnis dann (wie immer in solchen Fällen) noch einmal auf seine Plausibilität überprüft. Dazu hat er sich auch die Perspektive der sogenannten Reverse-Kamera angeschaut. Diese macht deutlich, dass Traoré nicht 'übersehen' wurde. Das Bild zeigt, dass er der Torlinie nicht näher war als der vorletzte Heidenheimer Abwehrspieler."

Ein Screenshot der Abseitszene
Ein Screenshot der Abseitszene / DFB Schiri GmbH

Die Stuttgarter sollen demnach von der Kameraperspektive getäuscht worden sein. An der Entscheidung ändern kann man nun ohnehin nichts mehr. Am Ende ist der Stuttgarter Frust über die VAR-Entscheidungen zwar verständlich, falsch lagen die Schiedsrichter - zumindest klar und eindeutig - aber in keiner der umstrittenen Szenen.

Und so bliebt der VfB zwar weiter auf Champions-League-Kurs, hat es im Kampf um die Königsklasse aber verpasst, die Patzer der Konkurrenz noch besser auzunutzen.


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