Bundestrainer Julian Nagelsmann hat die Bekanntgabe des DFB-Kaders auf den 21. Mai geschoben, um auch die letzten Eindrücke in die Wertung mit einfließen lassen zu können. Die Entscheidung dürfte Nagelsmann nicht bereut haben, zumal am 34. Spieltag tatsächlich noch einige Wackelkandidaten aufzeigen konnten.
Wir sehen uns an, welche DFB-Kicker sich im vielleicht entscheidenden Moment besonders ins Rampenlicht haben spielen können.
1. Tom Bischof

Tom Bischof ist ganz klar der Gewinner des Saison-Endspurts. Der Bayern-Youngster konnte schon in der Vorwoche gegen Wolfsburg glänzen und setzte beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln nochmal einen obendrauf. Bischof war beim 5:1 neben Harry Kane der beste Mann auf dem Platz. Als Linksverteidiger gewann er acht von neun Zweikämpfe, verzeichnete 106 Ballaktionen und krönte seine sensationelle Leistung mit einem sehenswerten Tor.
Bischof war bislang noch nie für die A-Nationalmannschaft im Einsatz, jedoch sind seine spielerische Klasse und seine Polyvalenz enorm. Der 20-Jährige ist in Topform und hat zuletzt auch genügend Minuten bekommen. An diesem Spieler kommt Nagelsmann kaum mehr vorbei.
2. Said El Mala

Im Stechen um die offensiven Plätze konnte Said El Mala ein Ausrufezeichen setzen. Zwar verlor er mit den Kölnern 1:5, jedoch erzielte der Youngster das spektakulärste Tor des Tages. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld von Musiala zog El Mala einen unaufhaltsamen Sprint an, ließ Dayot Upamecano und Konrad Laimer stehen und versenkte den Ball im Tor. Zwar hatte El Mala nicht so viele Offensivaktionen, allerdings war diese eine Szene schon Highlight genug.
3. Lennart Karl

Lennart Karl erzielte zwar keinen Treffer, konnte aber ebenfalls Eigenwerbung betreiben. Das Bayern-Juwel zeigte sich auf dem rechten Flügel sehr aktiv und bereitete einen Treffer vor. Karl war an zahlreichen Chancen beteiligt und überzeugte mit einer Passquote von 93 Prozent. Karl scheint nach seinem Muskelfaserriss wieder bei 100 Prozent zu sein. Alles andere als eine Nominierung wäre eine Überraschung.
4. Jonathan Burkardt

Eigentlich schien sich Jonathan Burkardt schon selbst aus dem Rennen genommen zu haben. Der Frankfurter sorgte mit einer Beleidigung gegen Albert Riera für einen faustdicken Eklat. Umso überraschender, dass der Eintracht-Coach Burkardt trotzdem einen Einsatz als Joker gewährte. Der Stürmer erzielte in den 30 Minuten zwei Treffer und rettete damit noch ein Remis. Zwar handelte es sich dabei um zwei Elfmeter, jedoch überzeugte Burkardt auch darüber hinaus und traf unter anderem noch einmal das Aluminium.
5. Assan Ouédraogo

Es ist natürlich reichlich schwer, auf sich aufmerksam zu machen, wenn das eigene Team mit dem Kopf in der Sommerpause ist und mit 1:4 in Freiburg untergeht. Assan Ouédraogo konnte trotzdem ähnlich wie El Mala ein persönliches Ausrufezeichen setzen. Der Mittelfeld-Youngster erzielte einen sehenswerten Treffer und brachte all seine Zuspiele an den Mann. Nach einer verletzungsbedingt holprigen Rückrunde zeigt der Youngster gerade zum richtigen Zeitpunkt eine aufsteigende Form. Nagelsmann hält große Stücke auf Ouédraogo. Nicht ausgeschlossen, dass der Leipziger ein Ticket erhält.
6. Nadiem Amiri

Der Mainzer bestätigte seine tolle Form mit einem sehr starken Auftritt beim 2:0-Sieg in Heidenheim. Amiri erzielte einen Treffer, kreierte mehrere Großchancen und fiel mit einer guten Zweikampfbilanz (6/7) auf. Bei Amiri stellt sich immer ein wenig die Frage, auf welcher Position und in welcher Rolle er dem DFB-Team helfen kann. Seine Rückrunde war jedoch wahrlich bemerkenswert und die Performance in Heidenheim ein sehr guter Schlusspunkt.
7. Karim Adeyemi

Niko Kovac gönnte Karim Adeyemi lediglich mickrige sieben Minuten Spielzeit. Diese wusste der Außenstürmer jedoch zu nutzen. Adeyemi bereitete einen Treffer und eine weitere Großchance vor. Womöglich ist das nicht unwichtig, wenn man bedenkt, dass einige Konkurrenten groß aufspielen konnten.
8. Matthias Ginter

Matthias Ginter wird aufgrund seiner konstant starken Leistungen von vielen Experten gefordert. Die Stimmen dürften nun nicht leiser werden, zumal der Freiburger auch beim 4:1 gegen Leipzig wieder stark performt hat. Ginter erzielte einen Treffer, gewann 80 Prozent seiner Zweikämpfe und zeigte sich wie gewohnt absolut souverän und sicher mit und gegen den Ball.
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