Es ist vollbracht: Der FC Arsenal beendete am gestrigen Dienstagabend seine lange Durststrecke und wurde endlich wieder englischer Meister – ganz entspannt auf der Couch. Die Gunners profitierten dabei davon, dass Verfolger Manchester City gegen den AFC Bournemouth nicht über ein 1:1-Unentschieden hinauskam. Damit ist Arsenal nicht mehr einzuholen und hat einen Spieltag vor Saisonende vier Punkte Vorsprung auf die Cityzens.
Die letzte Meistersaison der Gunners 2003/04
Das letzte Mal, dass sich Arsenal die englische Meisterschaft sicherte, liegt schon ziemlich lange zurück. Dem Londoner Spitzenklub gelang dieses Kunststück zuletzt in der Spielzeit 2003/2004. Kein Wunder also, dass so mancher Fußballfan bei dem Gedanken an die letzte Meisterfeier der Gunners leichte Museumsvibes bekommt – und das zu Recht!
Die Welt sah beim letzten Titelgewinn der Gunners vor 22 (!) Jahren noch ganz anders aus. Wir erinnern an einige nostalgische Fakten aus der Vergangenheit.
Als Arsenal zuletzt die englische Meisterschaft gewann, hießen die Stars noch ganz anders. Im Tor der Gunners stand damals beispielsweise Jens Lehmann. Vor dem deutschen Keeper kickten zudem weitere Arsenal-Legenden und Fußballstars wie Martin Keown, Sol Campbell, Kolo Touré, Ashley Cole, Giovanni van Bronckhorst, Mittelfelstar Patrick Vieira, Gilberto Silva, Ray Parlour, ein damals 17-jähriger Cesc Fàbregas, der Schwede Freddie Ljungberg, Robert Pires, José Antonio Reyes, die neiderländische Fußballlegende Dennis Bergkamp, Nwankwo Kanu und natürlich Superstar Thierry Henry der mit 30 Treffern Torschützenkönig wurde.

Besonders beeindruckend ist, dass Arsenal unter Trainer Arsene Wenger damals eine ungeschlagene Spielzeit hingelegt hat und als "The Invincibles” in die englische Fußballgeschichte eingegangen ist. Die Bilanz: 26 Siege, zwölf Unentschieden, keine Niederlage, 90 Punkte und letztlich elf Zähler Vorsprung auf den FC Chelsea.
Die Bundesliga als Arsenal das letzte Mal Meister wurde
Blickt man auf das Saisonende 2003/04 in der deutschen Bundesliga zurück, wird es ganz wild.
Damals holte sich Werder Bremen seinen vierten und bis dato letzten deutschen Meistertitel – mit neun Punkten Vorsprung auf den FC Bayern München, der damals noch von Ottmar Hitzfeld trainiert wurde und nach Saisonende von Felix Magath abgelöst wurde. Werder gewann damals auch den DFB-Pokal und feierte das Double. Torschützenkönig wurde Ailton vor Roy Makaay. Die Gründung von RB Leipzig kam erst fünf Jahre später.
Der VfL Bochum wurde damals Fünfter, ließ Borussia Dortmund mit deren Coach Matthias Sammer hinter sich und zog mit Trainer Peter Neururer in den UEFA-Pokal ein.
Die Absteiger in die 2. Bundesliga hießen damals TSV 1860 München, Eintracht Frankfurt und 1. FC Köln. Für die Löwen aus München war es bis heute die letzte Bundesligasaison der Vereinsgeschichte, bei der Eintracht hieß der Keeper Oka Nikolov und beim Effzeh übernahm nach der Abstiegssaison Huub Stevens das Traineramt.

In dieser Spielzeit stiegen der 1. FC Nürnberg, Arminia Bielefeld und der FSV Mainz 05 mit einem gewissen Jürgen Klopp als Trainer aus der 2. Bundesliga ins deutsche Oberhaus auf. Damals musste Union Berlin als Vorletzter sogar den bitteren Gang in die Drittklassigkeit gehen. Mit dabei bei den Eisernen damals: Ein 32-jähriger Stürmer Steffen Baumgart.
Der internationale Fußball bei der letzten Arsenal-Meisterschaft
Trainerlegende Sir Alex Ferguson war inmitten seiner Amtszeit als Manager von Manchester United, die insgesamt von 1986 bis 2013 andauerte, der Brasilianer Ronaldo wurde im Trikot von Real Madrid Torschützenkönig der La Liga, die AC Mailand wurde mit Carlo Ancelotti als Cheftrainer italienischer Meister, Pep Guardiola spielte als aktiver Profi in der Wüste bei Al-Ahli SC und Didier Drogba wurde als Profi von Olympique Marseille Dritter in der Torjägerliste der Ligue 1 ehe er zum FC Chelsea wechselte.

Auch der überraschende Sensationssieg der griechischen Nationalmannschaft mit Trainer Otto Rehagel bei der Europameisterschaft in Portugal ist unvergessen. Rehagel sicherte sich damit im beliebten Urlaubsland auf ewig seinen Legendenstatus.

Nur wenige Monate nach dem Meistertitel der Gunners im Sommer 2004 betrat Lionel Messi erstmals die ganz große Fußballbühne und debütierte im Oktober während des Stadtderbys gegen Espanyol für den FC Barcelona. Der Rest ist Geschichte.
Auch Abseits des Fußballs war die Welt eine andere
Doch auch fernab des Fußballs ereignete sich im Jahr 2004 so einiges. Die Olympischen Sommerspiele kehrten zu ihrem Ursprungsort Athen zurück, die argentinische Basketball-Auswahl besiegte im Endspiel die USA und sicherte sich sensationell Gold. Mit dabei bei den US-Boys damals unter anderem Allen Iverson und Tim Duncan.
Rennfahrerlegende Michael Schumacher wurde zum insgesamt siebten Mal und fünften Mal in Folge Formel-1-Weltmeister und die britische Box-Legende Lennox Lewis trat zurück.

Noch nicht genug Nostalgie? Kein Problem! Im Jahr 2004 erfand ein damals 19-jähriger Mark Zuckerberg an der Harvard University die Plattform Facebook gegründet und eroberte fortan die Herzen von Millionen von Menschen.
Außerdem kam die Spielekonsole Nintendo DS auf den Markt und der letzte Teil der "Herr der Ringe”-Trilogie räumte elf Auszeichnungen bei der Oscarverleihung ab.

Zudem ereignete sich die EU-Osterweiterung und zehn Staaten traten der Europäischen Union bei. Dazu gehörten Polen, Tschechien und Ungarn und der deutsche Bundeskanzler hieß Gerhard Schröder.
Wer das alles selbst miterlebt hat, dürfte sich nach diesem Text vermutlich etwas älter fühlen und in vielen guten Erinnerungen nostalgieren.
Arsenal-Party hatte lange Anlaufzeit
Wie man sieht, mussten die Fans des FC Arsenal auf den letzten Meistertitel eine ganze Weile warten. Umso größer sind jetzt die Feierlichkeiten, die mit einem Triumph im Champions-League-Finale gegen Paris Saint-Germain am 30. Mai noch eine Steigerung erfahren könnten.
Was macht eigentlich?
