Das Transferfenster ist in den internationalen Top-Ligen inzwischen geschlossen, weshalb die Zeit gekommen ist, um Bilanz zu ziehen. Wie nicht anders zu erwarten war, gab es auch in diesem Sommer wieder zahlreiche enorm teure Transfers, wenngleich kaum echte Weltstars den Klub gewechselt haben. Wir werfen einen Blick auf die zehn teuersten Sommer-Deals und sehen uns genauer an, welche Akteure ihr Geld wert sein dürften.
10. Bruno Guimarães – Newcastle United → Arsenal: 87,5 Mio. €
Bruno Guimarães war der teuerste Arsenal-Neuzugang im Sommer 2026. Der Brasilianer war jahrelang eine tragende Säule bei Newcastle und soll nun dem Arsenal-Mittelfeld mehr Kreativität, Pressing-Resistenz und Box-to-Box-Fertigkeiten einhauchen. Der Deal macht durchaus Sinn, zumal Declan Rice und Martin Zubimendi eher klassische Sechser sind und Mikel Merino und Martin Ödegaard in den letzten Jahren häufig mit Verletzungen zu tun hatten. Guimarães ist eine Art Alleskönner im Mittelfeld, den man gut zusammen mit einem Strategen wie Rice und einen Kreativspieler wie Ödegaard bringen kann. 87,5 Millionen Euro sind zwar eine Ansage, jedoch kosten starke zentrale Mittelfeldspieler - wie gerade der Transfersommer 2026 gezeigt hat - eben ihr Geld.
9. Savinho – Manchester City → Tottenham Hotspur: 87,7 Mio. €
Der Brasilianer hat eigentlich alle Fähigkeiten, die man als Flügelstürmer benötigt. Savinho ist äußerst explosiv und technisch beschlagen, weshalb er in Eins-gegen-Eins-Aktionen nur schwer zu greifen ist. Den ganz großen Durchbruch auf Top-Ebene hat er aber eigentlich noch nicht vollzogen. Sieben Tore und 16 Assists in 84 Pflichtspielen für Manchester City sind nicht übermäßig gut. Insbesondere in der letzten Spielzeit lief beim 22-Jährigen nicht so viel zusammen. Savinho ist jung genug, um noch die entscheidenden Schritte nach vorne zu machen, jedoch wirken 87,7 Millionen Euro etwas zu teuer, wenngleich die Spurs auf dem Flügel sicherlich von frischen Kräften profitieren dürften.
8. Ayyoub Bouaddi – Lille → Manchester City: 95 Mio. €
95 Millionen für einen 18 Jahre alten Spieler zu blechen, ist selbstredend ein großes Risiko. Bouaddi ist trotz seiner Jugend aber kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der zentrale Mittelfeldspieler hat bereits 96 Pflichtspiele für Lille absolviert und konnte bei der WM im Trikot von Marokko sein Können unter Beweis stellen. In Sachen Potenzial ist der Youngster pure Spitzenklasse, da er sowohl im technischen als auch im physischen Bereich alle wichtigen Qualitäten mitbringt. Die Premier League kann für junge Akteure aber auch ein Haifischbecken sein. Bouaddi muss beweisen, dass er in diesem schwimmen kann. Die Konkurrenzsituation ist groß, zumal auch Elliot Anderson und Enzo Fernandez für viel Geld kamen. Demnach kann es bei Bouaddi auch in beide Richtungen gehen.
7. Mateus Fernandes – West Ham United → Tottenham Hotspur: 99 Mio. €
So manch einer dürfte erstaunt von der enormen Summe sein, die Tottenham in Mateus Fernandes gesteckt hat. Immerhin ist dieser mit West Ham gerade erst aus der Premier League abgestiegen. Der 22-Jährige war zwar wohl der beste West-Ham-Profi in der abgelaufenen Saison, jedoch wirken die 99 Millionen Euro schon ein wenig überteuert. Bislang konnte sich der Portugiese noch keine großen Errungenschaften auf die Fahne schreiben. Bei den Spurs soll er mit seiner Dynamik, seiner Übersicht und seinen Spielmacherqualitäten helfen. Nach der miesen Saison war Tottenham gezwungen, einen Umbruch zu vollziehen, der Fernandes-Deal hat aber angesichts der enormen Summe auch Flop-Potenzial.
6. Sandro Tonali – Newcastle United → Tottenham Hotspur: 108 Mio. €
Sandro Tonali hat eine Karriere, die eher einer Achterbahnfahrt gleicht. Der Italiener hat bereits exzellente Saisons gespielt, jedoch auch enorme Rückschläge erleiden müssen. Unter anderem wurde seine Laufbahn durch einen Wettskandal unterbrochen. In Topform ist der Ex-Milan-Star eine Art Alleskönner im Mittelfeld, der das Spiel an sich ziehen kann und einen enormen Aktionsradius mit fußballerisch starken Qualitäten vereint. Bekommt Tottenham den Tonali, der Newcastle in der vorletzten Saison in die Champions League geführt hat, sind die 108 Millionen Euro vertretbar. Die Fallhöhe ist auf der anderen Seite aber enorm, weil Tonali eben auch schon schlechtere Jahre hinter sich hat. Dieses Risiko ist man aber offenbar bereit zu gehen, nachdem das zentrale Mittelfeld bei den Spurs im Vorjahr eine Schwachstelle war.
