El Mala oder nix? Bei der Suche nach einer zweiten Verstärkung für die Offensive nach dem 18-jährigen Konstantinos Karetsas hat sich Borussia Dortmund auf eine Verpflichtung von Said El Mala versteift.
Die anfängliche Zurückhaltung beim BVB war jedenfalls wie verflogen. Das Problem: Auch das jüngste Angebot von bis zu 55 Millionen Euro inklusive Boni hat der 1. FC Köln abgelehnt. Die BVB-Bosse haben sich deshalb dazu entschlossen, die Transfer-Saga um den 19-jährigen Shootingstar zu den Akten zu legen.
Das bestätigte Lars Ricken gegenüber der WAZ: "Said El Mala ist kein Spieler von Borussia Dortmund und wird in diesem Sommer nicht zum Verein wechseln. In den vergangenen Tagen haben wir offene Gespräche mit der Vereinsführung des 1. FC Köln geführt, doch diese hat unser letztes Angebot abgelehnt. Borussia Dortmund wird keine weiteren Angebote unterbreiten und den Transfer des Spielers nicht weiter verfolgen."
Eine El-Mala-Alternative muss her
Eine Planstelle in der Offensive bleibt in Dortmund somit gut zwei Wochen vor Transferschluss vakant. Bei der Suche nach Alternativen muss es nun entsprechend schnell gehen. Doch wer weiß, womöglich winkt bei dem ein oder anderen Offensivspieler ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Wir schauen auf mögliche Alternativen, die in eine ähnliche Kategorie wie El Mala fallen (mit einer Ausnahme).
Laut Sky soll es übrigens bereits zwei konkrete Optionen geben. Eine davon sei der 23-jährige Giannis Konstantelias von PAOK Saloniki. Vom Interesse am griechischen Nationalspieler hatte 90min bereits berichtet.
Konstantelias wäre deutlich günstiger zu haben. Im Raum stehen 20 bis 25 Millionen Euro Ablöse. Für diese Summe wollte der VfB Stuttgart den Spieler schon im vergangenen Sommer verpflichten. Kurz vor dessen Reise zum Medizincheck hatte der umstrittene PAOK-Besitzer Ivan Savvidis den Deal aber noch platzen lassen.
Diesen Sommer könnte erneut ein solches Wechsel-Theater drohen – nur dann eben für den BVB. Konstantelias ist bei unseren Vorschlägen deshalb auch außen vor.
Die Parameter: Der Offensivspieler muss unter 24 Jahre alt sein und Potenzial für eine satte Marktwert-Steigerung besitzen. Er sollte Rechtsfuß sein (da man mit Karetsas schon einen Linksfuß verpflichtet hat). Wie El Mala wäre ein Spielertyp am besten, der Qualitäten auf dem Flügel und im Dribbling hat, aber auch geradlinig und mit Zug zum Tor agiert. Einen Spielmacher-Typen hat man schließlich schon in Karetsas.
Mögliche BVB-Alternativen für El Mala
1. Alberto Moleiro
Klub: FC Villarreal
Alter: 22 Jahre
Vertrag bis: 2030
Marktwert: 50 Mio. €
Der 22-jährige Edeltechniker stammt aus der Jugend von UD Las Palmas und wechselte erst im vergangenen Sommer für 16 Millionen Euro zum FC Villarreal. Beim Gelben U-Boot ging der Stern des 14-fachen spanischen U21-Nationalspielers mit zehn Toren und sechs Assists weiter auf. Moleiros Marktwert wird von transfermarkt.de mittlerweile auf satte 50 Millionen Euro geschätzt.
Das dürfte auch an der noch langen Vertragslaufzeit bis 2030 liegen. Fotmob schätzt den Transferwert des Youngsters auf 25,8 Millionen Euro.
Moleiro spielt bei Villarreal fast ausschließlich auf dem linken Flügel. Der 1,71 Meter große Rechtsfuß kann aber auch zentral im offensiven Mittelfeld eingesetzt werden.
Egal wo auf dem Platz, bei Moleiro sticht sofort seine technische Extraklasse heraus, mit der er seine Gegenspieler im Dribbling zur Verzweiflung bringen kann. Der Spanier wäre im Vergleich zu El Mala der etwas feinere Fußballer mit weniger Wucht und direktem Zug zum Tor.
Mit zehn La-Liga-Treffern 25/26 hat Moleiro aber auch bewiesen, dass er selbst stark im Abschluss sein kann.
