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Die fragwürdigsten Transfers 2026: Ein Absteiger und ein Deutscher mit dabei

Der Transfersommer 2026 läuft. Wir werfen einen Blick auf fünf Transfers, bei denen die Ablöse in Relation zur bislang gezeigten Leistung völlig irre erscheint.
Mateus Fernandes ist für 99 Millionen Euro zu den Spurs gewechselt
Mateus Fernandes ist für 99 Millionen Euro zu den Spurs gewechselt | Richard Pelham/GettyImages

Der Transfersommer 2026 befindet sich im vollen Gange. Zwar sind bislang eher wenige ganz große Stars gewechselt, jedoch fielen die Summen deswegen nicht weniger üppig aus. Mit Morgan Rogers und Elliot Anderson sind bereits zwei Akteure, die nicht zur ganz großen Prominenz des Weltfußballs zählen, für mehr als 135 Millionen Euro gewechselt. Im Preis-Leistungsverhältnis gab es aber noch irrsinnigere Geschäfte. Wir werden einen Blick auf die fünf fragwürdigsten Deals des Sommers.

5. Gonçalo Ramos (AC Mailand) - 74 Millionen Euro

Goncalo Ramos
Lars Baron/GettyImages

Eigentlich gehört Milan nicht zu den Vereinen, die übermäßig viel Geld ausgeben - zumindest in Relation zu den Premier-League-Klubs. Die Rossoneri haben in den vergangenen Jahren aber auch regelrecht verzweifelt nach treffsicheren Angreifern gesucht, die dann fast nie das gehalten haben, was sie versprachen.

Womöglich hat das dazu beigetragen, dass man bei Gonçalo Ramos nicht nur gekleckert, sondern geklotzt hat. 74 Millionen Euro sind schließlich eine ganze Stange Geld für einen Angreifer, der in Paris nur zweite Wahl war. Ramos hat in der letzten Ligue-1-Saison nur sechs Treffer erzielt, was auch in nur 1.309 Spielminuten nicht gerade überragend ist.

Trotzdem muss man zumindest festhalten, dass Ramos sehr wohl ein Stürmer ist, der weiß, wo das Tor ist. Zudem kommt er mit seinen 25 Jahren gerade ins beste Fußballer-Alter. Der Deal könnte sich für Milan schon lohnen, klingt aber auf dem ersten Blick überteuert.

4. Merlin Röhl (FC Everton) - 25 Millionen Euro

Merlin Rohl
Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages

Der 24 Jahre alte Mittelfeldspieler ist für satte 25 Millionen Euro vom SC Freiburg zum FC Everton gewechselt. Eine gewaltige Summe, jedoch hat der Premier-League-Klub diese eigentlich schon im Vorjahr ausgehandelt. Der Deutsche wechselte schließlich zunächst per Leihe und Kaufpflicht auf die Insel.

Rückblickend hätte Everton allerdings wohl einiges anders gemacht. Röhl hat in der abgelaufenen Saison lediglich 16 Premier-League-Spiele bestritten und 678 Spielminuten absolviert. Dies ist natürlich eine enttäuschende Bilanz und keineswegs 25 Millionen Euro wert.

Röhl war beim SC Freiburg und auch im Rahmen der deutschen U21 zwar gut, aber keineswegs so stark unterwegs, um eine solche Summe zu rechtfertigen. Inzwischen ist der zentrale Mittelfeldmann auch schon 24 Jahre alt, weswegen keine eklatanten Steigerungen zu erwarten sind.

Zwar kann man argumentieren, dass jeder vernünftige Premier-League-Spieler mindestens 25 Millionen Euro kostet, jedoch muss Röhl erstmal zeigen, dass er der Herausforderung gerecht werden kann.

3. Emersonn (Ipswich Town) - 28 Millionen Euro

Emersonn
Eurasia Sport Images/GettyImages

Ipswich Town hat sich nach seinem Aufstieg in die Premier League direkt einen neuen Rekordtransfer gegönnt. Hierbei handelte es sich um den Brasilianer Emersonn, der für satte 28 Millionen Euro vom FC Toulouse kam. Der 22-Jährige ist ein bulliger, großer und talentierter Mittelstürmer, jedoch hat er auf Profi-Ebene bislang ziemlich wenig vorzuweisen. In der abgelaufenen Saison kam er für den FC Toulouse auf sechs Tore in 27 Ligue-1-Partien. Zuvor hatte er sich in der Süper Lig nicht sonderlich treffsicher erwiesen.

Zwar kann man Stürmer nicht nur an Toren messen, jedoch wirken die 28 Millionen Euro schon übertrieben, wenn man bedenkt, dass sein Marktwert auf der Plattform transfermarkt.de lediglich acht Millionen beträgt.

2. Sandro Tonali (Tottenham Hotspur) - 108,5 Millionen Euro

Sandro Tonali
Stu Forster/GettyImages

Es steht überhaupt nicht zur Diskussion, dass Tonali vom Potenzial her ein begnadeter Mittelfeldspieler ist. Dies hat er schon in jungen Jahren bei Milan gezeigt. Seine Karriere geriet dann jedoch insbesondere aufgrund eines Wettskandals und einer langen Sperre in Turbulenzen. Inzwischen ist der Italiener 26 Jahre alt und hat den Sprung zum absoluten Star noch nicht geschafft. Tonali hat mit Newcastle United eine eher ernüchternde Saison hinter sich und mit Italien die Teilnahme an der WM verpasst.

Selbstredend können einzelne Spieler oft nicht viel für ein schwaches Gesamtabschneiden ihrer Teams, jedoch hat Tonali als zentraler Mittelfeldmann durchaus einen Einfluss. Die ganz großen Errungenschaften hat Tonali schlichtweg nicht vorzuweisen. Tottenham hat das aber nicht davor abgeschreckt, unfassbare 108,5 Millionen Euro für einen Spieler zu zahlen, der eher den Ruf "Ewiges Talent" als "Top-Star" für sich verbuchen kann.

1. Mateus Fernandes (Tottenham Hotspur) - 99 Millionen Euro

Mateus Fernandes
Gualter Fatia/GettyImages

Tottenham hat nicht nur mit Sandro Tonali auf die erschreckend schwache Vorsaison reagiert. Tatsächlich gab es sogar einen Deal, der noch irrer klingt als der Kauf des Italieners. So mancher weniger Premier-League-fokussierte Fußballfan wird Mateus Fernandes gar nicht so wirklich gekannt haben, ehe dieser für 99 Millionen Euro zu Tottenham gewechselt ist.

Der 22-Jährige hat in der abgelaufenen Saison noch bei West Ham United gespielt und ist mit dem Traditionsklub aus der Premier League abgestiegen. Daran hatte Fernandes selbst zwar keine große Schuld, jedoch ist es schon erstaunlich, dass ein Absteiger für fast 100 Millionen Euro wechselt.

Hinzu kommt, dass Fernandes erst ein einziges Länderspiel für Portugal absolviert hat und bei der WM 2026 nicht dabei war. Fernandes hat auch erst ein Champions- und ein Europa-League-Spiel auf dem Konto. Normalerweise benötigt es schon mehr als nur Talent, um derart teuer zu sein.


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