Nach dem Downs-Korb: Diese Stürmer sollte Werder Bremen jetzt ins Visier nehmen

Wer soll die Torgefahr von Werder Bremen in den kommenden sechs Monaten erhöhen?
Werder Bremen
Werder Bremen / picture alliance/GettyImages
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Bei Werder Bremen ist man auf der Suche nach Verstärkung für die Offensive, denn mit bislang 18 Saisontoren aus den ersten 15 Spielen ist die Bilanz ausbaufähig. Der große Flop-Transfer von Victor Boniface und der weiterhin ausbleibende Durchbruch von Keke Topp tragen dazu bei.

Dass die Bremer gerade hier im Offensivbereich nachlegen wollen, deutete sich zuletzt schon durch einen Transfervorstoß beim Ex-Kölner Damion Downs an. Doch der gebürtige Unterfranke und US-Nationalspieler schloss sich stattdessen dem Hamburger SV an. Was also nun, um die Sturmböen an der Weser torgefährlicher zu machen?

Werder drückt der Offensivschuh

Werder hat eigentlich keine Zeit für große Experimente mit ligaunerfahrenen Spielern und sollte daher den Fokus auf bundesligaerfahrene Angreifer werfen, die vermeintlich wenig Anlaufzeit benötigen, um zu verstehen, worum es in der Bundesliga und für Werder geht.

Dabei könnte der Transferfokus der Bremer zweigleisig aufgezogen werden: Neben einem klaren Neuner und Strafraumstürmer könnten auch Spieler verpflichtet werden, die um diese Rolle herum spielen können. Das könnte dann möglicherweise auch zu einem Formanstieg bei Keke Topp sorgen. Aufgrund der seltenen Favoritenrolle, die die Bremer im Ligaalltag einnehmen, bietet sich zudem der Transfer eines Spielers an, der auch im Umschaltspiel große Qualitäten mitbringt.

Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist der Bremer Geldbeutel, der nur bedingt strapazierfähig ist. Mit einem zunächst anvisierten Leihgeschäft plus Kaufoption könnte er in den Vordergrund rücken.

In Anbetracht aller aufgeführten Kriterien scheint es logischerweise clever, sich vor allem nach Stürmern umzusehen, die ihre Qualität bereits nachgewiesen haben, günstig zu verpflichten sind und zudem noch dem taktischen Profil entsprechen. Dadurch wäre statt eines dicken Fisches womöglich auch ein Doppeltransfer vorstellbar, der die Bremer Tormaschine in Gang setzt.

Wir blicken auf eine Handvoll interessanter Kandidaten und interessanterweise finden sich gleich drei von ihnen bei ein und demselben Klub.

5 spannende Transferkandidaten für den Werder-Sturm:

1. Timo Werner / RB Leipzig

Timo Werner
Timo Werner / picture alliance/GettyImages

Ein Transfer von Timo Werner zu Werder wäre durchaus gewagt, aber dennoch überlegenswert. Der ehemalige deutsche Nationalspieler hat seine Torgefahr in der Bundesliga bereits unter Beweis gestellt und kann auf 102 Bundesligatore zurückblicken.

Der 29-Jährige kann sowohl als Sturmspitze als auch drum herum fungieren, bringt Dynamik und Tempo mit und hat möglicherweise noch immer den Willen, sich noch einmal neu zu beweisen. Darüber hinaus kann Werner gleich eine Führungsrolle einnehmen und die neue Bremer Speerspitze werden. Mit Vertragsende im Sommer dürfte eine Verpflichtung von RB Leipzig zudem nicht sonderlich schwer werden, denn die Sachsen wären froh, sich das Gehalt Werners einzusparen.

Allerdings könnte gerade das zum großen Haken für Werder werden. Ist man bereit, beim Gehalt viel Geld für ein gewagtes Experiment in die Hand zu nehmen? Meiner Meinung nach wäre es dennoch weitaus sinniger als dies bei Boniface war. Allerdings wird Werner bereits seit geraumer Zeit mit einem Abschied in die US-amerikanische MLS in Verbindung gebracht.

2. Igor Matanovic /SC Freiburg

Igor Matanovic
Igor Matanovic / Eurasia Sport Images/GettyImages

Eine klare Nummer Neun für das Bremer Zentrum könnte Igor Matanović sein, der beim SC Freiburg nur die Rolle des Jokers innehat, in der Vergangenheit aber bereits sein Potenzial unter Beweis gestellt hat.

In nur knapp 250 Einsatzminuten in der laufenden Bundesligasaison konnte der 1,94 m große Sturmtank immerhin schon zwei Treffer für die Breisgauer beisteuern. Seine große Torgefahr hat er vor allem im Trikot des Karlsruher SC unter Beweis gestellt, wo er in der Saison 2023/24 21 Torbeteiligungen in 32 Saisonspielen hatte.

