Über die vergangenen Tage ist etwas Licht ins Dunkle gekommen. War zunächst noch unklar, für welchen Zeitraum und für welche Vereine die Ausstiegsklausel im neuen Vertrag von Nico Schlotterbeck gilt, gab es zuletzt immer mehr Infos. So soll diese Klausel beispielsweise nur bis Mitte Juli gültig sein und zeitlich dementsprechend rund um das Finale der Weltmeisterschaft ablaufen (90min berichtete).
Bei den Fans von Borussia Dortmund hatte diese Exit-Option für so viel Unverständnis und auch Frust gesorgt, dass Schlotterbeck beim jüngsten Heimspiel mit einem Pfeifkonzert empfangen wurde – auf das die Verantwortlichen mit ebenso deutlicher Kritik reagierten.
Gegenüber den Ruhrnachrichten hat sich mit Hans-Joachim Watzke nun ausgerechnet der ehemalige Geschäftsführer und aktuelle BVB-Präsident etwas offener zu der Schlotterbeck-Klausel geäußert. Und das, nachdem Ole Book bei DAZN noch betont hatte, keinerlei Details rund um derartige Vertragsinhalte freigeben oder kommentieren zu wollen.
"Ich sage: Es ist ein guter Kompromiss."Watzke zur Schlotterbeck-Klausel (RN)

Watzke betont: Lieber Zugeständnisse als einen ablösefreien Abgang
"Wir wären sonst Gefahr gelaufen, mit Beginn der neuen Saison mit Nico ins letzte Vertragsjahr zu gehen. Das wollten wir in jedem Fall vermeiden", so Watzke. "Sollte es irgendwann passieren, dass er wechseln möchte, dann nehmen wir jetzt in diesem Sommer auf jeden Fall eine höhere Summe ein, als wenn er nicht verlängert hätte."
Was Watzke meint: Die 50 bis 60 Millionen Euro, bei denen die Klausel dem Vernehmen nach liegen soll, hätte Dortmund mit lediglich einem Jahr an Restvertrag in diesem Sommer nicht für den 26-jährigen Innenverteidiger bekommen. So habe man "den Transferwert dieses Spielers deutlich abgesichert und dadurch unsere Planungssicherheit deutlich erhöht".
Ohnehin sei es grundsätzlich "viel schlimmer", wenn der BVB einen Spieler ablösefrei verlieren würde, als ihm in den Vertragsgesprächen "Zugeständnisse zu machen". Deshalb wollte auch Watzke die Pfiffe eingeordnet wissen: "Wir können und wollen den Leuten nicht verbieten, zu pfeifen. Aber wir dürfen ihnen schon sagen, dass wir Pfiffe gegen einen unserer Spieler als nicht gerechtfertigt empfinden."
Ausstiegsklauseln sind 'State of the art' geworden
"Für uns geht es immer darum, als Borussia Dortmund, erst einmal die Transferwerte abzusichern und dann natürlich auch irgendwann ein bisschen Planungssicherheit zu haben", ordnete Watzke weiter ein.
"Das Thema Ausstiegsklausel, das haben wir hier vor zwölf, 13 Jahren mal ausgeschlossen. Aber mittlerweile ist das 'State of the art'. Das macht Bayern München genauso wie Paris oder wer auch immer. Das gibt es heute kaum noch anders", betonte der BVB-Präsident.
Und untermauerte: "Nico hat sich in der ganzen Phase der Vertragsgespräche immer sehr korrekt verhalten."
