Borussia Dortmund will sich über diesen Sommer hinweg neu ausrichten. Seit Ole Book als neuer Sportdirektor Ende März übernommen hat, tat sich an der Strobelallee und im Trainingszentrum in Brackel schon einiges.
Klar ist, dass Trainer Niko Kovac auch kommende Saison an der Seitenlinie stehen soll. Dann soll er allerdings einen etwas weniger pragmatischen Ansatz spielen lassen – und trotzdem mindestens so erfolgreich sein wie in der abgelaufenen Saison.
Strategisch will sich Schwarzgelb wieder mehr am alten Erfolgsrezept orientieren: Der Fokus liegt auf jungen, entwicklungsfähigen Spielern, die in Dortmund den Schritt zur internationalen Topklasse machen sollen.
Abzulesen ist das bereits an den bisherigen Sommer-Neuzugängen. Mit Joane Gadou kommt ein Innenverteidiger-Juwel für rund 20 Millionen Euro aus Salzburg. Aus Südamerika hat man in Justin Lerma und Kaua Prates zwei Youngster für insgesamt elf Millionen Euro Fix-Ablöse verpflichtet.
Wer wird der neue Offensiv-Star?
Eine signifikante Baustelle im Kader bleibt Stand jetzt aber noch nicht behoben. Nach dem Abschied von Julian Brandt suchen die BVB-Bosse einen Spielgestalter für die Offensive. Das Profil klingt anspruchsvoll: Der Brandt-Nachfolger soll im Bestfall sowohl im Zentrum als auch auf dem Flügel agieren können und das Qualitätssiegel 'Unterschiedsspieler' besitzen.
Genau diesen Spielertypen vermisst Kovac in seinem Kader. In den Jahren zuvor waren sie in Dortmund immer zu finden. Ousmane Dembélé, Jude Bellingham und Erling Haaland sind nur drei dieser Namen.
Jadon Sancho war ein anderer. Über den Sommer hinweg hielten sich hartnäckige Comeback-Gerüchte. Selbst die Verantwortlichen merkten an, dass man über eine zweite Rückholaktion nachdenke. Mittlerweile steht fest, dass der 26-Jährige definitiv ablösefrei zu haben ist. Laut Ruhr Nachrichten soll Sancho auch weiterhin ein Thema in Dortmund sein. Auch wenn die Spur zuletzt deutlich erkaltet ist.
Keine BVB-Chance bei El Mala?
Heißer war es da schon bei Said El Mala. Seit seinem geplatzten 50-Millionen-Euro-Wechsel zum FC Brentford stellt man sich nicht nur in Köln die Frage, wie es mit dem Shootingstar weitergeht. Gerüchte um einen überraschenden Vorstoß aus Hoffenheim stellten sich schnell als Ente heraus. Ähnlich könnte das auch bei einem kuriosen Transfer-Vorschlag aus Dortmund der Fall sein, von dem der Kölner Express jüngst erfahren haben will.
Demnach könnte der BVB bei El Mala Ernst machen, dem Effzeh aber im Gegenzug zwei Leih-Spieler anbieten, um die fixe Ablöse auf 30 Millionen Euro zu drücken. Fünf Millionen Euro Boni und eine Weiterverkaufsbeteiligung sollen beim Deal noch hinzukommen.
Laut Bild wird dieser kurios anmutende Deal in diesem Sommer aber nicht zustande kommen. Das Blatt legt sich fest: El Mala wird "nicht nach Dortmund wechseln!".
Zwar habe man den 19-Jährigen Linksaußen als sehr interessanten Spieler weiter auf der Liste und will seine Entwicklung für eine mögliche Verpflichtung in der Zukunft genau verfolgen. Ein heißes Thema sei er für diesen Sommer aber nicht.
Ein Grund für die Dortmunder Zurückhaltung in diesem Jahr ist das 50-Millionen-Euro-Preisschild der Köln-Bosse, an dem man weiter nicht rütteln möchte. Für den BVB ist dieses Ablösepaket derzeit nicht stemmbar.
BVB braucht Einnahmen – und Geduld
Wie Bild und Ruhr Nachrichten übereinstimmend berichten, braucht es ohnehin zunächst nennenswerte Transfer-Einnahmen, um den gewünschten Offensivspieler an Land ziehen zu können. Hier ist allerdings Geduld gefragt. Vor allem Karim Adeyemi und Serhou Guirassy wären mögliche Verkaufskandidaten, die eine gute Ablöse einbringen könnten. Bei Guirassy wäre allerdings das Problem, dass der BVB dann auch noch einen neuen Torjäger verpflichten müsste.
Adeyemi würde man da schon bereitwilliger abgeben, konkrete Angebote sollen derzeit aber nicht vorliegen.
Es droht also ein langer Transfer-Sommer für Ricken und Book zu werden. Viel Geduld dürfte gefragt sein, um a) dem eingeschlagenen Weg treu zu bleiben und b) den gewünschten Unterschiedsspieler für die Offensive verpflichten zu können.
Mister X als Lösung?
Neben Sancho und El Mala werden aktuell im Übrigen auch weitere Namen gehandelt. Der prominenteste ist der 23-jährige Argentinier Matías Soulé, der die AS Rom per Ausstiegsklausel wohl für 25 bis 30 Millionen Euro verlassen kann.
Unbekanntere Optionen wären der 23-jährige Algerier Farès Ghedjemis vom italienischen Zweitligisten Frosinone und der erst 17-jährige Argentinier Giovanni Baroni von CA Talleres.
Man darf allerdings davon ausgehen, dass Book weitere spannende Namen auf der Liste hat. Am Ende ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein bislang nicht genannter Name (oder mehr) den Weg nach Dortmund findet.
