Die Arbeit von Sebastian Kehl wird dadurch erleichtert, dass bei Borussia Dortmund schon eine gewisse Klarheit vorherrscht: Da es für Schwarz-Gelb um keine Titel mehr geht und somit keine zusätzlichen Einnahmequellen mehr ausstehen, abseits der erneuten Qualifikation für die Champions League, weiß der Sportdirektor bereits um die finanziellen Rahmenbedingungen für den Transfer-Sommer.
Zugleich sind zuletzt vier Personalien abgehakt worden: Während Julian Brandt, Salih Özcan und Niklas Süle den Verein verlassen werden, hat Felix Nmecha einen neuen Vertrag unterschrieben.
"Wir sind im März, viele Dinge befinden sich noch in der Anbahnung. Natürlich wissen wir, auf welchen Positionen wir nachbesetzen wollen oder müssen, aber das wird noch etwas Zeit brauchen", äußerte sich Kehl nach dem 2:0-Heimsieg über den FC Augsburg zu den Plänen für die neue Saison (via Ruhrnachrichten).
Innenverteidigung und ein klarer Sechser – hier liegt die größte BVB-Priorität
Laut den Ruhrnachrichten wird im kommenden Sommer ein Fokus auf der Innenverteidigung liegen. Der Abgang von Süle steht schon fest und trotz seiner mehreren Einsätze zuletzt wird Luca Reggiani noch etwas Zeit brauchen, um eine wirklich feste Größe in der Abwehrzentrale des BVB zu werden. Der Youngster soll derweil zunächst seinen bis 2027 laufenden Vertrag verlängern (90min berichtete).
Dazu ist noch unklar, ob Nico Schlotterbeck bleiben wird, oder ob er doch verkauft werden muss. Letzteres würde zwar für nennenswerte Einnahmen sorgen, aber auch eine weitere Baustelle aufmachen. So wäre zunächst nur Waldemar Anton als Stammspieler in der Dreierkette gesetzt.
Mindestens einen Neuzugang der Stammspieler-Kategorie wird der BVB in der Abwehr also wohl brauchen. Das hängt nicht zuletzt auch am Kreuzbandriss von Emre Can, der erst im weiteren Saisonverlauf 26/27 wieder einsteigen wird.
Dazu misst Dortmund auch dem defensiven Mittelfeld eine übergeordnete Priorität bei, so die Ruhrnachrichten weiter. Özcan wird wegfallen und einen wirklich klaren Abräumer oder Ballverteiler gibt es kaum. Nmecha wird zwar bleiben, ist aber eher ein Achter, der auch immer wieder die Wege in die Offensive sucht. Auch Niko Kovac soll den 25-Jährigen eher in einer solch offensiveren Rolle sehen. Damit Nmecha in dieser Rolle noch weiter aufblühen kann, soll ihm ein echter Abräumer zur Seite gestellt werden.

Werden Flügelspieler wieder wichtiger? Neuer Spielmacher ist zunächst kein Thema
Dazu wird sich der BVB die Frage stellen müssen, ob auch zur nächsten Saison weitestgehend auf klassische Flügelstürmer verzichtet werden soll. Durch die Dreierkette liegt der Fokus auf Schienenspielern, die also auch defensive Aufgaben übernehmen müssen. Spieler wie etwa Karim Adeyemi, die auf dem Flügel spielen könnten, müssen zuweilen in die Halbräume ausweichen.
Grundsätzlich möchte sich Schwarz-Gelb dahingehend aber verstärken. "Ja, das ist ein Ziel. Punkt", betonte Lars Ricken gegenüber der WAZ. Kehl wollte sich noch nicht zu solchen Flügel-Verstärkungen äußern. Er wird sich mit Kovac zusammensetzen und klären müssen, ob diese Position angesichts der spielphilosophischen Herangehensweise überhaupt eine solche Aufmerksamkeit verdient.
Was durchaus überrascht: Laut den Ruhrnachrichten spielt die Spielmacher-Rolle, also ein klarer Zehner, zurzeit keine nennenswerte Rolle in den ersten Transfer-Überlegungen. Der BVB müsse auch schauen, was finanziell möglich ist, merkte Kehl an. Man sei, wie in jedem Jahr, "budgetär ein Stück weit limitiert". Der Sportdirektor weiter: "Deshalb müssen wir genau überlegen, wie wir unser Geld investieren und auf welchen Positionen."
Eine große Rolle wird dabei auch spielen, wie es mit Adeyemi und Serhou Guirassy weitergeht. Beide wurden zuletzt als mögliche Verkaufskandidaten genannt (90min berichtete). Das Duo könnte dem BVB in diesem Fall hohe Einnahmen bescheren. Auf der anderen Seite müsste auch wieder mehr Geld investiert werden, um ihre Abgänge zu kompensieren.
