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Einspruch abgelehnt: Die drastischen Folgen von "Spygate"

Die drakonische Strafe für den FC Southampton betrifft auch den deutschen Trainer-Shootingstar der Saints. Und mit den Bayern und dem FCN auch zwei deutsche Klubs.
Zukunft wegen "Spygate" wieder offen: Bayern-Leihkeeper Daniel Peretz
Zukunft wegen "Spygate" wieder offen: Bayern-Leihkeeper Daniel Peretz | Ed Sykes/GettyImages

"Spygate" kostet den FC Southampton das 200-Millionen-Pfund-Spiel! Der Einspruch der Saints gegen die drakonische Strafe wurde vor dem Schiedsgericht abgewiesen, wie die englische Fußball-Liga (EFL) mitteilte.

Der Zweitligist hatte das Playoff-Halbfinale um den Premier-League-Aufstieg gegen den FC Middlesbrough zwar gewonnen. Nach dem Spiel kam allerdings heraus, dass ein Mitarbeiter der Saints unerlaubt Trainingseinheiten von Boro gefilmt und sogar per Livestream an Kollegen übertragen hatte. Weil das gegen EFL-Regularien verstößt, hatte eine unabhängige Disziplinarkommission Southampton vom Playoff-Finale gegen Hull City ausgeschlossen. Stattdessen soll kommenden Samstag (16:30 Uhr) Middlesbrough in Wembley um den Aufstieg spielen.

Kein PL-Aufstieg und 4 Punkte Abzug für die Saints

Für die Saints hat das bestehende Urteil weitreichende Folgen. Die Chance auf eine direkte Premier-League-Rückkehr ist dahin. Der Wert des Aufstiegs ins Oberhaus wird auf der Insel gemeinhin mit 200 Millionen Pfund (ca. 230 Mio. Euro) angegeben. Darüber hinaus bekommt Southampton in der kommenden Championship-Saison vier Punkte abgezogen.

Deutscher Saints-Coach Eckert vor dem Aus – Spieler prüfen rechtliche Schritte

Doch damit nicht genug. Der deutsche Trainer-Shootingstar Tonda Eckert steht nach übereinstimmenden Medienberichten kurz vor dem Rauswurf. Der 33-Jährige kam vergangenen Sommer als U21-Coach zu den Saints und wurde Anfang November zunächst Interims- und dann fester Trainer der ersten Mannschaft. Unter Eckert ging es für Southampton von Rang 21 bis auf Platz vier hoch.

Middlesbrough v Southampton - Sky Bet Championship Play-Off Semi-Final First Leg
Tonda Eckert hat wohl keine Zukunft bei den Saints | NurPhoto/GettyImages

Nach dem "Spygate" sei Eckert aber nicht mehr zu halten, heißt es aus Englands Medienlandschaft. Ungemach droht auch von Spielerseite. Laut The Athletic prüfen viele Saints-Profis rechtliche Schritte gegen den Klub und stehen im Austausch mit der Spielergewerkschaft PFA.

Teile des Kaders hatten nach dem Premier-League-Abstieg 40 Prozent Gehaltseinbußen akzeptiert, die mit der Rückkehr ins Oberhaus wieder aufgehoben worden wären. Zudem war eine Aufstiegsprämie in Höhe von knapp 175.000 Euro pro Spieler ausgemacht worden.

Keine Kaufpflicht für Peretz

Bitter ist "Spygate" auch für zwei deutsche Klubs: Dem 1. FC Nürnberg entgeht wohl rund eine Million Euro Ablöse-Nachschlag für Caspar Jander. Beim vom FC Bayern verliehenen Keeper Daniel Peretz greift die Kaufpflicht in Höhe von acht Millionen Euro nicht.

Wie es mit dem in München noch bis 2028 unter Vertrag stehenden Torwart weitergeht, ist nun wieder ziemlich offen. Klar ist, dass der 25-Jährige bei den Bayern keine sportliche Zukunft hat.

Interessant wird es derweil auch um die Zukunft von Tonda Eckert. Der Trainer-Shootingstar soll durch seine starke Arbeit bei den Saints bereits Interesse bei anderen Klubs geweckt haben – auch in Deutschland, wo bekanntlich noch der ein oder andere Klub nach einem neuen Cheftrainer sucht. Ob Eckerts Standing durch "Spygate" nachhaltig beschädigt wurde, wird sich erst noch zeigen. Voraussichtlich ist er dadurch aber zumindest für andere Vereine verfügbar.

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