"Das war es für mich": Bundesliga-Star beendet Karriere unter Tränen

Die Bundesliga muss künftig ohne Kevin Kampl auskommen. Der langjährige Leipzig-Star mach endgültig Schluss mit Fußball und möchte sich um seine schicksalsgeplagte Familie kümmern.
Kevin Kampl macht endgültig Schluss
Kevin Kampl macht endgültig Schluss / picture alliance/GettyImages
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Das Bundesliga-Topspiel zwischen Leipzig und Bayern war so ziemlich für alle Beteiligten ein Wechselbad der Gefühle. Auf der einen Seite wäre da die ganz starke erste Halbzeit der Leipziger, ehe die Münchner im Durchgang zwei gnadenlos zurückschlugen und mit 5:1 gewannen. Freuten sich die Roten über das Comeback von Jamal Musiala, gab es auf Leipziger ebenfalls große Emotionen - nur eben auf eine andere Art und Weise.

Kevin Kampl nahm in der Arena Abschied von den Fans und musste dabei gegen seine Tränen kämpfen. "Liebe Fans, liebe RB-Familie, ich möchte mich in erster Linie bei euch bedanken für diese achteinhalb wundervollen Jahre, die ich hier spielen durfte. Ihr habt mir ein Zuhause gegeben. Ich habe mich von Tag eins so wohl gefühlt, auch mit meiner Familie. Es war mein Wohnzimmer", nahm Kampl emotional Abschied.

Das Bundesliga-Urgestein blickte auf bewegende Jahre mit Höhen und Tiefen zurück. "Ihr habt mir immer den Rücken gestärkt. Wir haben Erfolge gefeiert, wir haben Tiefen überwunden – aber immer als Einheit", betonte er.

Kampl macht Schluss: "Werde nicht weitermachen"

Im Interview mit Sky gab Kampl zu, dass ihn die Momente des Abschieds schon sehr zugesetzt haben. "Das war schon ziemlich emotional. Ich habe mir eigentlich vorgenommen, nicht so viele Tränen zu vergießen", schilderte er. Letztlich sei ihm die Verabschiedung aber wichtig gewesen, nachdem das alles so abrupt geendet sei. "Ich war ja quasi von heute auf morgen weg."

Sichtbar berührt verkündete der langjährige Leipzig-Star schließlich, dass er endgültig einen Schlussstrich unter seine aktive Karriere setzt. Dies hatte der 35-Jährige zuletzt nach seinem Leipzig-Aus noch offen gelassen. "Für mich ist klar: Das war es für mich im Fußball generell. Ich werde nicht mehr weitermachen", erklärte er. Kampl könne sich nach dem langen Leipzig-Kapitel "irgendwas anderes zu machen".

Vielmehr soll der Fokus jetzt auf der Familie liegen, die derzeit einiges durchmachen muss. Im Oktober 2025 verstarb sein Bruder im Alter von nur 51 Jahren. Zudem ist sein 81 Jahre alter Vater schwer erkrankt. Aus diesem Grund wurde der Kampl-Vertrag bei RB Leipzig im Januar vorzeitig aufgelöst. "Ich werde erstmal nach Hause zu meiner Familie gehen, das ist das Wichtigste", so Kampl.

Selbst wenn seine aktive Zeit vorbei ist, möchte Kampl dem Fußball treu bleiben. "Ich werde versuchen, im Fußball zu bleiben, irgendwas anderes zu machen", kündigte Kampl an. Dafür wird er sich aber wohl noch einiges an Zeit lassen, zumal nun die Familie an erster Stelle steht.

Kampl gehörte zu den Leipzig-Dauerbrennern

Kampl begann seine Karriere in der Jugend von Leverkusen, ehe er über Fürth, Osnabrück, Aalen und Salzburg im Januar 2015 beim BVB landete. Bei den Schwarzgelben lief es für den Slowaken nicht so rund, weshalb er schon im Sommer 2015 zu Leverkusen wechselte. Dort konnte er sein Können abrufen und wechselte 2017 nach Leipzig, wo er seine erfolgreichste Zeit durchlebte.

Kampl gewann zweimal den DFB-Pokal und absolvierte insgesamt 283 Pflichtspiele für die Sachsen. In der laufenden Saison kam Kampl im September noch zu drei Kurzeinsätzen, ehe sich das Schicksal gegen ihn und seine Familien wandte. Kampl nahm sich Sonerurlaub und stand seit Ende September nicht mehr im Kader.

Trotz des abrupten und bitteren Ende seiner Laufbahn zeigte sich Kampl extrem dankbar für seine tolle Karriere.


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