Man muss sich nichts vormachen: Auch für den 1. FC Köln geht es in dieser Saison wieder um den Klassenerhalt – und letztlich um jeden Punkt. Einen solchen hätte sich der Effzeh am Samstagabend gegen Borussia Dortmund verdient, wurde aber in einer brisanten Szene vom Video-Assistenten hängen gelassen, der den Hausherren einen Elfmeter verwehrte und dadurch erneut für großen Ärger und Unverständnis gesorgt hat. Köln verlor am Ende denkbar knapp mit 1:2 und steht brenzlig nah an den Abstiegsrängen. Auch Sport1-Experte Stefan Effenberg zeigte sich voller Unverständnis angesichts einer erneut diskutablen Entscheidung des Video Assistant Referee (VAR). Der Ex-Profi sprang dem Effzeh im Doppelpass am Sonntag nun zur Seite.
Effenberg: Köln hätte Elfmeter bekommen müssen
Beim Stand von 1:2 in der Nachspielzeit der Partie war der Ball an den Arm von Dortmunds Verteidiger Yan Couto geraten. Nicht nur aus Sicht des 1. FC Köln hätte diese Szene zu einem Strafstoß und somit zu einer letzten großen Chance auf einen Punktgewinn für die Domstädter führen müssen. Dies blieb jedoch aus, was viele nicht nachvollziehen konnten. Auch Stefan Effenberg sah darin eine klare Fehlentscheidung. Für ihn war es ein glasklarer Strafstoß für Köln. "Nach den Regeln auf jeden Fall. Der Arm ist ausgestreckt. Keine Absicht, aber darum geht es nicht bei der Schiedsrichterentscheidung oder so wie es im Regelwerk steht. Dementsprechend wäre das Elfmeter”, schlug sich Effenberg klar auf die Seite der Geißböcke.
"Bei so einer Situation das Kommando zum Schiedsrichter Siebert zu geben und zu sagen, es liegt kein Handspiel vor, dafür habe ich überhaupt kein Verständnis."Stefan Effenberg

Laut dem Sport1-Experten sei es zwar vollkommen "normal, menschlich und auch verständlich“, wenn einem Schiedsrichter auf dem Platz im hitzigen Spielgeschehen mal eine Szene durchgeht oder er eine falsche Entscheidung trifft. Effenberg konnte jedoch nicht nachvollziehen, dass der VAR-Schiedsrichter Siebert hierbei keinerlei Hilfe und somit direkt am Spielausgang beteiligt war. "Bei so einer Situation das Kommando zum Schiedsrichter Siebert zu geben und zu sagen, es liegt kein Handspiel vor, dafür habe ich überhaupt kein Verständnis", so Effenberg deutlich. Für den 57-jährigen Ex-Profi hätte es einen Strafstoß für Köln geben müssen, da es "definitiv mit ausgestreckten Armen diesen Kontakt gab”, so Effenberg weiter.
DFB gesteht Fehler ein
"[...] spricht aus unserer Sicht so deutlich mehr für eine Bewertung des Handspiels als strafbar, dass eine Intervention des VAR angebracht gewesen wäre."DFB Schiri GmbH
Mittlerweile hat auch der DFB in Form der DFB-Schiri GmbH eine Fehlentscheidung eingeräumt und Effenberg damit Recht gegeben. In einer offiziellen Mitteilung heißt es: "Zwar war Yan Coutos Orientierung zum Ball dadurch eingeschränkt, dass der unmittelbar vor ihm postierte Kölner Bülter hochsprang und den Ball knapp verpasste. Dennoch war der Ball für den Dortmunder aufgrund der großen Distanz erwartbar, zumal er seine Richtung nicht änderte.“ Außerdem heißt es weiter: "Zudem war Yan Coutos Arm vom Körper abgespreizt. Deshalb spricht aus unserer Sicht so deutlich mehr für eine Bewertung des Handspiels als strafbar, dass eine Intervention des VAR angebracht gewesen wäre.“
Davon können sich aber nun weder Experte Stefan Effenberg und vor allem natürlich auch der 1. FC Köln etwas kaufen. Die Geißböcke stehen mit leeren Händen da und hätten den Punkt gegen den BVB sicher gut gebrauchen können. Eine erneut bittere Entwicklung rund um eine Institution, die dem Spielbetrieb der Bundesliga in solchen Situationen eigentlich Fehlentscheidungen abnehmen sollte.
