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Diese 5 Bundesliga-Trainer sitzen auf dem heißen Stuhl

Es gibt nur wenige unsicherere Stellen als den Trainerjob in der Bundesliga. Nach dem Aus von Eugen Polanski müssen weitere Coaches um ihren Verbleib fürchten.
VonDominik Hager
Fällt das zweite Intermezzo von Adi Hütter in Frankfurt nur kurz aus?
Fällt das zweite Intermezzo von Adi Hütter in Frankfurt nur kurz aus? | picture alliance/GettyImages

Die Bundesliga-Saison 2026/27 ist noch jung, jedoch musste mit Eugen Polanski bereits ein Trainer gehen. Man darf sich sicher sein, dass in der laufenden Saison noch weitere Entlassungen folgen werden und wohl auch vor Weihnachten noch der ein oder andere Coach fliegen wird.

Wir werfen in unserem Ranking einen Blick auf vier Bundesliga-Trainer, die schon ein wenig wackeln und kurz- oder mittelfristig beurlaubt werden könnten.

5. Martin Demichelis (RB Leipzig)

Wie lange tanzt der Demichelis-Tango an der RB-Seitenlinie?
Wie lange tanzt der Demichelis-Tango an der RB-Seitenlinie? | Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages

Bis zu drei Millionen Euro Ablöse soll RB Leipzig im Sommer gezahlt haben, um den ehemaligen Bayern-Verteidiger aus seinem Vertrag bei RCD Mallorca herauszukaufen. Dort war der 45-jährige Argentinier zwar aus La Liga abgestiegen, sollte aber die Chance erhalten, den Insel-Klub wieder ins spanische Oberhaus zu führen.

Doch stattdessen nutzte Demichelis die Chance für einen Karrieresprung, nachdem sich die Roten Bullen trotz geglückter Champions-League-Quali von Ole Werner trennten.

Der Saisonstart unter dem neuen Trainer verlief aber holprig. Nach klaren Siegen im Pokal und zum Bundesliga-Start gegen Gladbach folgten drei Pleiten in den nächsten vier Spielen. Mit zwei Siegen in der Bundesliga und Champions League hat sich Demichelis zwar nun wieder mehr Luft verschafft, in den kommenden Wochen müssen die Ergebnisse aber weiter sitzen (Achtung: Klatschen-Gefahr in München!).

Klopp-Nachfolger Roger Schmidt als Fußball-Chef von RB hatte Demichelis zum Amtsantritt zwar demonstrativ den Rücken gestärkt. Klar ist aber auch: Als Leipzig-Trainer muss man hohe Ziele erreichen.

Auf die Füße fallen könnte Demichelis früher oder später die chronische Auswärtsschwäche. Während man im eigenen Stadion alle Pflichtspiele gewinnen konnte, gab es auf fremden Plätzen in der Bundesliga und Königsklasse noch nichts Zählbares.

4. Alexander Blessin (Gladbach)

Alexander Blessin
Rene Nijhuis/MB Media/GettyImages

Alexander Blessin soll Gladbach aus dem Keller führen, der Start fiel mit der Derby-Niederlage in Köln allerdings schon mal bescheiden aus. Natürlich reicht das noch lange nicht, um Blessin anzuzählen, jedoch ist insbesondere das erste Spiel für einen neuen Trainer enorm wichtig.

Reicht es dann auch in den Spielen zwei und drei nicht zum Sieg, ist jeglicher möglicher Positiv-Effekt des Trainerwechsels erstmal verpufft. Die Gladbacher werden Blessin noch ein wenig Zeit geben, jedoch ist die Situation für alle Beteiligten enorm schwierig.

Gladbach ist noch ohne Punkt und muss so schnell wie möglich die Wende schaffen. Gelingt Blessin das in den nächsten fünf, sechs Spielen nicht, kann es auch für ihn eng werden. Insbesondere dann, wenn keine Entwicklung zu sehen ist.

Die personellen Probleme am Niederrhein erschweren Blessins Mission zusätzlich. Eigentlich war der Polanski-Nachfolger angetreten, um die Fohlen zunächst aus dem Keller zu führen und mittel- bis langfristig wieder eine Entwicklung nach oben anzustoßen. Ist schnell abzusehen, dass Ersteres nicht gelingt, könnte Blessins längerfristig angelegte Amtszeit (Vertrag bis 2028) im Intermezzo enden.

3. Christian Ilzer (TSG Hoffenheim)

Hoffenheim's press conference ahead of Besiktas match
Anadolu/GettyImages

Nach der ganz starken Vorsaison und Platz fünf in der Abschlusstabelle hat Christian Ilzer selbstredend einen Kredit. Wer das Trainergeschäft verfolgt, weiß aber, dass ein solcher Kredit meist schneller aufgebraucht ist, als man denkt.