2. Diego Moreira
Klub: Racing Straßburg
Alter: 22 Jahre
Vertrag bis: 2029
Marktwert: 25 Mio. €
Auch der belgische Shootingstar ist 22 Jahre alt. Vor zwei Jahren wechselte Moreira für 8,5 Millionen Euro Ablöse von Chelsea zu Partnerklub Racing Straßburg, wo er noch drei Jahre unter Vertrag steht.
Mit vier Toren und sieben Assists in 27 Ligue-1-Spielen 25/26 wirkt seine Scorer-Ausbeute nicht sonderlich auffällig. Doch Moreiras Klasse ist nicht allein an nackten Zahlen zu bemessen. Der belgische WM-Fahrer ist technisch hochbegabt und zeigt das mit ständigen Dribbling-Aktionen.
Moreira ist dynamisch, durchaus robust und kann sich so aus praktisch allen Situationen auf dem Platz befreien. Egal ob auf dem rechten oder linken Flügel: Der Belgier mit portugiesischen Wurzeln ist eine ständige Bedrohung für den Gegner. Arbeiten muss der 22-Jährige aber noch an seiner Entscheidungsfindung und einem geradlinigeren Zug zum Tor. Dann dürften auch seine Scorer-Werte noch deutlich steigen.
Problem aus Dortmunder Sicht: Laut Sky ist sich Moreira bereits mit RB Leipzig einig. Zweites Problem: Straßburg soll 60 bis 70 Millionen Euro Ablöse verlangen. Trotz des enormen Talents ist das deutlich zu hoch gegriffen. Fotmob beziffert den Transferwert auf lediglich 17,2 Millionen Euro (was deutlich zu niedrig sein dürfte).
Der BVB müsste demnach einen erfolgreichen Hijack-Versuch unternehmen und die Preisvorstellung der Nordfranzosen ordentlich nach unten treiben. Klingt nach einer nächsten Transfer-Saga, die man bei einer El-Mala-Alternative vermeiden sollte...
3. Malick Fofana
Klub: Olympique Lyon
Alter: 21 Jahre
Vertrag bis: 2028
Marktwert: 30 Mio. €
Noch ein Belgier auf der Liste: Der nur 1,69 Meter große Malick Fofana von Olympique Lyon ist der klassiche Typ Tempodribbler. Sein Vertrag bei OL ist auch nur noch zwei Jahre gültig, weshalb ein Transfer-Versuch größere Erfolgsaussichten haben dürfte.
Das denken sich allerdings wohl auch andere europäische Topklubs. Fofana wird bereits mit den Spurs, Inter, der Roma, Atalanta und auch RB Leipzig in Verbindung gebracht.
Fotmob schätzt seinen Transferwert sogar auf 30,6 Millionen Euro. Deutlich mehr sollte der BVB aber nicht bereit sein zu zahlen. Denn bei all der augenscheinlichen Klasse des Youngsters gibt es auch einige Fragezeichen.
Dem pfeilschnellen Flügelstürmer könnte es an der nötigen Robustheit fehlen, um im BVB-System nicht ganz außen, sondern im Halbraum agieren zu können. Dazu kann Fofana auch für reichlich Frust sorgen, wenn er mit seinen Dribblings am Gegenspieler hängen bleibt. In Sachen Scoring ist bei Fofana ebenfalls noch viel Luft nach oben. Für Lyon hat er in 80 Spielen 17 Tore erzielt und acht Assists geliefert.
4. Andreas Schjelderup
Klub: Benfica
Alter: 22 Jahre
Vertrag bis: 2028
Marktwert: 40 Mio. €
Andreas Schjelderup könnte für den BVB deutlich interessanter sein als beispielsweise Fofana. Auch der 22-jährige Norweger hat nur noch zwei Jahre Vertrag. Nach starken Leistungen bei der WM scheint das Interesse am 1,77 Meter großen Flügelstürmer groß. Allen voran der FC Chelsea wurde schon konkret als Abnehmer gehandelt. Auch Liverpool, Tottenham, AS Rom und Como sollen ihn auf dem Zettel haben.
Wie die anderen Kandidaten auch zeichnet sich Schjelderup vor allem mit seinen Qualitäten im Eins-gegen-eins aus. Wettbewerbsübergreifend zehn Tore und sieben Assists in 43 Spielen letzte Saison sind zudem ordentliche Scorer-Werte – wenn auch nicht überragend.
