Die deutsche Nationalmannschaft steht bereits als Sieger der Gruppe E fest. Nach den Erfolgen gegen Curacao und die Elfenbeinküste ist das Match gegen Ecuador folgerichtig ein besseres Testspiel.
Für Trainer Julian Nagelsmann eröffnen sich damit natürlich Möglichkeiten, die sich im Laufe eines WM-Turniers normalerweise nicht eröffnen. Der Coach kann die Belastung für die Stars verteilen, Dinge testen und denjenigen eine Chance geben, die dringend Selbstvertrauen brauchen oder sich schlichtweg einen Einsatz von Beginn an verdient haben.
Wir werfen einen Blick auf fünf DFB-Stars, die beim Spiel gegen Ecuador (Donnerstag, ab 22 Uhr) von Beginn an mit dabei sein sollten.
1. Oliver Baumann

Nach der bitteren Herabstufung zur Nummer zwei wäre es Oliver Baumann natürlich zu gönnen, dass er zumindest einen WM-Auftritt erhält. Der Hoffenheim-Keeper hat sich stets sportlich fair verhalten und sich in den Dienst der Mannschaft gestellt, selbst wenn er persönlich eine enorme Enttäuschung hinter sich hat. Von Nagelsmann wäre es eine schöne Geste, Baumann dafür zumindest ein Spiel zu geben.
Doch ein Baumann-Einsatz hätte noch mehr Vorteile. Zum einen würde er dazu führen, dass Manuel Neuer eine Regenerationspause erhält und die Gefahr sinkt, dass dieser sich aufgrund einer zu engen Spieltaktung erneut verletzt. Sollte Neuer dennoch im weiteren Verlaufe des Turniers mal ausfallen, wäre es kein Kaltstart für Baumann. In Summe ergeben sich durch einen Torhüterwechsel für das Ecuador-Spiel nur Vorteile.
2. Deniz Undav

Deniz Undav ist aus deutscher Sicht neben Felix Nmecha bislang ganz klar der Mann der WM. Der Super-Joker legte gegen Curacao rasant los und war gegen die Elfenbeinküste mit seinem Doppelpack der Matchwinner schlechthin. Insgesamt kommt der Stuttgarter auf fünf Scorer-Punkte in rund 60 Minuten Spielzeit. Wer, wenn nicht Undav, hätte es sich also verdient, mal von Beginn auflaufen zu dürfen?
Für Nagelsmann hätte eine Beförderung von Undav in die Startelf weitere Vorteile. So würde er die vielen kritischen Stimmen ein wenig besänftigen, die den Goalgetter schon jetzt in der Startelf sehen. Sollte Undav dann aber ausgerechnet als Startelfspieler kein Tor erzielen, hätte er weniger Probleme zu rechtfertigen, dass Undav der bessere Joker als Startelfspieler sei.
Es erscheint sinnvoll, Musiala anstelle von Undav eine Pause zu geben und diesen mal als Joker zu testen. Der Bayern-Star hatte gegen die Elfenbeinküste zuletzt Probleme, nach dem Wiederanpfiff die Intensität aufrecht zu erhalten. Als Joker könnte er gegen etwas müdere Verteidiger ran.
3. Nick Woltemade

Während Undav auf der Zehn agieren sollte, könnte man Nick Woltemade die Chance im Angriff geben. Beide Offensivspieler kennen sich aus ihrer gemeinsamen VfB-Zeit und dürften gut zusammenpassen. Woltemade durfte bei der WM noch überhaupt nicht ran, jedoch könnten durchaus noch Momente kommen, in denen der Sturm-Riese gefragt ist. Folgerichtig wäre es nötig, ihm jetzt schon mal Spielpraxis zu geben. Möglicherweise kann er in diesem Zuge auch sein etwas verloren gegangenes Selbstvertrauen zurückerlangen.
Kai Havertz dürfte zwar gesetzt bleiben, jedoch täte auch dem Arsenal-Star eine Pause ganz gut. Man darf nicht vergessen, dass Havertz viele Verletzungen hinter sich hat, zuletzt aber sehr viel spielen durfte und musste.
4. David Raum

Julian Nagelsmann hat vor der WM betont, dass er David Raum und Nathaniel Brown brauche. Davon war bis jetzt noch nicht so viel zu sehen. Raum würde ein Einsatz von Beginn an definitiv gut tun, selbst wenn der Frankfurter seinen Stammplatz mit starken Leistungen untermauert hat.
Es besteht aber auch nicht die Notwendigkeit, Brown für Raum aus der Startelf zu werfen. Klüger wäre es, Brown auf der rechten Abwehrseite zu testen. Auf diese Weise könnte man einen Einblick darüber erhalten, ob es nicht Sinn macht, Joshua Kimmich wieder ins Mittelfeld zu ziehen. Der Kapitän wirkte im Spiel mit dem Ball in seiner Rolle ein wenig verschenkt und hatte gegen den Ball Probleme mit schnellen Gegenspielern.
Insbesondere im Falle eines Achtelfinals gegen Frankreich könnte es viel sinnvoller sein, Kimmich im Mittelfeld zu platzieren und mit Brown und Raum zu verteidigen.
5. Jamie Leweling

Jamie Leweling ist noch nicht so richtig im Turnier angekommen und war auch bei den Testspielen kein großartiger Faktor. Eigentlich hat der Stuttgarter aber Fähigkeiten, die dem DFB-Team helfen könnten. Ähnlich wie Leroy Sané kann Leweling eine hohe Arbeitsrate auf den Platz bringen. Sein Vorteil besteht darin, dass er noch mehr auf der Außenbahn zu Hause ist und dem Spiel Breite geben kann.
Bedenkt man, wie mäßig die offensive Ausbeute von Sané bislang war, sollte auch Leweling die Chance bekommen, sich mal von Beginn an zu zeigen. Dann wird man sehen, ob er eine Alternative sein kann oder eher nicht. Natürlich bestände auch die Möglichkeit, Nadiem Amiri aufzustellen, jedoch ist dieser eigentlich kein rechter Flügel und benötigt anders als Leweling auch nicht zwingend einen Einsatz, um Selbstvertrauen zu tanken.
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