Deutliche Statistik: So wichtig ist Neuhaus für Gladbach wirklich
Von Yannik Möller

Unter Eugen Polanski als Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach spielt Florian Neuhaus eine deutlich prominentere Rolle, als er es unter Gerardo Seoane tat. Das ist zwar auch nicht schwer, da der Mittelfeldspieler unter dem Ex-Coach nahezu komplett außen vor war. Allerdings gehört der 28-Jährige inzwischen sogar wieder zu den wichtigen Leistungsträgern.
Wie wichtig Neuhaus für Borussia ist, hat man an den ersten zwei Spieltagen des Jahres gut sehen können. Beim 4:0-Heimsieg über den FC Augsburg agierte er als wichtiger Akteur im Aufbauspiel, der gleich mehrere Torchancen mit initiierte. Bei der 1:5-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim wurde er nicht eingesetzt, weil Polanski lieber auf mehr Robustheit im Zweikampf setzen wollte. Ein nachvollziehbarer Gedankengang, der in den personellen Wechseln aber keinerlei Wirkung zeigte.
Diese zwei Spiele als einzelne Beispiele zu nehmen, wäre soweit nicht aussagekräftig. Allerdings untermauert die gesamte Auswertung der nun abgeschlossenen Hinrunde den Neuhaus-Effekt.
Der Neuhaus-Effekt: Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Die Rheinische Post hat die Zahlen zusammengefasst: In den 688 Einsatzminuten mit Neuhaus auf dem Platz gab es eine Tordifferenz von 18:6. In den 842 Minuten ohne Neuhaus, bei denen die 90 Minuten der Pleite in Hoffenheim bereits inkludiert sind, steht die Tordifferenz bei 5:23. Kein anderer Spieler aus der Bundesliga weist demnach eine bessere Plus-Minus-Bilanz auf, als der Mittelfeldspieler der Borussia.
Eine solche Statistik, die einerseits auf insgesamt 1.530 Minuten (die 17 Hinrunden-Spiele á 90 Minuten) und damit auf einer guten Stichprobengröße basiert und die andererseits eine derart deutliche Differenz in Mit-Neuhaus und Ohne-Neuhaus zulässt, kann zweifelsfrei als aussagekräftig bezeichnet werden.
- Bereits im vergangenen November zeigte 90min auf, dass sich die Neuhaus-Einsätze sogar auf die unterschiedliche Punkteausbeute der Borussia auswirken: Zum Text.
Gladbach schießt also mit Neuhaus nicht nur weitaus mehr Tore, sondern muss auch weitaus weniger Gegentore hinnehmen. Insbesondere der letzte Aspekt ist dabei erstaunlich, immerhin ist er viel mehr als offensiver Initiator bekannt und wird dafür aufgestellt - und eben nicht für seine Defensivqualitäten.
Natürlich kann es sein, dass Neuhaus auch einfach vermehrt das Glück hatte, des Öfteren gegen vermeintlich schwächere Gegner aufzuspielen und bei seinen Einsätzen von besseren Abwehrleistungen seiner Teamkollegen zu profitieren. Das mag auf einzelne Einsätze zutreffen. In der Menge einer ganzen Hinrunde jedoch würde die Statistik dann etwas enger beisammen ausfallen, sollte dieser Glück-Faktor überwiegen.
Polanski tut also gut daran, Neuhaus wieder vermehrt einzusetzen. Nach der Rotation unter der Woche und angesichts eines vermutlich wieder größeren Ballbesitz-Anteils gegen den Hamburger SV am Samstagnachmittag, ist von einer erneuten Startelf-Rückkehr des ehemaligen und zehnfachen Nationalspielers auszugehen. Dann würde sich Gladbach auch freuen, sollte Neuhaus seine positive Statistik noch weiter ausbauen.
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