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Die Bayern-Zweifel an Eberl sind lächerlich – darum ist eine Verlängerung Pflicht

Beim FC Bayern gibt es offenbar noch immer Zweifel an Max Eberl. Wirklich viel Verständnis kann man dafür aber nicht aufbringen. Fünf Gründe, warum eine Vertragsverlängerung Pflicht ist.
Die Zukunft von Max Eberl ist ungewiss
Die Zukunft von Max Eberl ist ungewiss | IBO OT/GettyImages

Max Eberl ist - so könnte man jedenfalls meinen - eine der absoluten Symbolfiguren für den Aufschwung des FC Bayern. Immerhin ist der Sportvorstand die wichtigste Figur in Sachen Kaderzusammenstellung. Doch Eberl wird beim FC Bayern keineswegs auf Händen getragen. Vielmehr muss der 52-Jährige um seine Zukunft kämpfen und soll laut Informationen von Sport1 intern unter genauer Beobachtung stehen.

Unter anderem werde ihm vorgeworfen, sich zu leicht von Spieleragenten beeinflussen zu lassen und bei Verhandlungen zu nachgiebig zu sein. Daraus sollen übermäßig teure Verträge entstanden sein. Zudem werde er für seinen Umgang mit internen Konflikten kritisch beäugt.

Während die Vertragsverlängerungen von CEO Jan-Christian Dreesen und Sportdirektor Christoph Freund als Formalitäten gelten, muss Eberl weiter zittern. Das Aufsichtsratstreffen am heutigen Montag könnte für Eberl in Bezug auf eine mögliche, aber keineswegs sichere Verlängerung über 2027 hinaus ein wegweisender Termin werden.

Sieht man sich die aktuelle Situation beim FC Bayern an, würde der Rauswurf des Sportvorstands aber wie ein schlechter Scherz wirken. So gibt es zahlreiche Gründe, die für einen Eberl-Verbleib sprechen.

1. Eberl-Rauswurf würde die Harmonie zerstören

So weit weg wie vom viel zitierten "FC Hollywood" waren die Bayern schon lange nicht mehr. Es herrscht eigentlich eine selten dagewesene Ruhe im Verein und alle Beteiligten scheinen erfolgsorientiert und gemeinschaftlich zusammenzuarbeiten. Das Duo Freund & Eberl scheint zu harmonieren und auch das Verhältnis zu Vincent Kompany zu stimmen. Wenn jemand den Medien Futter liefert, dann stammt dieses meist nur von Uli Hoeneß.

Im Grunde befindet sich der FC Bayern aber absolut in der Erfolgsspur. Ruhe und Einigkeit im Verein sind nun mal eine Grundvoraussetzung für eine sportlich positive Entwicklung. Schmeißt man dann aber Eberl raus beziehungsweise müsste er mit Vertragsende 2027 gehen, würde man sich selbst wieder vom richtigen Weg wegbewegen und Unruhe in ein funktionierendes Konstrukt bringen.

2. Eberl hat in Sachen Transfers geliefert

Zwar wurde die letzte Sommer-Transferphase der Bayern kritisch beäugt, jedoch hat sie sich als überaus erfolgreich herausgestellt. Luis Diaz ist unfassbar stark eingeschlagen und auch der (fast) ablösefreie Transfer von Jonathan Tah hat in der Münchner Hintermannschaft viel Gutes bewegt. Auch Tom Bischof konnte zeigen, dass er ein wertvoller Spieler für die Zukunft sein kann.

Lediglich den Deal mit Nicolas Jackson kann man aufgrund der hohen Leihgebühr kritisch hinterfragen, wenngleich der Senegalese auch kein Flop ist. Hierbei sei angemerkt, dass Eberl kaum ein Vorwurf zu machen ist, da ihm nur eine Leihe erlaubt war. Auf diese Weise einen richtigen Kracher zu finden, ist praktisch unmöglich.

Eberl kann sich allerdings auch den Transfer von Michael Olise auf seine Karten schreiben. Wie sogar Hoeneß zugab, handelte es sich beim Franzosen um einen Eberl-Transfer. Er selbst habe den Spieler überhaupt nicht gekannt. Unter dem Strich kann man Eberl ein sehr gutes Händchen attestieren, obwohl er nicht die besten Voraussetzungen vorfand. Die Erfolge beweisen das.

