Die Bundesliga diente schon vielen Spielern als hoffnungsvolles Sprungbrett, um den nächsten Karriereschritt zu machen. Zahlreiche Spieler haben diese Möglichkeit dabei auch bereits genutzt. Wir nehmen heute mal drei frühere und möglicherweise etwas in Vergessenheit geratene Abwehrstars unter die Lupe und beleuchten, wie sich ihre Karriere nach dem Abschied aus Deutschland und der Bundesliga gestaltet hat.
Caglar Söyüncü, ehemals SC Freiburg
Der türkische Innenverteidiger Caglar Söyüncü erlebte in der Bundesliga einen steilen Aufstieg: 2016 war er im Alter von 20 Jahren für knapp acht Millionen Euro aus der zweiten türkischen Liga zum damaligen Bundesligaaufsteiger SC Freiburg gewechselt. Der bullige Abwehrspieler absolvierte anschließend 55 Pflichtspiele für die Breisgauer und steigerte seinen Marktwert in den beiden Spielzeiten, in denen er in Freiburg aktiv war, von einer Million auf 18 Millionen Euro.
Das große finanzielle Risiko, dass die Freiburger bei seiner Verpflichtung bereit waren einzugehen, zahlte sich am Ende aus. Kein Wunder also, dass der europäische Transfermarkt auf ihn aufmerksam wurde: Im Sommer 2018 wurde Söyüncü zum damaligen Freiburger Rekordverkauf.

Der englische Klub Leicester City legte für den Verteidiger rund 21 Millionen Euro auf den Tisch und lotste ihn in die Premier League. Seither wurde Söyüncü in dieser Statistik nur von Kevin Schade übertrumpft. Dieser verließ die Breisgauer 2024 für 25 Millionen Euro ebenfalls nach England.
Nach fünf Jahren bei Leicester City und 132 Pflichtspielen für den englischen Meister von 2016, versuchte Söyüncü den nächsten Karriereschritt und wechselte im Sommer 2023 ablösefrei zum spanischen Topklub Atlético Madrid. Bei den Rojiblancos wollte es jedoch nicht so recht laufen, weshalb der 59-fachen türkische Nationalspieler nach einem enttäuschenden ersten Halbjahr im Januar 2024 bereits wieder verliehen wurde.
Fenerbahçe Istanbul sicherte sich seine Dienste und verpflichtete Söyüncü im Sommer 2024 schließlich für eine Ablösesumme von 8,5 Millionen Euro fix. Auch heute kickt Söyüncü noch bei Fenerbahçe, doch im aktuellen Saisonverlauf will es nicht so recht zu seinen Gunsten laufen.

Bislang kommt der 29-Jährige wettbewerbsübergreifend nur auf 15 Einsätze. Immer wieder hat er mit Verletzungssorgen zu kämpfen und muss regelmäßig auch als Zuschauer auf der Bank Platz nehmen, von wo aus er nur selten zu Einsätzen kommt. Von 1.350 möglichen Einsatzminuten in den Spielen, in denen er ran durfte, stand der Ex-Freiburger hierbei nur 978 auf dem Rasen. In der Süper Lig durfte Söyüncü beispielsweise nur sechs von möglichen 20 Saisonspielen in der Startelf beginnen, 13 Mal schaute er über die gesamte Spieldauer nur zu.
Sein aktueller Marktwert, der längst nicht mehr an seine glorreicheren Tage erinnert, beläuft sich derzeit auf nur noch 4,5 Millionen Euro. Im Jahr 2021 lag dieser noch bei 45 Millionen Euro. Sein Vertrag endet Stand jetzt im Sommer 2027.
Moussa Niakhate, ehemals FSV Mainz 05
Im Sommer 2018 sicherte sich der FSV Mainz 05 die Dienste des damals 22-jährigen Innenverteidigers Moussa Niakhate, der für sechs Millionen Euro vom FC Metz kommen sollte. Damit landeten die Mainzer einen echten Glückstreffer auf dem Transfermarkt, denn der senegalesische Nationalspieler avancierte nicht nur schnell zur Stammkraft, sondern wurde über die Jahre sogar zum Kapitän der Mainzer.
Mit 135 Pflichtspieleinsätzen lief Niakhate für keinen anderen Klub häufiger auf als für den Bundesligisten. Dabei gelangen dem 1,90 m großen Linksfuß neun Tore und vier Vorlagen.