5. Yan Diomande – RB Leipzig → Real Madrid: 125 Mio. €
Real Madrid ist der einzige Klub, der eine rein englische Top 10 verhindert hat, was die aufnehmenden Klubs betrifft. Die Summe für Diomande ist schon enorm, wenn man bedenkt, dass der Ivorer vor einem Jahr fast noch ein No-Name war. Bei RB Leipzig hat er jedoch gezeigt, dass er über eine enorme Dynamik, Durchsetzungsstärke und Torgefahr verfügt. Damit passt er gut ins Spiel der Madrilenen, die aufgrund der Verletzungspause von Rodrygo noch ein Pendant zu Vinicius Junior gesucht haben. Diomande füllt diese Lücke und bringt mit seinen 19 Jahren noch einiges an Potenzial nach oben mit. Die enorme Summe ist folgerichtig keine Überraschung, birgt allerdings auch große Risiken. Der Ivorer bringt alles mit, um bei Real eine großartige Karriere hinzulegen, jedoch kann man sich bei einem Spieler, der erst seit so kurzer Zeit auf Top-Niveau agiert, nie ganz sicher sein.
4. Bradley Barcola – Paris Saint-Germain → Liverpool: 125 Mio. €
Die Ablöse für Bradley Barcola wirkt auch irrsinnig, wenn man bedenkt, dass dieser bei PSG kein Stammspieler war. Dies ist aber auch der enormen Konkurrenz geschuldet gewesen. Sowohl in Paris als auch als Spieler der französischen Nationalmannschaft hat der 24-Jährige bewiesen, dass er ein sehr torgefährlicher und kompletter Flügelspieler ist. Barcola könnte sogar noch besser werden, wenn er endlich einen sicheren Stammplatz und das volle Vertrauen erhält. Liverpool hat nach dem Salah-Abgang unbedingt einen Winger benötigt. Barcola dürfte die beste Option gewesen sein, die auf dem Markt verfügbar war. So hoch die Ablöse auch erscheinen mag, war die Verpflichtung aus Sicht der Reds fast alternativlos. Dem Verein schmerzt es ja auch nicht unbedingt, einige Millionen über Marktwert gezahlt zu haben.
3. Elliot Anderson – Nottingham Forest → Manchester City: 135 Mio. €
Um Elliot Anderson haben sich praktisch alle englische Top-Klubs gekloppt. Manchester City hat den Zuschlag bekommen und damit auch der Konkurrenz eine ausgewischt. Der 23-Jährige ist ein starker Antreiber, der viele intensive Läufe macht und damit sowohl das Spiel nach vorne ankurbelt als auch die Löcher in der Defensive stopft. Hinzu kommt, dass er eine hohe Spielintelligenz besitzt und auch in Pressing-Situationen stets die Ruhe behält. Zwar gab es in der Vergangenheit bei Manchester City sicher noch feinere Fußballer, jedoch bringt Anderson im Herzstück des Teams das Komplett-Paket mit. Stellt sich nun nur noch die Frage, ob der Engländer auch in einem absoluten Top-Team zu überzeugen weiß und in der Champions League zum Leistungsträger wird. 135 Millionen Euro sind preislich eine Ansage, jedoch ist die Gefahr, dass Anderson komplett floppen könnte, eher gering. Auch hier gilt: Die Summe mag übertrieben sein, jedoch kostet Qualität inzwischen eben ihren Preis.
2. Morgan Rogers – Aston Villa → Chelsea: 138 Mio. €
Es wäre ja gelacht, wenn nicht auch der FC Chelsea nicht zumindest einmal in der Top 10 vertreten wäre. Bei Morgan Rogers haben die Londoner keine Kosten und Mühen gescheut. Der Engländer konnte sich bei Aston Villa mit seinen starken Fähigkeiten im Dribbling einen Namen machen. Zudem ist er physisch stark und torgefährlich, wodurch er eigentlich auf allen offensiven Positionen spielen kann. In der letzten Premier-League-Spielzeit erzielte Rogers 10 Tore und gab sieben Vorlagen. Zwar sind das gute Werte, jedoch für einen 138-Millionen-Offensivspieler auch nicht überragend. Man wird abwarten müssen, wie gut er unter anderem mit Cole Palmer harmoniert, der ja ähnliche Räume auf dem Spielfeld besetzt. Rogers wäre nicht der erste Millionen-Transfer, der bei Chelsea so seine Probleme bekommt.
1. Enzo Fernández – Chelsea → Manchester City: 145 Mio. €
Kurz vor Ende des Transferfensters hat Manchester City mit der Verpflichtung von Enzo Fernández noch eine fette Ansage gemacht. Der Argentinier gehört zu den Spielern, die niemand im gegnerischen Team haben möchte. Fernández ist ein unangenehmer Gegenspieler und bringt einen unbedingten Siegeswillen mit. Seine Härte auf dem Platz kann allerdings auch zum Problem werden, wie das WM-Finale gezeigt hat. Dennoch ist Fernández einer der wenigen Spieler, die knallhart zulangen können, gleichzeitig aber auch fußballerisch hervorragend sind. Der Argentinier verfügt sowohl über ein gutes Passspiel und Kreativität als auch über Torgefahr. Zwar konnte Manchester City bereits mit Anderson und Bouaddi verstärken, gerade in den absoluten Top-Matches könnte Fernández ein noch wichtigerer Faktor werden. Daher sind auch die 145 Millionen Euro vertretbar.
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