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Diomande-Lichtblick von Rassismus-Eklat überschattet: So läuft es für den Neu-Madrilenen

Für Yan Diomande ist das Abenteuer Real Madrid bis jetzt noch nicht von Erfolg gekrönt. Es gibt jedoch positive Ansätze.
VonDominik Hager
Yan Diomande hat in Madrid noch Anlaufschwierigkeiten
Yan Diomande hat in Madrid noch Anlaufschwierigkeiten | Francisco Macia/GettyImages

Yan Diomande war die Entdeckung der letzten Bundesliga-Saison und hat derart brilliert, dass Real Madrid 140 Millionen Euro investiert hat, um sich die Dienste des jungen Ivorers zu sichern. Diomande wurde verpflichtet, um gemeinsam mit Vincius Junior und Kylian Mbappé ein praktisch unaufhaltsames High-Speed-Trio in der Offensive der Königlichen zu bilden.

Der Einstand für Diomande verlief jedoch äußerst durchwachsen. In seinen ersten sieben Pflichtspielen gelangen dem Ex-Leipziger weder ein Tor noch eine Vorlage. Die spanische Zeitung Marca ging mit Diomande daraufhin hart in Kritik. "Man weiß immer noch nicht, ob er ein Star ist oder nicht. Und wenn man 140 Millionen Euro gekostet hat, ist das ein Problem, auch wenn der Preis nicht seine Schuld ist. Aber ja, dieser Preis wird ihn noch lange verfolgen", schrieb das Blatt.

Real Madrid: Diomande gelingt erster Scorer

Immerhin: Diomande scheint so langsam besser in Fahrt zu kommen. Beim 3:2-Sieg in Elche konnte Diomande endlich seinen ersten La-Liga-Scorer sammeln und überzeugte auch darüber hinaus. Der pfeilschnelle Flügelspieler gewann sieben seiner neun Dribblings und war an insgesamt fünf Torschüssen beteiligt. Nicht ausgeschlossen also, dass die Marca mit ihrer Prognose doch daneben liegen könnte.

Eitel Sonnenschein herrscht bei Diomande nach seinem ersten Scorer aber noch lange nicht. Der starke Auftritt ist aufgrund eines Rassismus-Eklats in den Hintergrund geraten. Zuschauer sollen laut spanischen Medien Diomande mit Gesten und Worten beleidigt haben. "Du bist aus Mali, du Hurensohn", sollen Anhänger Diomande unter anderem zugerufen haben. Besonders grotesk: Diomande spielt für die Elfenbeinküste, nicht für Mali.

Rassismus ist ein Phänomen, welches in der spanischen Liga leider häufiger an der Tagesordnung steht als beispielsweise in der Bundesliga. Es ist zu hoffen, dass Diomande solch leidvolle Erfahrungen nicht regelmäßig durchleben muss. Man darf nicht vergessen, dass der Offensiv-Youngster gerade mal 19 Jahre alt ist.

Ist es für einen solch jungen Spieler ohnehin schon schwer, sich bei einem Weltklub wie Real zu behaupten, machen es überzogene Kritik-Äußerungen von den Medien und rassistische Vorfälle natürlich nicht besser. Unter dem Strich kann man davon überzeugt sein, dass sich Diomande seinen Start bei den Blancos ganz anders vorgestellt hat.

Mourinho sieht bei Diomande noch Defizite

Wichtig ist, dass Diomande auch in weniger guten Phasen zumindest intern die nötige Unterstützung für sportliche und private Belangen erfährt. Positiv ist aus seiner Sicht sicherlich, dass er nach fünf Joker-Einsätzen zu Beginn zuletzt zweimal von Beginn an ran durfte.

"Wäre er bei einer anderen Mannschaft mit weniger hochtalentierten Spielern, würde er wahrscheinlich in jedem Spiel über 90 Minuten auf dem Platz stehen", gab Coach José Mourinho zu verstehen. Der Portugiese erklärte aber auch, dass Diomande noch nicht auf Top-Level sei und wenig Erfahrung im europäischen Spitzenfußball habe. Zudem müsse er aus taktischer Sicht noch viel lernen.

Selbstredend bedeutet eine Ablöse von 140 Millionen Euro nicht, dass es für Diomande leicht wird. Der Ivorer muss sich auf der rechten Seite unter anderem gegen Arda Güler und Brahim Díaz behaupten. Früher oder später dürfte auch Rodrygo wieder eine Rolle spielen.


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