3. Vorwurf bezüglich hoher Gehälter nicht ganz fair

Natürlich hat Max Eberl einige teure Verträge ausgehandelt, die als grenzwertig angesehen werden können. Diese Entwicklung gibt es allerdings nicht erst seit Eberl, sondern hat spätestens mit der Kahn- und Salihamidzic-Ära begonnen. In dieser Zeit wurden Spieler wie Leon Goretzka und Serge Gnabry mit enormen Gehältern ausgestattet.

Eberl hatte mit seinen ersten größeren Deals einfach auch häufig Pech. Es ist nicht seine Schuld, dass sich Jamal Musiala und Alphonso Davies verletzt haben, kurz nachdem die neuen teuren Verträge ausgehandelt wurden. Beide Deals konnte man verstehen, weil Musiala das Gesicht der Bayern werden sollte und Davies vom Potenzial her einer der wenigen Linksverteidiger der Top-Klasse ist. Niemand konnte damit rechnen, dass sie sich so schwer verletzen würden.

Doch auch jetzt kann man noch nicht mal klar sagen, dass es sich um Fehler des Sportvorstandes gehandelt hat. Noch immer kann der Verein große Hoffnungen in Davies und vor allem in Musiala setzen. Weitere teure Verlängerungen wie beispielsweise mit Joshua Kimmich und Dayot Upamecano waren notwendig, um sportlich auf Top-Niveau mithalten zu können.

Der FC Bayern hat den Nachteil, in einer vergleichsweise langweiligen Liga zu spielen. Auch deswegen muss man in Sachen Gehältern oft noch mehr klotzen.

Die Forderung an Eberl, die Gehälter zu reduzieren, aber trotzdem ein internationales Top-Kaliber zu bleiben, war von Anfang an unmöglich zu realisieren.

4. Eberl nimmt Kritik an seine Person nach außen gelassen hin

Zwar wird Max Eberl ja gerne vorgeworfen, zu dünnhäutig und empfindlich auf Kritik zu reagieren, jedoch lässt sich das zumindest extern nicht bestätigen. Eberl hätte allen Grund dazu gehabt, nach den Spitzen von Hoeneß im Sport1-'Doppelpass' und bei weiteren Interviews zum Gegenschlag auszuholen.

Genau das ist allerdings nie passiert. Tatsächlich hat Eberl relativ cool reagiert, wenn man bedenkt, dass Hoeneß doch einige unschöne Dinge in Richtung Eberl persönlich abgefeuert hat. Umgekehrt hätte Hoeneß sicherlich nicht so leicht darüber hinweg gesehen, hätte sich Eberl ähnlich über ihn geäußert.

Natürlich lässt sich nicht genau beurteilen, was beim FC Bayern intern abgeht. Grundsätzlich will der FCB aber ja auch Alpha-Tiere, die streitbar sind und eine klare Meinung vertreten. Man kann diese Charakterzüge nicht fordern, wenn man dann offenbar doch nicht damit umgehen kann.

5. Eberl hat einen großen Anteil an der Kompany-Verpflichtung

Vincent Kompany ist so ziemlich das Beste, was dem FC Bayern passieren konnte. Zwar war der Belgier anfangs nur Kandidat D oder E, jedoch hat er sich sowohl sportlich als auch menschlich als eine Eins mit Stern bewiesen.

Dass Kompany beim FC Bayern gelandet ist, ist in großen Teilen Max Eberl zuzuschreiben. Es soll das klare Bestreben von Eberl gewesen sein, den zuvor gar nicht so erfolgreichen Coach zum FC Bayern zu lotsen. Im Aufsichtsrat gab es zunächst hingegen größere Zweifel, wie auch Uli Hoeneß zugab.

Kompany konnte Hoeneß erst in einem persönlichen Gespräch überzeugen und gab Eberl letztlich das Go. Dieser konnte sich in den Verhandlungen letztlich mit Kompany auf eine Zusammenarbeit einigen. Das Ergebnis ist bekannt.


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