Die WM-Endrunde ist für das DFB-Team mal wieder früh Geschichte. Nach den beiden historischen Vorrunden-Pleiten 2018 und 2022 schaffte es Deutschland 2026 zwar über die Gruppenphase hinaus, scheiterte dort aber jäh im Sechzehntelfinale an Außenseiter Paraguay.
Bundestrainer Julian Nagelsmann gab sich im Anschluss zwar kämpferisch und erhielt Unterstützung von Rudi Völler (90min berichtete). Der nächste Weltmeisterschafts-GAU kostet den 38-Jährigen dennoch den Job. Wie Sky und Bild übereinstimmend berichten, hat Nagelsmann sich nun doch dazu entschieden, zurückzutreten. Allerdings nicht aus freien Stücken, denn nach einem Gipfel mit den DFB-Bossen wurde ihm dieser Rücktritt nahegelegt – ansonsten wäre er in den kommenden Tagen entlassen worden. So kann Nagelsmann nun zumindest ein kleines bisschen Ehre behalten.
Seinen Vertrag bis nach der EM 2028 wird Nagelsmann also nicht erfüllen. Ein neuer Bundestrainer muss die schwere Aufgabe übernehmen, den x-ten Umbruch seit dem WM-Titel 2014 einzuleiten.
Kurze Euphorie – am Ende glücklos und unglücklich
37 Spiele stand Nagelsmann seit Mitte September 2023 als Bundestrainer an der Seitenlinie. Dabei gelangen dem DFB-Team 23 Siege, bei sechs Remis und acht Niederlagen. Nagelsmann holte damit einen Schnitt von 2,03 Punkten pro Partie.
Zu erfolgreichen Turnieren hat diese Bilanz nicht geführt. Bei der Heim-EM flammte zwar zwischenzeitlich wieder etwas Nationalelf-Euphorie auf, am Ende ging es aber unglücklich im Viertelfinale gegen Spanien raus. In der Nations League schaffte es das DFB-Team ins Final Four, wo man vor heimischer Kulisse zwei Pleiten kassierte und nur Vierter wurde. Negativer Höhepunkt nach einer insgesamt sehr durchwachsenen WM-Quali war dann der Paraguay-Schock.
In der Kritik stand Nagelsmann schon vor WM-Start längst. Unglückliche Kommunikation und Kader-Nominierungen trugen ihren Teil dazu bei.
Wer jetzt für Nagelsmann übernehmen wird, ist noch offen. Wunschlösung vieler dürfte Jürgen Klopp sein, der sich auf Nachfrage aber noch bedeckt hielt.
