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Ein eklatantes Problem: Diese 5 Dinge muss der FC Bayern für das CL-Finale besser machen

Die Bayern verlieren ein spektakuläres Spiel in Paris mit 4:5 und haben in einigen Punkten Steigerungsbedarf. Diese Fehler gilt es für den Finaleinzug abzustellen.
Ousmane Dembele hat den Bayern ein bitteres Gegentor eingeschenkt
Ousmane Dembele hat den Bayern ein bitteres Gegentor eingeschenkt | Mattia Ozbot - UEFA/GettyImages

Der FC Bayern ist in Paris in arge Turbulenzen geraten, hat aber nach dem 4:5 im Halbfinal-Hinspiel der Champions League weiter die Chance, das Final-Ticket zu lösen. Letztlich benötigen die Bayern aber sicherlich eine kleine Steigerung, um das Ruder am kommenden Mittwoch (6. Mai) in der heimischen Allianz Arena noch rumreißen zu können.

Zwar zeigten die Bayern bei PSG eine offensiv und mental starke Leistungen, einige Unzulänglichkeiten und ein zwischenzeitlicher Kontrollverlust lassen sich aber nicht wegdiskutieren.

Wir werfen einen Blick auf fünf Dinge, die der FC Bayern im Rückspiel noch besser machen muss - wobei eines besonders im Fokus steht.

1. Positionierung der Außenverteidiger anpassen

Josip Stanisic, Khvicha Kvaratskhelia
Josip Stanisic hatte gegen Khvicha Kvaratskhelia meist das Nachsehen | Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages

Der FC Bayern hat fünf Gegentore kassiert, obwohl Dayot Upamecano exzellent und Jonathan Tah zumindest ordentlich gespielt haben. Beide wurden letztlich zu oft alleine gelassen, was zum einen damit zu tun hat, dass Joshua Kimmich und Aleksandar Pavlovic nicht die schnellsten sind und gegen die Turbo-PSG-Stars vor allem in Kontersituationen nicht hinterherkommen. An diesem Punkt kann man allerdings wenig ändern.

Was im Hinspiel aber das eigentliche Problem war, war die Rolle der Außenverteidiger. Genau hier gilt es schleunigst, die notwendigen Anpassungen vorzunehmen. Letztlich muss man sich die Frage stellen, ob es denn wirklich sinnvoll ist, Josip Stanisic so hoch und offensiv spielen zu lassen. Der Kroate hat seine Stärken eher in der Defensive. Bekommt er im gegnerischen Drittel den Ball, folgen meist Rückpässe oder halbgare Flanken, die im schlimmsten Fall noch Konter nach sich ziehen.

Durch die hohe Positionierung war seine Seite zu häufig offen. Beispielhaft steht die Szene, in der er sich vor dem 1:1 düpieren und Kvaratskhelia in seinem Rücken abhauen ließ.

Konrad Laimer offensiv agieren zu lassen, macht da schon mehr Sinn, weil dieser zumindest gefährliche Momente erzeugt, jedoch könnte er das über die rechte Seite eigentlich noch besser.

Zudem muss der Österreicher aufpassen, nicht zu übereifrig zu agieren. Vor dem vierten Gegentor verließ er seine Position links hinten, ging vergeblich ins Pressing und ließ Hakimi in seinem Rücken entkommen, der dann die ganze Wiese vor sich hatte und den Assist lieferte.

Gerade gegen ein PSG, das sowohl über grandiose Flügelstürmer als auch über offensivstarke Außenverteidiger verfügt, müssen die Außenverteidiger etwas tiefer stehen und ihre Position öfter halten.

Den stabilsten Eindruck hat eigentlich noch Alphonso Davies gemacht, ehe er unglücklicherweise den Elfmeter verschuldete. Man ist dennoch geneigt zu sagen, dass im Rückspiel Laimer und Davies spielen müssten und Stanisic wenn überhaupt in einer deutlich defensiveren Rolle brauchbar wäre. Der Kroate hat in Paris aber generell nicht den besten Tag erwischt.

2. Schnörkelloser im letzten Drittel agieren

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Michael Olise war häufig etwas zu verspielt und traf falsche Entscheidungen | ALAIN JOCARD/GettyImages

Es mag schon fast absurd klingen, die Offensive bei vier Treffern gegen PSG zu kritisieren. Im Vergleich zu den PSG-Stürmern, die relativ schnell den Abschluss gesucht haben, wollten es die Münchner oft etwas zu schön und kompliziert machen.