Matanović könnte für Werder ein interessantes Transferziel darstellen und ein Leihgeschäft mit dem SC Freiburg ist möglicherweise eine Option. Bei den Breisgauern ist wohl damit zu rechnen, dass der Konkurrenzkampf in der Offensive mit einem bald an Fahrt aufnehmenden Cyriaque Irie zunimmt.

Womöglich eine Chance für einen Bremer Vorstoß bei der Konkurrenz aus dem Süden des Landes?

3. Junior Adamu / SC Freiburg

Junior Adamu
Junior Adamu / picture alliance/GettyImages

Ebenfalls nicht über die Rolle des Jokers hinauskommt Junior Adamu beim SC Freiburg; der Österreicher hofft noch, auf den WM-Zug Österreichs aufzuspringen. Aufgrund der starken Konkurrenz im Sturm der Alpen-Nation muss Adamu aber auch stetig auf Vereinsebene überzeugen, um eine Teilnahme an der Endrunde im Sommer realistisch werden zu lassen.

Das gelingt ihm seit seiner Ankunft im Breisgau eher selten, wenngleich die Ansätze regelmäßig aufblitzen, was ihn letztlich zu einem attraktiven Kandidaten für Werder Bremen machen könnte.

Adamu kann sowohl im Sturmzentrum agieren als auch über die Flügel kommen. Er ist schnell und dynamisch, was ihn für das Umschaltspiel ebenso spannend erscheinen lässt wie als klarer Neuner.

Adamu konnte seine Torgefahr vor allem in Salzburg unter Beweis stellen, wo er als Top-Talent einst in 84 Pflichtspielen für die Profis 34 direkte Torbeteiligungen beisteuern konnte. Werders Nöte könnten für den 24-Jährigen einen attraktiven Weg zum Lösen des WM-Tickets darstellen und womöglich auch bei ihm ein Leihgeschäft in den Vordergrund rücken.

4. Adam Hlozek / TSG Hoffenheim

Adam Hlozek
Adam Hlozek / picture alliance/GettyImages

Ein weiteres vielversprechendes Sturmtalent ist Adam Hlozek, doch auch der tschechische Nationalstürmer durchlebt nach vereinzelten Höhenflügen immer wieder auch große Tiefs.

So muss sich der 23-Jährige nach einem Kahnbeinbruch und monatelangem Ausfall erst wieder zurück kämpfen. Bei der TSG Hoffenheim kam er im bisherigen Saisonverlauf deshalb erst zu 22 Einsatzminuten.

Anders als in der Vorsaison wirken die Kraichgauer mittlerweile gefestigt und im Sturm gut aufgestellt, was zum Problem für Hlozek werden und eine eventuelle Leihe des Angreifers eventuell möglich machen könnte. An der Weser wären die Qualitäten eines Torjägers wie Hlozek vermutlich derzeit dringender benötigt.

Mit einer halbjährigen Leihe könnte auch Hoffenheim mit Blick auf die neue Saison womöglich davon profitieren. Bei der TSG steht vor allem Fisnik Asllani dem jungen Tschechen vor der Nase und stellt eine erhebliche Konkurrenz dar - aber auch dahinter gibt es gut performende Spieler, die sich gegenüber Hlozek bereits in den Vordergrund spielen konnten.

Warum also keinen Vorstoß wagen, auch wenn die Aussicht auf Erfolg bei dem viertwertvollsten TSG-Star auf den ersten Blick mau aussieht?

5. Eren Dinkci / SC Freiburg

Eren Dinkci
Eren Dinkci / Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages

Ein Vorstoß bei Eren Dinkci wäre durchaus spannend und womöglich mit leichter Fußballromantik gewürzt, doch ob eine Rückholaktion des verlorenen Sohnes an die Weser erfolgsversprechend wäre, scheint fraglich.

Fakt ist jedoch, dass der flexible und pfeilschnelle Offensivspieler nach seinem Höhenflug in Heidenheim mittlerweile hart auf dem Boden der Tatsachen aufgeschlagen ist und seit seinem Wechsel zum SC Freiburg massiv an Wert verloren hat. Mittlerweile hat sich Dinkcis Marktwert in Freiburg auf sechs Millionen Euro halbiert und er scheint im Breisgau keine große Rolle zu spielen. Nur rund 380 Einsatzminuten im bisherigen Saisonverlauf sprechen eine deutliche Sprache – auch wenn Dinkci teils von Verletzungsrückschlägen geplagt war.

Der 23-Jährige kennt Werder und Werder kennt ihn. Mit Horst Steffen steht zudem ein Trainer an der Weser, der dem vielversprechenden Offensivspieler eine neue Perspektive geben könnte, um sich zumindest mal im kommenden Halbjahr wieder in Schuss zu bringen.

Dinkci könnte in der Bremer Offensive sämtliche Lücken schließen und eine Art Schweizer Taschenmesser für sämtliche Problemzonen darstellen. Auch aus Sicht des gebürtigen Bremers wäre eine zumindest zeitweise Rückkehr in die Heimat womöglich eine nicht ganz unkluge Option. Eine Leihe mit eventueller Kaufoption im Sommer - warum eigentlich nicht?


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