Im Sommer 2022 war Niakhates Marktwert auf 18 Millionen Euro angestiegen, sodass sich der Premier-League-Klub Nottingham Forest die Dienste des Mainzer Abwehrstars sicherte. Forest investierte knapp 14 Millionen Euro in diesen Transfer und Niakhate versuchte sich zwei Jahre lang nicht ganz unerfolgreich am englischen Fußball, ehe sich der französische Spitzenklub Olympique Lyon richtig tief in die Tasche griff und Niakahte im Sommer 2024 für satte 32 Millionen Euro in die Ligue 1 zurückholte. Dort kickt der Ex-Mainzer noch immer.

Mittlerweile hat der ehemalige Bundesligastar auch schon 80 Pflichtspiele für seinen neuen Arbeitgeber absolviert und gehört in der aktuellen Spielzeit zu den tragenden Säulen seines Klubs. 38 Pflichtspieleinsätze und wettbewerbsübergreifend drei Torbeteiligungen stehen dabei zu Buche, wodurch Niakhate zu den solidesten Abwehrspielern der französischen Topliga zählt.
Bei Lyon zählt der 30-Jährige zu den fünf wertvollsten Akteuren und ist neben dem brasilianischen Linksverteidiger Abner der einzige Defensivspieler von Olympique Lyon mit einem zweistelligen Marktwert.
Mohamed Simakan, ehemals RB Leipzig
Mohamed Simakan wusste in der Bundesliga nicht nur dank seiner auffälligen Haarpracht aufzufallen: Der französische Innenverteidiger schlug bei RB Leipzig auch sportlich überaus stark ein. Nach seiner Ankunft im deutschen Fußball im Sommer 2021 zählte der damals 20-Jährige bis zu seinem Abschied im Sommer 2024 zu den besten Innenverteidigern der Liga und war ein Erfolgsgarant bei den Roten Bullen. RB Leipzig konnte ihn damals für 15 Millionen Euro von seinem damaligen Verein RC Straßbourg loseisen und machte anschließend richtig Kasse mit Simakans Verkauf.

122 Pflichtspiele für die Sachsen und zwei DFB-Pokalsiege später, zog es Simakan zunächst per Leihe zu Al-Nassr in die Saudi Pro League und zu Cristiano Ronaldo. Im Sommer 2025 legte der Wüstenklub dann letztlich stolze 35 Millionen Euro für seinen Transfer auf den Tisch und verpflichtete ihn fest.

In der laufenden Saison kommt der 25-Jährige bislang auf 30 Pflichtspieleinsätze und vier Tore. Wenn er nicht gerade verletzt ist, gehört er zu den absoluten Stammkräften seines neuen Arbeitgebers. Allerdings hat Simakans Marktwert unter dem Sprung in die eher unbedeutende Saudi-Liga einen kleinen Knacks bekommen: Von seinem einstigen Marktwert von 35 Millionen Euro sind nur noch 20 Millionen Euro übrig.
Viel bedeutender ist aber wohl, dass sich der einstige Bundesligashootingstar mit diesem Move vermutlich aus dem Blickfeld der französischen Nationalelf genommen hat, denn bei der U21 Nationalauswahl der Franzosen war Simakan noch mit von der Partie. Es ist bestimmt auch nicht ausgeschlossen, dass man den ehemaligen Leipziger irgendwann nochmal in einer europäischen Topliga bewundern kann – schließlich ist er ja noch nicht so alt.