Immer wieder ließen sich Olise und Co. mögliche Abschlusspositionen entgehen, indem sie noch einen Schlenker oder noch eine Idee einbauen wollten. Auf diese Weise sind viele im Ansatz gute Chancen verpufft.

Im Rückspiel dürfte es Sinn ergeben, noch ein wenig geradliniger zu agieren und vielleicht auch mal den ein oder anderen Schuss aus der zweiten Reihe zu nehmen.

Auf diese Weise läuft man auch seltener Gefahr, am Ende wieder in einen Konter zu laufen.

3. Pressing anpassen oder dezimieren

Luis Diaz
Luis Diaz war Münchens Bester im Prinzenpark | Soccrates Images/GettyImages

Der FC Bayern hat in der laufenden Saison unzählige Spiele unter anderem wegen extrem starken Pressing-Momenten gewonnen. In Paris stieß das Münchner Pressing aber phasenweise an seine Grenzen. PSG hat die erste Linie so weit auseinandergezogen, dass die Bayern nicht richtig Zugriff bekamen.

In Hinblick auf das Rückspiel gilt es, das Gegenpressing entsprechend anzupassen oder aber einfach weniger auf dieses Stilmittel zurückzugreifen. PSG hat unglaublich ballsichere Spieler, die Pressing-Situationen oft relativ leicht überspielen können.

Gelingt es im Rückspiel nicht, einen wirklichen Druck über das Pressing zu erzeugen, sollte man es besser zurückschrauben und nur punktuell zum Einsatz bringen.

Oftmals wirken die Bayern schlichtweg zu gierig und wollen Bälle erobern, ohne darauf zu achten, was in ihrem Rücken passiert. PSG kann diese starke Mannorientierung wie kaum ein anderes Team bestrafen.

Bei den Toren zum 2:4 und 2:5 hat man gesehen, dass auch der sonst so stabile FC Bayern die Kontrolle verlieren kann. Im Rückspiel braucht es eine etwas kompakte Grundordnung und geduldigere Spieler.

Die Offensivspieler sind stark genug, dass es kein grenzenlos aggressives System benötigt. Letztlich gilt eben doch der Grundsatz, dass die Offensive Spiele, aber die Defensive Titel gewinnt.

4. Weniger unnötige Fehlpässe spielen

Aleksandar Pavlovic
Aleksandar Pavlovic und Co. müssen noch ballsicherer sein | S. Mellar/GettyImages

Sicherlich ist es nicht zu verhindern, gegen Paris Saint-Germain auch mal Fehlpässe einzustreuen. Insbesondere nach dem 1:0-Führungstreffer und in der Viertelstunde nach der Pause haben sich die Münchner schlichtweg zu viele davon geleistet. Fehlerhafte Zuspiele wie in Durchgang eins von Stanisic und Pavlovic haben Paris überhaupt erst ins Spiel gebracht.

In der zweiten Halbzeit waren von Bayern-Seite einige riskante Querpässe und gefährlich kurze Rückpässe mit dabei. Gerade bei einem Tor Rückstand müssen sich die Münchner im Rückspiel davor hüten, Paris selbst die Bälle vorzulegen. Insbesondere dann, wenn eigentlich kein übermäßiger Druck auf den ballführenden Spieler vorherrscht.

5. Leon Goretzka nicht auf der Zehner-Position einwechseln

Leon Goretzka, Joao Neves
Leon Goretzka bliebt nach seiner Einwechslung unsichtbar | Jean Catuffe/GettyImages

Wann immer Leon Goretzka als Joker auf der Zehn Akzente setzen soll, kann man sich sicher sein, dass genau das nicht passiert. Auch in Paris wirkte der 31-Jährige nach seiner Einwechslung absolut verloren und war sozusagen ein Nullfaktor. Goretzka war mehr oder weniger überhaupt nicht ins Spiel eingebunden, konnte mit seinen Offensivläufen keine Gefahr erzeugen und wirkte noch dazu ziemlich behäbig und auch nicht wirklich hungrig. Auch in Sachen Pressing kam von Goretzka überhaupt gar nichts. Vielmehr trabte er über das Feld.

Die Bayern können also nur hoffen, dass Lennart Karl für das Rückspiel wieder fit wird, damit man zumindest einen richtigen Joker für die offensive Dreierreihe hat. Goretzka in einer solchen Rolle zu bringen, wirkt wie eine völlige Verschwendung.


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