Schjelderup wäre nicht ganz der geradlinige, pfeilschnelle Spieler a la Said El Mala. Fotmob beziffert seinen Transferwert auf 17,8 Millionen Euro. Mindestens das Doppelte dürfte nötig sein, um Benfica tatsächlich ins Grübeln zu bringen.
Der Norweger wäre bei offensiver Ausrichtung übrigens auch eine Option auf der Schiene, weil er durchaus auch Qualitäten im Defensivverhalten mitbringt und eine hohe Arbeitsrate hat. Stärken, die besonders Trainer Niko Kovac gefallen dürften...
5. Kevin Schade
Klub: FC Brentford
Alter: 24 Jahre
Vertrag bis: 2028
Marktwert: 35 Mio. €
Nur noch zwei Jahre Vertrag hat auch der Ex-Freiburger Kevin Schade. Der fünffache deutsche A-Nationalspieler spielt seit Anfang 2023 für den FC Brentford in der Premier League.
Die Bees würden dem Vernehmen nach gerne mit dem Angreifer verlängern. Dem winkt allerdings auch der nächste Karriereschritt. Einigen größeren Klubs von der Insel wurde bereits Interesse nachgesagt, auch die AS Rom soll ein Auge auf den 24-Jährigen geworfen haben.
Die Bayern sollen vom hohen Preisschild abgeschreckt worden sein. Demnach wären mindestens 50 Millionen Euro Ablöse fällig, um eine Transfer-Chance zu haben. Fotmob schätzt den Transferwert auf 40,9 Millionen Euro.
Schade wäre vom Spielertyp her El Mala jedenfalls recht ähnlich. Er ist pfeilschnell, hat ein ordentliches und vor allem geradliniges Dribbling und geht gerne in die Tiefe. Mit 1,85 Meter ist Schade auch ein Spielertyp, der sowohl über den Flügel kommen als auch im Zentrum eingesetzt werden kann.
24/25 erzielte er starke elf Premier-League-Tore, vergangene Saison waren es immerhin acht und vier Assists. In jetzt schon 102 Einsätzen im englischen Oberhaus kommt Schade auf 21 Tore und acht Vorlagen.
Für den Spieler könnte eine Rückkehr in die Bundesliga besonders interessant sein, um noch stärker im Fokus des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp zu stehen.
Die Raster-Ausnahme
6. Christopher Nkunku
Klub: AC Mailand
Alter: 28 Jahre
Vertrag bis: 2030
Marktwert: 25 Mio. €
In vier Jahren bei RB Leipzig reifte das PSG-Eigengewächs zum Star. Mit RBL gewann Nkunku zweimal den DFB-Pokal und wurde Bundesliga-Torschützenkönig 22/23. Damals reichten zwar schon 16 Saisontore. Nkunku erzielte diese aber in nur 25 Spielen und legte zudem noch sechsmal direkt auf.
Es folgte der Wechsel zum FC Chelsea für 60 Millionen Euro Ablöse. Bei den Blues konnte der 18-fache französische Nationalspieler sein enormes Potenzial nie konstant abrufen. Auch und vor allem, weil Nkunku ständig verletzt war.
Erst im vergangenen Sommer folgte der Wechsel zur AC Mailand. Die Rossoneri zahlten 37 Millionen Euro Ablöse. Mit acht Toren und drei Assists in 35 Spielen zeigte sich Nkunku im Milan-Trikot wieder formverbessert. Dennoch will der neue Trainer Ruben Amorim nicht auf den 28-Jährigen setzen. Nach übereinstimmenden Berichten soll Nkunku Mailand diesen Sommer unbedingt noch verlassen.
Eine mögliche Marktchance für den BVB. Nkunku hat zwar kein großes Wertsteigerungs- und Weiterverkaufspotenzial mehr und würde so nicht in die strategische Neuausrichtung passen. Er kann aber immer noch eine Soforthilfe für die nächsten drei bis vier Jahre sein.
Weil ihn Milan loswerden möchte, winkt ein "Schnäppchen" im Bereich des Marktwertes. Auch in Sachen Gehalt muss Nkunku wohl zwangsläufig zu Kompromissen bereit sein, sollte er künftig weiter auf sportlich höchstem Niveau spielen wollen.
Für das 3-4-2-1-System des BVB wäre er der perfekte Fit. Nkunku ist kein reiner Flügelstürmer, aber auch keine waschechte Nummer neun. Stattdessen ist der linke Halbraum hinter einem Mittelstürmer seine beste Rolle.
