Beim Auswärtsspiel des Champions-League-Achtelfinals konnte der FC Bayern München einen deutlichen 6:1-Sieg gegen den italienischen Vertreter Atalanta Bergamo landen und damit quasi schon fast den Einzug in die nächste Runde buchen. Es ist kaum vorstellbar, dass sich der deutsche Rekordmeister diesen Vorsprung im Rückspiel noch nehmen lässt. Dennoch gilt Vorsicht und Konzentration bis zum Schluss.
Allerdings scheinen die Münchner diesen Erfolg auch teuer bezahlen zu müssen, denn nach dem Spiel gibt es große Verletzungssorgen um gleich drei wichtige Spieler. Etwas Entwarnung konnte Sportvorstand Max Eberl lediglich bei einem Spieler geben, dennoch trübten die Ausfälle etwas das euphorische Gesamtbild.
Dennoch war den Münchnern nach Abpfiff der große Stolz über dieses Ausrufezeichen gegen Bergamo deutlich anzumerken. Wir haben die Stimmen der Bayern zum Erfolg über Atalanta Bergamo für euch zusammengestellt:
Max Eberl hochzufrieden
"Man hat von der ersten Minute an gemerkt, was wir uns vorgenommen haben [...] Damit haben wir sie einfach erdrückt [...] wir haben ihnen keine Luft zum Atmen gegeben."FCB-Sportvorstand Max Eberl
Großes Lob erhielt die Münchner Mannschaft von Sportvorstand Max Eberl, der sich nach Abpfiff überaus zufrieden zeigte. Eberl: "Man hat von der ersten Minute an gemerkt, was wir uns vorgenommen haben, was die Idee ist, was der Plan ist, was die Bereitschaft war. Damit haben wir sie einfach erdrückt. Dann haben wir auch sehr effiziente Tore gemacht. Es war eine beeindruckende Leistung der Mannschaft", schwärmte der 52-Jährige mit stolz geschwellter Brust.

Damit konnten die Bayern ein ähnlich bitteres Auswärtserlebnis wie ihr Ligarivale Borussia Dortmund vermeiden. Dieser hatte in den Playoffs im Rückspiel gegen Atalanta ein sicher geglaubtes Weiterkommen aus der Hand gegeben und war unter die Räder geraten. Das war den Bayern offenbar eine Warnung. "Wir haben gesehen, wie Bergamo gegen Dortmund gespielt hat. Aber wir haben ihnen keine Luft zum Atmen gegeben. Wir haben kombiniert, im richtigen Moment auch mal den zweiten Ball forciert, lang geschlagen, sind nachgerückt, haben den Ball gewonnen, tief gespielt und die Räume genutzt, die sich ergeben haben", so Eberl weiter. Der Sportvorstand ergänzte: "Ich glaube, heute haben wir wirklich sehr, sehr viel richtig gemacht.“
Kompany mit Sonderlob an seine Mannschaft
"Das war die Leistung, die wir uns gewünscht haben [...] Das haben die hervorragend gemacht heute."Vincent Kompany mit Lob an Bayern-Team
Auch Cheftrainer Vincent Kompany machte einen nicht weniger zufriedenen Eindruck. Der Belgier sagte nach Spielende: "Das war die Leistung, die wir uns gewünscht haben. Ich würde sagen, wir hätten vielleicht sogar noch ein oder zwei Tore mehr schießen können", erklärte er bei Amazon Prime.

Der Münchner Erfolgscoach lobte neben der individuellen Klasse seiner Spieler auch das Kollektiv und den mannschaftlichen Zusammenhalt. "Ich glaube, wir waren das ganze Spiel offensiv sehr gefährlich. Es war eine gute Mischung: mal den Ball einfach in die Füße bekommen, aber auch mal in die Tiefe laufen. Das hat heute wehgetan. Wir haben Talent und Qualität in der Mannschaft. Es ist einfach, über einen Plan zu sprechen und so weiter. Atalanta hat auch einen Plan. Aber wir haben die Jungs, die das mögen in solchen Spielen. Eins gegen eins ist für sie kein Problem. Wir spielen auch im Training mit ganz hoher Intensität. Deswegen ist es keine Überraschung, wenn wir dann in diesen Spielen gegen so eine Art von Verteidigung die Lösungen finden müssen", so Kompany. Ein dickes Lob an sein Team hatte der 39-Jährige auch noch parat: "Das haben die hervorragend gemacht heute.“
Kimmich selbstbewusst und klar
Auch bei Joshua Kimmich war die Freude über den deutlichen Auswärtserfolg deutlich spürbar. Der gestrige Bayern-Kapitän: "Wir haben so fünf Minuten gebraucht, bis wir drin waren. Danach hatten wir dann eine große Chance nach der anderen. Das war ein sehr starker Auftritt heute."
"Die Art und Weise war schon stark. Wir wussten, dass wir ihnen richtig wehtun können."Joshua Kimmich

