Stand heute, 6. März 2026, hat Jordan Beyer 101 Pflichtspiele in Folge für seinen Klub FC Burnley verpasst. Vermutlich wird am 14. März das 102. hinzukommen. Wegen einer Oberschenkelverletzung ist nicht abzusehen, wann der 25-jährige Ex-Gladbacher für den Premier-League-Klub wieder auf dem Rasen stehen kann.
Der Grund für Beyers elend lange Leidenszeit sind die muskulären Probleme aber nicht. Eine Knieverletzung löste das ganze Beyer-Drama aus - und zwar schon im Oktober 2023. "Es hat alles angefangen gegen Luton. Da habe ich mir den inneren Meniskus gerissen. Das ist keine große Geschichte, es war eine ziemlich einfache OP", erzählte Beyer Mitte 2025 im Podcast 'Athletes Grind Code'.
Sieben weitere Premier-League-Partien absolvierte Beyer nach dem schnellen Comeback (fast) immer über die volle Distanz. Ehe im achten Spiel am letzten Spieltag des Jahres 2023 schon nach 17 Minuten Schluss war. Niemand hätte damals damit gerechnet, dass Beyers Einsatz gegen Aston Villa sein bis jetzt letztes Profispiel sein würde.
"Es hat sich angefühlt, als sei ein kleines Stück in meinem Kniegelenk stecken geblieben", berichtete er im Podcast. Nach dem Jahresende 2023 tingelte Beyer von Arzt zu Arzt - helfen konnte ihm keiner. Eine weitere Operation gab es nicht, bis er im August 2024 einen kurzen Comeback-Versuch wagte. Nach nur rund zehn Minuten war dieser wieder vorbei. "Ich bin ich reingegangen und habe gesagt: Ich komme nicht wieder, bevor ich nicht eine OP bekomme."
Beim gewünschten Eingriff entdeckten die Ärzte den Grund für die anhaltenden Beschwerden: eine Einblutung im Knochen. Doch wer geglaubt hatte, Beyers Leidenszeit wäre nun vorbei, sah sich getäuscht. Zwar lief Beyer elf Monate nach der zweiten OP in einem Testspiel gegen Fleetwood Town wieder auf, verletzte sich dabei aber nach 20 Minuten am Oberschenkel.
Für "Beckenbeyer" zahlte Burnley 15 Mio. Euro an Gladbach
Bis heute hat er sich davon nicht wieder erholt. Die verheißungsvolle Karriere des siebenfachen deutschen U21-Nationalspielers bekam ein gnadenloses Stoppschild.
2015 war Beyer aus der Jugend von Fortuna Düsseldorf in den Fohlenstall gewechselt. Am Niederrhein gelang ihm der Durchbruch zum Profi. Dabei nahm Beyer einen Umweg über eine Leihe zum HSV in die 2. Liga. In Gladbach schätzte man zwar das Potenzial des Eigengewächses, damals versperrte aber das gesetzte Innenverteidiger-Duo Matthias Ginter und Nico Elvedi den Weg in die Startelf im bevorzugten Abwehrzentrum.
Nach elf Einsätzen für den HSV und insgesamt 36 für die Gladbach-Profis wurde Beyer im Sommer 2022 nach England zum FC Burnley verliehen. Bei den Clarets wurde der Deutsche schnell zur festen Größe und Publikumsliebling. Den als "Beckenbeyer" gefeierten Verteidiger verpflichtete der Inselklub deshalb auch für satte 15 Millionen Euro fest.
Für Gladbach eine willkommene Ablöse, für Beyer eine willkommene Chance, in der Premier League Fuß zu fassen. Das gelang zunächst beeindruckend - und wurde seit Ende 2023 zur sportlichen Tragödie. Von den einst geschätzten 16 Millionen Euro Marktwert ist heute noch ein Viertel übrig. Sollte Beyer nicht bald das Comeback gelingen, droht ein noch heftigerer Absturz.
Doch die Hoffnung gibt der immer noch erst 25-Jährige bislang nicht auf. Es wäre Beyer von Herzen zu wünschen, dass er bald wieder auf dem grünen Rasen stehen kann. Sein Vertrag in Burnley ist derweil noch bis Sommer 2027 gültig.
