Die Frage, wer nach Eugen Polanski der neue Cheftrainer der Fohlenelf wird, ist noch offen. Viele Namen werden medial gehandelt, mit den wenigsten wird sich Rouven Schröder wohl tatsächlich beschäftigen. Beim bevorstehenden Heimspiel gegen Mainz 05 (Samstag, 15:30 Uhr) wird zunächst Jan-Moritz Lichte als Interimscoach das Sagen haben.
Doch inmitten der laufenden Trainersuche ist eines schon jetzt klar: Der Polanski-Nachfolger wird gleich mehrere Baustellen vorfinden. Manche kann und wird er zwangsweise erstmal auf die lange Bahn schieben und wiederum andere sofort angehen müssen.
Die drei größten Gladbach-Baustellen: Zu viele Gegentreffer, zu wenige eigene Tore – und eine äußerst angespannte Stimmung
Ein grober Blick auf die Tabelle genügt, um die zurzeit wohl größte Baustelle von Borussia Mönchengladbach auszumachen: Der neue Coach wird die Flut an Gegentoren stoppen müssen. Nach erst drei Spielen gab es bereits zwölf Gegentreffer. Ein Durchschnitt von vier Gegentoren pro Spiel macht es in der Bundesliga schlichtweg unmöglich, aus einem solchen Spiel noch Punkte mitzunehmen. Ein, vielleicht auch noch zwei Gegentore kann eine gute Offensive zuweilen noch ausgleichen – alles darüber hinaus bedeutet automatisch eine Niederlagen-Serie.
Dass zugleich auch nur drei eigene Tore erzielt wurden, lässt zugleich auch manches Offensiv-Problem deutlich werden. Zumal diese drei Tore auch innerhalb eines einzigen Spiels erzielt wurden, zweimal wiederum gab es Nullnummern. Grundsätzlich könnten drei Tore auch für eine deutlich bessere Ausbeute reichen, das ist richtig und wird etwa vom FC Schalke gezeigt: Der Aufsteiger hat auch erst drei Treffer bejubeln dürfen, ebenfalls aus einem einzigen Spiel – und steht trotzdem bei vier Zählern und dadurch auf dem elften Tabellenplatz. Erneut auch ein Hinweis auf die viel zu vielen Gegentreffer.
Dazu muss der neue Cheftrainer möglichst frühzeitig für eine wieder gelöstere Stimmung sorgen. Und das gilt ausdrücklich für das Innenleben der Mannschaft sowie im Vereinsumfeld. Wie das funktioniert? Einerseits durch ein klar inhaltliches Training mit Prinzipien und andererseits durch wichtige Erfolgserlebnisse – und zwar auch ungeachtet der Tabelle. Die überraschend barsche Kritik von Tim Kleindienst dürfte auch intern für Verwunderung bis Frust gesorgt haben. Derartige Konflikte gilt es zu lösen, potenzielle Reibungen zu befrieden. Ein schlechter Saisonstart inklusive Trainerwechsel sorgt automatisch für angespannte Stimmung, da muss der Polanski-Nachfolger gegen anarbeiten.
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