Der 35-Jährige, der seine aktive Karriere im Sommer 2024 beendete und mittlerweile als TV-Experte für die ARD im Einsatz ist, findet für seinen Ex-Trainer nur lobende Worte. Rode selbst ist, wie von 90min bereits berichtet, aktuell sogar ein Kandidat für einen Posten im Frankfurter Aufsichtsrat.
"Ich bin hier noch nicht fertig."Adi Hütter über sein SGE-Comeback
Eine besondere Verbindung seit 2019
Zwischen Hütter und Rode besteht seit Jahren ein enges Band. Im Winter 2019 kam Rode als Leihspieler von Borussia Dortmund an den Main, als Hütter bereits seit einem halben Jahr im Amt war. Der zentrale Mittelfeldspieler avancierte sofort zum Leistungsträger und führte Eintracht Frankfurt mit einem Sensations-Tor gegen Benfica Lissabon bis ins Halbfinale der Europa League.
"Ich habe Adi Hütter extrem viel zu verdanken. "Sebastian Rode
Obwohl sich Rode im Halbfinal-Rückspiel gegen den FC Chelsea schwer am rechten Knie verletzte (Knorpelschaden) und lange ausfiel, setzten Hütter und der Verein ein Zeichen und verpflichteten ihn fest. "Ich habe Adi Hütter extrem viel zu verdanken", blickt Rode gegenüber der Bild zurück. "Er war mein Trainer nach meiner Rückkehr zur Eintracht und hat mir sehr viel Vertrauen geschenkt. Ich habe immer versucht, ihm das auf dem Platz auch zurückzugeben."
Der dringend benötigte "Switch" in der Kabine
Die Frankfurter Vereinsführung um Sportvorstand Markus Krösche erhofft sich durch die Rückholaktion nach der verpassten europäischen Qualifikation wieder mehr Disziplin und Stabilität. Genau hier sieht Rode die großen Stärken des 56-Jährigen: "Adi Hütter ist bei seinen Ansprachen ein unglaublicher Motivator, der die ganze Mannschaft in seinen Bann zieht. Da hat Eintracht einen guten Fang gemacht."
Rode ist fest davon überzeugt, dass Hütter auch der perfekte Mann für einen Kader-Neuaufbau mit jungen Spielern ist. Dies habe der Coach zuletzt bei der AS Monaco unter Beweis gestellt. Im Fürstentum führte Hütter sein Team zur Vizemeisterschaft, bevor er im Oktober 2025 entlassen wurde.
Nach den Amtszeiten der Trainer Dino Toppmöller und Albert Riera brauche das Team nun eine neue Ansprache. "Hütter hat in der Kabine eine absolute Klarheit, da geht es manchmal gar nicht um das taktische Einmaleins, sondern darum, auf dem Platz einfach Gas zu geben", analysiert Rode aus eigener Erfahrung. Gerade nach den letzten Trainern sei dies "doch ein größerer Switch" – und genau der Switch, den sich in Frankfurt derzeit alle wünschen.
Reue über Fehler der Vergangenheit
Dass Hütters erste Amtszeit (2018 bis 2021) mit einem geräuschvollen Abgang zu Borussia Mönchengladbach endete, ist in Frankfurt nicht vergessen. Hütter selbst zeigte sich diesbezüglich jedoch bereits 2023 in einem kicker-Interview sehr selbstkritisch.
Seine damalige TV-Aussage "Ich bleibe" bezeichnete er rückblickend als Fehler, den er nur getätigt habe, um in einer Phase der Ungewissheit – durch die Abgänge von Fredi Bobic und Bruno Hübner – für Ruhe im Verein zu sorgen. Auch den emotionalen Spruch nach einer 0:4-Niederlage gegen seinen späteren Klub Borussia Mönchengladbach, dass sich mit seinem Wechsel lediglich "die Farben" ändern würden, stufte er als "Riesenfehler" ein, der ihm leidtue.
Die Wogen zwischen dem Trainer und dem Frankfurter Umfeld konnten jedoch bereits 2022 geglättet werden. Damals folgte Hütter einer Einladung von Axel Hellmann und erlebte das Europa-League-Halbfinale der Eintracht gegen West Ham live auf der Tribüne mit. Nun, gut vier Jahre nach der damaligen Trennung, ist der Weg frei für ein neues, erfolgreiches Kapitel am Main.
Comebacker Hütter stellt sich offiziell vor
Am Montagnachmittag hatte sich Hütter nach der Vertragsunterzeichnung auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt. "Gude zusammen. Es freut mich sehr, wieder hier zu sein. Ich sehe viele bekannte Gesichter wieder, und das macht diesen Moment für mich besonders. Ehrlich gesagt bin ich emotional sehr berührt. Als ich gestern vom Hotel aus auf die Skyline geschaut habe, dachte ich mir: 'Adi, das ist der richtige Platz für dich.' Ich möchte mich bei allen bedanken, die das möglich gemacht haben. Und eines kann ich sagen: Ich bin hier noch nicht fertig", sagte Hütter zur Begrüßung.
Und weiter: "Ich habe mich als Trainer weiterentwickelt. Entscheidend ist, dass wir eine klare Spielidee haben und in jeder Phase des Spiels eine hohe Intensität an den Tag legen. Das ist die Basis für guten und erfolgreichen Fußball. In Monaco ist es uns gelungen, diese Prinzipien sehr gut umzusetzen."
Jetzt soll das auch in Hütters zweiter Amtszeit am Main gelingen. Klar ist dabei, dass es diesen Sommer einige Bewegung im aktuellen Kader geben wird. Das betonte auch Sportvorstand Markus Krösche am Montag noch einmal: "Es wird Bewegung geben. Ich habe mit Adi sehr transparent über die aktuelle Situation gesprochen. Dazu gehört auch, dass wir als Verein Transfererlöse erwirtschaften müssen. Das ist Teil unseres Weges. Wie genau das ausschauen wird, müssen wir dann sehen."
Dennoch bleibe das Ziel in der kommenden Saison, ins internationale Geschäft zurückzukehren, betonte Hütter: "Unser Anspruch muss es immer sein, um die internationalen Plätze zu spielen. Ich freue mich riesig auf das Stadion, die Menschen in dieser Stadt und auf alle, die den Verein ausmachen. Die Mannschaft verfügt über viel Qualität, und unsere Aufgabe wird es sein, sie jeden Tag ein Stück besser zu machen."
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