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Erinnerst du dich noch an diesen völlig verrückten Nordderby-Moment?

Das Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV hat schon so manche Kuriosität hervorgebracht.
Werder Bremen
Werder Bremen | Getty Images/GettyImages

Am kommenden Samstag steht in der Bundesliga das prestigeträchtige Duell zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV, das Nordderby, an. Dabei ist es weit mehr als nur das Aufeinandertreffen zweier Bundesligisten, die sich seit Jahrzehnten um die Fußballkrone des Nordens streiten. Für beide Klubs geht es im 110. Bundesliga-Aufeinandertreffen am 30. Spieltag der laufenden Spielzeit auch darum, weitere wichtige Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln.

Das Hinspiel ging noch an den HSV, der sich spät und dank eines Treffers von Yussuf Poulsen mit einem Tor Vorsprung zum Nordderbysieger krönte. Werder will im nun anstehenden Rückspiel am liebsten Revanche nehmen und diesen späten und bitteren Rückschlag aus dem Hinspiel wettmachen. Diese Rivalität hatte in der Vergangenheit aber nicht nur reichlich sportliche Action zu bieten, sondern auch durchaus kuriose Zwischenfälle.

Dagegen ist der kleine Versprecher von Werder-Coach Daniel Thioune schon eine lahme Geschichte. Thioune sagte am vergangenen Wochenende gegenüber dem NDR noch: "Wenn wir am Wochenende gegen Bremen gewinnen, ist die Welt vielleicht wieder ein bisschen rosiger." Gemeint war natürlich ein Sieg gegen seinen Ex-Verein aus Hamburg.

Kuriose Story: Werder muss in HSV-Trikots spielen

Neben dem berühmten "Papierkugelvorfall” im Mai 2009 gibt es noch weitaus kuriosere Geschichten aus der Historie des Nordderbys zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV. So mussten die Bremer beispielsweise mal im Gewand des Erzrivalen spielen.

Es war der 27. November 1971, als Werder Bremen auswärts gegen den Hamburger SV antreten und am Ende eine bittere 1:2-Niederlage hinnehmen musste. Doch das war für viele Fans der Grün-Weißen nicht einmal das Schlimmste an diesem gebrauchten Tag. Viel schlimmer war, dass sich Bremen die Niederlage auch noch in Trikots des eigentlich verhassten Gegners über sich ergehen lassen musste. Der Grund dafür war die gewagte rot-weiße Farbkombination der Bremer Trikots, mit der sie von ihrem traditionellen Grün-Weiß abrückten – und dafür prompt bestraft wurden.

Die rot-weißen Werder-Trikots von einst
Die rot-weißen Werder-Trikots von einst | ullstein bild/GettyImages

Während die erste Halbzeit der damaligen Begegnung im November 1971 noch relativ normal verlief, knallte während der Pause plötzlich die Kabinentür auf. Die verdutzten Bremer Blicke waren der Beginn einer verblüffenden Geschichte, denn der damalige Schiedsrichter Walter Eschweiler konfrontierte die Gäste von der Weser mit einem pikanten Anliegen. Bei der Übertragung im Fernsehen war an den heimischen Endgeräten kaum zu erkennen, welche Mannschaft welche ist. Deshalb sollten die Bremer auf Drängen des Fernsehens ihre Trikots wechseln. Das Problem: Werder hatte keine anderen Trikots dabei.

"Als deren Zeugwart mit Hamburgs Auswärtstrikots in die Kabine kam und wir die anziehen sollten, dachte ich, das muss ein Scherz sein."
Der damalige Werder-Star Dieter Zembski

Kurzerhand musste eine Alternativlösung gefunden werden. Bei den Bremer Spielern stutzte man nicht schlecht, als der Hamburger Zeugwart plötzlich mit einem Satz HSV-Trikots ankam, die die Werder-Spieler anziehen sollten. "Als deren Zeugwart mit Hamburgs Auswärtstrikots in die Kabine kam und wir die anziehen sollten, dachte ich, das muss ein Scherz sein“, sagte einst der damalige Werder-Spieler Dieter Zembski.

Eine andere Lösung hatten die Bremer nicht und Schiedsrichter Eschweiler machte deutlich, dass Werder nur auf diese Weise weiterspielen dürfe. Notgedrungen liefen die Bremer im zweiten Durchgang also tatsächlich mit HSV-Trikots auf. Neben dem schlimmen Gefühl ausgerechnet mit dem Logo des Gegners auf der Brust auflaufen zu müssen, irritierte diese Tatsache aber auch im Bremer Spiel, wie Zembski sich erinnerte. "Wir konnten ja auch kaum noch spielen, weil es aus dem Augenwinkel immer so aussah, als wenn die Pässe beim Gegner landen", erinnerte sich der heute 79-Jährige vor einigen Jahren über dieses mehr als kuriose Ereignis seiner Karriere.

Mal sehen, ob das bevorstehende Nordderby am kommenden Wochenende auch wieder etwas Außergewöhnliches zu bieten hat.

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