Am Samstagabend empfängt der 1. FC Nürnberg die Freunde aus Gelsenkirchen zum Topspiel des vorletzten Zweitliga-Spieltags. Für beide Teams ist das Duell sportlich kaum noch relevant. Schalke steht bereits als Aufsteiger und Zweitliga-Meister fest. Für den FCN geht weder nach oben noch nach unten viel. Lediglich ein Platz in der oberen Tabellenhälfte dürfte dem Klose-Team noch etwas Motivation bieten.
Klose hofft derweil, dass nach zwei großen Umbrüchen zumindest das Gerüst der aktuellen Mannschaft auch für die kommende Saison zur Verfügung steht. "Wir müssen jetzt erst mal einfach abwarten. Es sind noch zwei Spiele, dann geht das Karussell erst mal los. Wir rechnen momentan, dass es nicht so ein Umbruch ist wie in den letzten zwei Jahren. Ich gehe davon aus, dass wir auf einem gewissen Fundament aufbauen können", erklärte der 47-Jährige. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, ist fraglich.
FCN droht erneut ein großer Aderlass
Mittelfeldspieler Tom Baack zieht es nach nur einem Jahr am Valznerweiher zum SC Paderborn. Linksverteidiger Berkay Yilmaz kehrt nach zwei Leih-Jahren zu Stammklub SC Freiburg zurück. Gerüchte um weitere namhafte Abgänge gibt es auch noch.
Allen voran Kapitän und Abwehrchef Fabio Gruber würde eine schmerzliche Lücke hinterlassen. Der 23-Jährige weckt großes Interesse aus der Bundesliga. Mainz, Augsburg und Gladbach sollen ihn auf dem Zettel haben. Intern geht man beim Club wohl davon aus, dass Gruber kaum zu halten sein wird.
Ein Kandidat fürs Oberhaus ist auch Rafael Lubach, der unter anderem mit dem SC Freiburg und dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht wird. Nürnbergs bester Torschütze Mohamed Ali Zoma hat sich derweil sogar in den internationalen Fokus gespielt. Dazu ist offen, wie es mit den Leih-Spielern Javier Fernandez, Henri Koudossou und Rabby Nzingoula weitergeht.
Abwehrzentrum könnte komplett wegbrechen
Auf der anderen Seite haben die Franken mit Fynn Otto bereits einen Neuzugang präsentiert. Der 24-jährige Innenverteidiger kommt wie einst Gruber und Baack ablösefrei vom SC Verl aus der 3. Liga. Otto könnte damit der direkte Nachfolger für Gruber werden.
Allerdings könnte es für die Abwehr weitere Verstärkung brauchen. Denn auch um Luka Lochoshvili ranken sich Wechselgerüchte. Der 27-jährige Georgier hat in der laufenden Saison bewiesen, dass er einer der besten Innenverteidiger im Unterhaus ist. Der 30-fache Nationalspieler scheint für Liga zwei fast zu gut zu sein, als dass er mit dem FCN in eine weitere Saison geht. Zumal er als Linksfuß umso begehrter sein dürfte.
Der kicker berichtet nun, dass vor allem Klubs aus England Interesse an Lochoshvili zeigen. Der ließ zuletzt seine Zukunft offen. Im vergangenen Sommer kam der Verteidiger für eine Million Euro aus Italien von Cremonese nach Nürnberg, wo er noch bis 2029 unter Vertrag steht. Ob im Arbeitspapier eine Ausstiegsklausel enthalten ist, bleibt unklar.
Sollte das nicht der Fall sein, würden dem FCN immerhin gute Einnahmen winken. Lochoshvilis Marktwert wird auf 2,5 Millionen Euro geschätzt. Im Zusammenspiel zwischen Vertragslänge und der Tatsache, dass Klubs von der Insel gerne über Marktwert zahlen, könnte ein Vielfaches der selbst gezahlten Ablöse herausspringen. Für Lochoshvili selbst winkt ein deutlich höheres Gehalt, selbst wenn er auf der Insel zweitklassig bleiben sollte.
Welche Klubs konkret Interesse an Lochoshvili zeigen, geht derweil aus dem kicker-Bericht nicht hervor.
