Mit Jürgen Klopp als neuem Bundestrainer werden im deutschen Nationalteam grundlegende Veränderungen erwartet, die nach drei enttäuschenden Weltmeisterschaften in Folge den Erfolg zurückbringen sollen. Doch der 59-Jährige wird nicht alles Bestehende über den Haufen werfen. Das betritt wohl auch die Personalie des Kapitäns.
Am Montag gab Rudi Völler einen klaren Hinweis darauf, dass Joshua Kimmich die Binde auch unter Klopp behalten wird. "Jo Kimmich hat es in vielen Länderspielen bewiesen, dass er ein Fahnenträger ist, ein toller Kapitän. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es da eine große Veränderung geben wird", sagte der DFB-Sportdirektor.
In der Öffentlichkeit und insbesondere in den sozialen Medien wird dies zum Teil kontrovers diskutiert, schließlich war Kimmich für viele das Gesicht der deutschen "Verlierer-Generation". Lothar Matthäus würde die Entscheidung, am Bayern-Star als Kapitän festzuhalten, jedoch begrüßen.
Matthäus sieht keinen Grund für Kapitänswechsel und hofft auf Kimmich im Zentrum
"Ich bin ein Fan von Joshua Kimmich, weil ich seine Einstellung lobe", schrieb der Rekordnationalspieler in seiner Sky-Kolumne. "Seine Turniere mit der deutschen Nationalmannschaft sind natürlich nicht nach seiner Vorstellung gelaufen. Darüber wird sich Kimmich sicherlich am meisten ärgern, weil er einer ist, der Erfolg will, der alles für den Erfolg tut."

Das Problem an Kimmich sei zuletzt vor allem die Positionierung gewesen. Laut Matthäus konnte der etatmäßige Sechser seine Stärken nicht auf der rechten Abwehrseite ausspielen. "Wir haben viel über seine Position gesprochen: Wenn Klopp weiterhin auf ihn baut, bin ich überzeugt davon, dass er ihn nicht als rechten Verteidiger sieht. Du brauchst einen Kimmich in der Zentrale - nicht weil wir dort schlechte Spieler haben, sondern weil wir Führungsspieler benötigen. Kimmich kann führen. Das hat er bei Bayern München über Jahre gezeigt", erklärte der 65-Jährige.
Diese Führungsstärke von Kimmich habe dem deutschen Team bei der WM 2026 gefehlt, "weil auf Kimmich im Zentrum verzichtet worden ist", führt der heutige TV-Experte weiter aus. "Beim FC Bayern ist er seit vielen Jahren der 'Quarterback' - auch bei der Nationalmannschaft, wenn er auf dieser Position gespielt hat. Klar, bei der letzten Weltmeisterschaft hat er häufig nicht so gut ausgesehen. Aber ich glaube, dass das weniger an Kimmichs Leistung gelegen hat, sondern eher an der Position. Für mich gibt es keinen Grund, etwas an seiner Kapitänsrolle zu verändern."
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