Nach einer Vertragsverlängerung wird ein Stammspieler und Leistungsträger beim nächsten Heimspiel eigentlich mit einem umso größeren Applaus empfangen. Bei Nico Schlotterbeck war allerdings das Gegenteil der Fall: Als Borussia Dortmund vor dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen die Startelf bekanntgab und zur "Nummer vier" kam, inklusive der Anmerkung des neuen Vertrags, gab es ein sehr deutliches Pfeifkonzert.
Noch vor einigen Wochen hätten sich die Anhänger von Schwarz-Gelb sehr über die Vertragsverlängerung gefreut. Die Kombination aus der langen Wartezeit, die den Eindruck nährte, Schlotterbeck würde vorrangig wegen mangelnder Alternativen beim BVB bleiben, zusammen mit der bereits zum bevorstehenden Sommer geltenden Ausstiegsklausel, sorgt für entsprechend viel Frust.
Book und Cramer stellen sich deutlich hinter Schlotterbeck
Im Anschluss an die Niederlage wurde auch Ole Book auf die Pfiffe gegen Schlotterbeck angesprochen. "Ich habe es bei der Aufstellung nicht mitbekommen, da war ich wohl noch drinnen. Im Spiel habe ich es einmal mitgekriegt. Das finde ich nicht in Ordnung", wurde der neue Sportdirektor deutlich (via Sport1).
Schlotterbeck habe sich "zu unserem Verein bekannt" und bereits "viele Top-Leistungen" abgebracht, sei auch gegen Leverkusen noch "einer der guten Spieler auf dem Feld" gewesen. Book ließ eine klare Kritik an den Fans folgen und betonte: "Dass die Fans ihn auspfeifen, verurteile ich. Das hat er nicht verdient."
Unterstützung bekam Book in seiner Beurteilung der Pfiffe auch von Carsten Cramer. "Für mich als Verantwortlichen fühlt es sich nicht gut an, und von daher muss ich auch sagen, dass sich das nicht gehört, dass ein Spieler von Borussia Dortmund, und das galt nun mal Nico, mit Pfiffen begleitet wird", so der BVB-Geschäftsführer.
Die Meinungsäußerung der Fans sei grundsätzlich natürlich "in Ordnung", doch blieb er bei seiner Einordnung: "Spieler im Trikot von Borussia Dortmund verdienen mit Betreten des Rasens Unterstützung." Man sehe sich als "eine Gemeinschaft", in der nun "zusammen ein Vertrag unterschrieben" wurde. Für die Pfiffe habe es seiner Ansicht nach "überhaupt keinen Grund" gegeben.
"Das ist ein Unding": Anton kontert die Fan-Pfiffe
Bei DAZN wurde natürlich auch Niko Kovac auf den enttäuschenden Empfang für Schlotterbeck angesprochen. "Natürlich geht sowas nicht, wir sind alles Borussen. Jeder einzelne Spieler braucht die Unterstützung der Fans."
Waldemar Anton sprang seinem Abwehr-Kollegen ebenfalls zur Seite: "Keiner hat es verdient, ausgepfiffen zu werden. Das sind Dinge, die überhaupt nicht funktionieren. Das schadet uns als Mannschaft, das muss jeder auf der Tribüne wissen. Das können wir als Mannschaft überhaupt nicht akzeptieren, das ist ein Unding, meiner Meinung nach."
