Den 17. September 2026 dürften sich einige deutsche Fußballfans längst rot im Kalender markiert haben. An diesem Tag wird Jürgen Klopp erstmals in seiner Amtszeit als Bundestrainer seinen DFB-Kader bekanntgeben. Der Wechsel von Julian Nagelsmann zum 59-Jährigen hat nach der verkorksten WM bereits vor Klopps erster offiziellen Kadernominierung für eine neue Euphorie rund um die Nationalmannschaft gesorgt.
Entsprechend groß ist die Vorfreude auf den 17. September. Und das, obwohl es sich "nur" um den Kader für vier Nations-League-Spiele handelt. Welche Spieler wird Klopp nominieren? Welche etablierten Kräfte bleiben außen vor? Welche neuen Gesichter bekommen ihre Chance? Gerade der erste Kader eines neuen Bundestrainers lebt von diesen Fragen. Doch inzwischen ist von dieser Spannung kaum noch etwas übrig.
Schon wieder werden die Fans gespoilert
Denn ähnlich wie schon beim WM-Kader im Sommer sickern die Namen erneut Tage vor der offiziellen Bekanntgabe durch. Medien wie Sky, Bild oder kicker lassen die Öffentlichkeit schon jetzt tröpfchenweise wissen, welche Spieler am Donnerstag aller Voraussicht nach auf Klopps Liste stehen werden.
Natürlich: Journalismus lebt davon, Informationen zu bekommen, die andere noch nicht haben. Und selbstverständlich ist es legitim, solche Informationen zu veröffentlichen. Aber man darf trotzdem die Frage stellen, ob wirklich jede Information sofort veröffentlicht werden muss – insbesondere dann, wenn der DFB selbst versucht, aus der Kaderbekanntgabe ein besonderes Ereignis zu machen.
Denn genau das wird durch die Leaks ad absurdum geführt. Der Verband wollte schon bei der WM im Sommer mit emotionalen Videos und einer schrittweisen Verkündung Spannung erzeugen. Die Idee war nachvollziehbar: Die Fans sollten mitfiebern, diskutieren und überrascht werden. Doch bevor der DFB überhaupt seinen ersten Namen veröffentlichen konnte, war die Liste längst bekannt. Und nun wiederholt sich das Spiel.
Scharfe Kritik im Netz: "Wie kann man so clickgeil sein?"
In den sozialen Medien sorgen die erneuten Leaks entsprechend für Frust. "Leaks machen einfach die ganze Vorfreude kaputt. Wie kann man so clickgeil sein?", beschwert sich beispielsweise ein Fan auf Instagram. Auch Journalist Conan Furlong findet deutliche Worte: "Och Leute, haben wir denn nichts aus den Leaks bei der WM gelernt? Ich verstehe den journalistischen Ansatz, aber das hilft weder Klopp, noch uns als Fußball-Nation."
Man kann diese Kritik durchaus nachvollziehen. Denn bei aller Berechtigung, exklusive Informationen zu veröffentlichen: Die Kaderbekanntgabe ist eines der wenigen Ereignisse im Fußball, bei denen Fans tatsächlich noch gemeinsam überrascht werden können. Es geht nicht um ein Ergebnis, das man ohnehin möglichst schnell erfahren möchte. Es geht um Vorfreude, Spekulationen und den Moment, in dem der neue Bundestrainer seine ersten Entscheidungen öffentlich macht. Wenn diese Entscheidungen bereits Tage zuvor häppchenweise durchsickern, bleibt am Ende vor allem eines übrig: die offizielle Bestätigung dessen, was ohnehin schon jeder weiß.
Ist El Mala diesmal wirklich dabei?
Besonders problematisch wird es, wenn sich eine der Vorabinformationen am Ende als falsch herausstellt. Genau das ist vor der WM passiert. Mehrere Medien hatten damals behauptet, Said El Mala würde zum deutschen Aufgebot für das Turnier gehören – am Ende war der Kölner Youngster nicht dabei.

Auch diesmal taucht El Mala wieder in den entsprechenden Berichten auf. Dieses Mal dürfte seine Nominierung allerdings tatsächlich feststehen. Nach der Enttäuschung im Sommer wäre ihm das auch aus persönlicher Sicht zu wünschen.
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