"Ich habe noch nie erlebt, dass ich irgendwo 6:1 gewinne und die Fans ihre Mannschaft danach noch so anpeitschen. Das ist schon bemerkenswert. Das spricht hier für die Fans und für die Stimmung."Kimmich-Lob an Atalanta-Fans
Offenbar fühlte es sich auch direkt auf dem Rasen nach einer absoluten Machtdemonstration an. "Die Art und Weise war schon stark. Wir wussten, dass wir ihnen richtig wehtun können", sagte Kimmich nach Abpfiff. Wahnsinnig beeindruckt war der Münchner Mittelfeldstar aber auch von der gegnerischen Fanseite: "Wir wussten auch, dass die Stimmung hier top sein wird. Das merkt man jetzt. Ich habe noch nie erlebt, dass ich irgendwo 6:1 gewinne und die Fans ihre Mannschaft danach noch so anpeitschen. Das ist schon bemerkenswert. Das spricht hier für die Fans und für die Stimmung."
Doch auch die starke Leistung der Atalanta-Fans konnte nicht verhindern, dass der FC Bayern über die Italiener hinwegfegte. "Trotzdem war es dann einfach ein gelungener Auftritt von uns", so Kimmich.
Trotz des nun deutlichen Vorsprungs wollte Kimmich keine Unvorsichtigkeit aufkommen lassen und hob bereits wieder mahnend den Zeigefinger. "Es ist ja klar, es ist erst mal ein Hinspiel. Wir wussten, dass ein 3:0 zur Halbzeit schon ein ordentliches Ergebnis ist." Dennoch war der Biss der Bayern über die gesamte Spieldauer spürbar, auch das gab der 31-Jährige zu verstehen: "Trotzdem wollten wir es noch deutlicher machen. Das ist uns gelungen und man hat dann auch ein Gefühl auf dem Platz. Man merkt dann, dass der Gegner nicht mehr viel Gegenwehr zu bieten hat. Wir wechseln dann Spieler ein, die hungrig sind, die Tore machen wollen, die Tore vorbereiten wollen. Das ist das, was wir jetzt in dieser Phase der Saison brauchen.“
Die Bayern sind also jetzt endgültig im Titelmodus angekommen, möchte man meinen.
Auch Pavlovic und Gnabry sind voll zufrieden
"Besser geht’s fast nicht [...] Eigentlich haben wir nach vorne wie nach hinten alles überragend gemacht heute. "Aleksandar Pavlovic
Das sieht wohl auch Eigengewächs Aleksandar Pavlovic so. Der machte nach dem Spiel deutlich: "Besser geht es fast nicht." Der 21-jährige Mittelfeld-Shootingstar weiter: "Wir hätten am liebsten die Null hinten gehabt, aber es ist ein Top-Ergebnis und ein Top-Spiel. Wir waren einfach von Anfang an da. Wir wussten, was uns erwartet und haben das Spiel überragend angenommen. Eigentlich haben wir nach vorne wie nach hinten alles überragend gemacht heute. Ich glaube, deswegen ist das Ergebnis auch so klar.“ Dem gibt es wohl nur wenig entgegenzusetzen.

Etwas weniger euphorisch, aber nicht weniger freudig, gab Serge Gnabry seine Einschätzung zum Spiel ab. "Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden, auswärts so ein Statement gesetzt zu haben", sagte der Torschütze zum zwischenzeitlichen 3:0 eher bescheiden. Etwas getrübt wurde die Stimmung des Offensivstars allerdings von den verletzungsbedingten Auswechslungen seiner Mitspieler Musiala, Davies und Urbig. "Ich denke, bis auf die ein, zwei Verletzungen, die natürlich dazugekommen sind, war es ein perfekter Abend."
"Wir sind auf jeden Fall sehr zufrieden, auswärts so ein Statement gesetzt zu haben [...] Ich denke, bis auf die ein, zwei Verletzungen, die natürlich dazugekommen sind, war es ein perfekter Abend [...] es war ein sehr gutes Spiel von uns."Serge Gnabry

Dass ein solcher Erfolg im Hinspiel des Achtelfinals der Königsklasse von großer Bedeutung ist, wollte Gnabry aber auch nicht unter den Tisch fallen lassen. "Ich meine, wir waren sehr aktiv über das ganze Spiel, haben überall sehr viele Laufwege gemacht und es dem Gegner sehr schwer gemacht, um klar dranzubleiben. Wir wissen, dass noch ein Heimspiel kommt und wollten nichts offenlassen. Dass wir am Ende sechs Tore schießen, hätten wir vielleicht davor auch nicht gedacht bei so einem Gegner. Aber wie gesagt, es war ein sehr gutes Spiel von uns.“
"Das zeichnet eine echte Spitzenmannschaft aus."Bayern-CEO Dreesen
Ein bis auf die von Gnabry auch angesprochenen Verletzungssorgen also ein rundum gelungener Fußballabend für den Rekordmeister, der im Rückspiel zwar nicht locker lassen darf, jedoch aber auch nicht unter großem Zugzwang steht etwas besonderes leisten zu müssen. Nach dem Spiel hielt auch Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen eine Rede an die Mannschaft und machte beim gemeinschaftlichen Ausklang des Abends deutlich: "Das zeichnet eine echte Spitzenmannschaft aus.“