Die TSG 1899 Hoffenheim hat einen brutalen Fehlstart in die neue Saison hingelegt. Das Team verlor in der Europa League die beiden ersten Partien der Ligaphase und befindet sich in der Bundesliga nach nur einem Sieg und vier Niederlagen auf dem 17. Tabellenplatz.

Nach dem überraschenden Sieg gegen Stuttgart (2:1) folgten vier Pflichtspiel-Niederlagen am Stück. Zwar hatten die Hoffenheimer im Saisonverlauf schon häufiger Pech, wie beim 2:3 in Dortmund, jedoch zählt irgendwann nur noch der Blick auf das Punktekonto.

Abgesehen von Bazoumana Touré hat Hoffenheim auch keinen wirklich relevanten Spieler verloren. Man kann also nicht behaupten, dass sich die TSG im Umbruch befindet.

Mit einem Sieg am Wochenende gegen Gladbach kann sich Ilzer Luft verschaffen, ansonsten steigt auch der Druck auf seine Person. Schon vor seiner Fabel-Saison 25/26 stand Ilzer in Hoffenheim kurz vor dem Aus. Das könnte nun in dieser Saison folgen, sollten die Ergebnisse nicht schnell besser werden...

2. Adi Hütter (Eintracht Frankfurt)

RB Leipzig v Eintracht Frankfurt - Bundesliga 2026/27
Fabio Deinert/GettyImages

Zwar hat Adi Hütter seinen Job erst seit wenigen Monaten, jedoch bedeutet das noch lange nicht, dass er fest im Sattel sitzt. Schon jetzt sind einige Kriterien erfüllt, die auf einen baldigen Trainerwechsel hindeuten können.

Bislang hat es der Österreicher nicht geschafft, die Defensive zu stabilisieren und Konstanz ins Team zu bekommen. Die Eintracht agiert teilweise vogelwild und bricht nach Rückständen immer wieder zusammen.

Kein gutes Zeichen ist es außerdem, dass sich Hütter dazu genötigt sah, in der Öffentlichkeit über Kapitän Robin Koch herzuziehen. Damit erzeugt man nicht nur eine schlechte Stimmung, sondern drückt auch eine gewisse Frustration und Hilflosigkeit aus. Selbst wenn die SGE-Bosse Hütters Ausbruch positiv bewertet haben sollen. Der Wind am Main könnte sich schnell drehen.

Frankfurt liegt in der Tabelle an Position 14, was auf Dauer inakzeptabel ist. Hütter wird wohl nicht in den nächsten zwei, drei Wochen gefeuert – dazu ist sein Rückhalt im Klub und Umfeld noch zu groß. Allerdings muss er das Ruder möglichst bald herumreißen. Unerschöpflich wird die Geduld der Bosse auch nicht sein.

Ohnehin herrscht eine gewisse Unruhe im Verein. Diese betrifft auch die Führungsebene. In einem solchen instabilen Zustand weiß man meist nicht, welcher Kopf zuerst rollt.

1. Mauro Lustrinelli (Union Berlin)

Mauro Lustrinelli
Maja Hitij/GettyImages

Mauro Lustrinelli ist wie Hütter erst seit der Sommerpause am Steuer, jedoch muss man sich schon jetzt die Frage stellen, ob der Schweizer den richtigen Kurs eingeschlagen hat.

Die Devise ist klar: Union soll attraktiveren Fußball spielen und dabei weniger auf Sicherheit und mehr auf spielerische Elemente setzen. Stellt sich nur die Frage, ob die Berliner genau das auch können. Seit die Eisernen in der Bundesliga sind, lebt das Team davon, äußerst unbequem und hart zu spielen.

Insbesondere in den starken Jahren war die FCU-Abwehr selbst für die Top-Teams kaum zu knacken. Diese Stärke ist über die Jahre etwas abhanden gekommen und hat sich zuletzt ins Gegenteil gekehrt.

Der offensivere Ansatz sorgte dafür, dass das Team schon 16 Gegentore kassiert hat und auf dem 16. Tabellenplatz steht. Nach dem Motto "Schuster bleib bei deinen Leisten" wäre Lustrinelli wohl gut beraten, auf die Dinge den Fokus zu legen, die den Klub stark gemacht haben.

Offensiver zu spielen, kann böse nach hinten losgehen, wenn man die Fähigkeiten dazu gar nicht oder nur in beschränktem Maße hat. Immerhin gab es zuletzt mit einem 1:0 gegen Elversberg den ersten Saisonsieg, der Lustrinelli etwas Luft verschafft hat.


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