Champions-League-Horror gegen die Spurs: Hummels rasiert den BVB!
Von Oliver Helbig

Am Dienstagabend präsentierte sich Borussia Dortmund als Aufbaugegner für den kriselnden Premier-League-Klub Tottenham Hotspur. Auch wegen eines frühen Platzverweises (24.) für Außenbahnspieler Daniel Svensson fand die Mannschaft von Trainer Niko Kovac letztlich keine Mittel, um die 0:2-Niederlage gegen die Spurs noch abzuwenden.
Abwehrspieler Cristian Romero (14.) und Angreifer Dominic Solanke (37.) versetzten den Borussen Nackenschläge, von denen sich die Kovac-Elf nicht erholen konnte. Vor allem der erste Durchgang wurde verschlafen. Die Statistiken der ersten 45 Minuten ergaben ein gruseliges Bild für Schwarzgelb.
Dortmund in first half vs Tottenham:
— StatMuse FC (@statmusefc) January 20, 2026
0 goals
0 shots
0 shots on target
0 successful take-ons
0 chances created
0 big chances created
0 key passes
0 through balls
0 crosses
0 corners
0.00 expected goals
Cardio XI. pic.twitter.com/SKb924cjWU
Tottenham 2-0 BVB: Die Highlights im Video
Hummels mit gnademlosen BVB-Urteil
Ex-BVB-Star Mats Hummels fällte als Experte für Amazon Prime ein vernichtendes Urteil und sprach dem BVB in Teilen die Champions-League-Qualität ab.
"Die erste Halbzeit war eines Champions-League-Spiels [...] nicht würdig."
- Mats Hummels (Amazon Prime)
Der frühere BVB-Kapitän, der im vergangenen Sommer seine aktive Karriere beendet hatte und mittlerweile als TV-Experte für Amazon tätig ist, übte angesichts der mageren Vorstellung seines Ex-Klubs in Durchgang eins scharfe Kritik.
"Die erste Halbzeit war beinahe ein Totalausfall. Ohne BVB-Vergangenheit würde ich das beinahe weglassen. Die erste Halbzeit war eines Champions-League-Spiels, bei dem es auch noch um viel ging, nicht würdig", so das vernichtende Urteil von Mats Hummels am Mikrofon von Amazon Prime.
Auch Hummels' Nachfolger als Dortmunder Abwehrchef, Nico Schlotterbeck, wollte nichts schönreden. Doch angesichts der deutlichen Worte der Kritik in der Vergangenheit und den daraus resultierenden hohen Wellen in der Medienlandschaft, hielt sich der deutsche Nationalspieler mit seiner Kritik eher etwas zurück. "Wir haben uns in der ersten Halbzeit ein bisschen versteckt", so Schlotterbeck nach Abpfiff. Die Niederlage empfand aber auch der 26-Jährige als vollkommen verdient.
"BVB-Fans wollen das sehen..."
Hummels sah den Dortmunder Auftritt in London auch als Anlass zur Generalkritik. Immer wieder wird beim BVB moniert, dass die Mannschaft wenig attraktiven Fußball spielt und ihrem Potenzial nicht gerecht wird.
"Man kann natürlich vermeintlich attraktiveren Fußball mit der Mannschaft spielen, den Gegner mehr dominieren, weniger 50:50-Spiele haben, die aktuell oft mit dem richtigen Ergebnis ausgehen. BVB-Fans wollen das sehen. Die wollen in Minute fünf das Gefühl haben, die Mannschaft ist so heiß, fußballerisch so gut, es ist klar, dass wir das Spiel gewinnen. Derzeit muss man aber etwa trotz 2:0-Führung gegen St. Pauli zittern", so Hummels.
BVB hat direkten Achtelfinaleinzug nicht mehr in der eigenen Hand
Die Niederlage ist umso bitterer, da sich die Spurs in einer echten Krise befinden und Trainer Thomas Frank auf einem mehr als wackeligen Stuhl zu sitzen scheint. Hätte der BVB dieses bedeutende Duell gewonnen, hätte es bereits das Aus für den Dänen an der Seitenlinie von Tottenham bedeuten können. Nun sieht die Lage zumindest für Dortmund anders aus, denn durch die Niederlage verpasste es die Kovac-Elf, einen wichtigen Schritt in Richtung Champions-League-Achtelfinale zu unternehmen. Stattdessen droht nun der Umweg über die Playoffs.
Dortmund hat einen Platz in den Top acht im letzten Vorrundenspiel gegen Inter Mailand nicht mehr selbst in der Hand, braucht aber dringend einen Sieg, um die Chancen zu wahren.
Gegen ein gut funktionierendes Top-Team aus der Serie A dürfte es allerdings nicht einfacher werden und der BVB muss sich in einem Duell mit Endspiel-Charakter von Anfang bis Ende auf Champions-League-Niveau präsentieren. Nicht nur um einer erneut scharfen Hummels-Kritik aus dem Weg zu gehen.
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