Das Auswärtsspiel beim norwegischen Klub FK Bodø/Glimt war die erwartet schwere Aufgabe in der Champions League und Borussia Dortmund kehrt mit leeren Händen und bösen Blicken aus dem hohen Norden nach Deutschland zurück. Die Mannschaft von Cheftrainer Niko Kovac fand lange nicht ins Spiel und wachte erst spät auf – zu spät.
Vor etwas weniger als 8.000 Zuschauern gingen die Hausherren in der 52. Minute durch Fredrik Sjøvold in Führung und der Treffer des 23-jährigen Rechtsverteidigers sollte an diesem Abend der einzige bleiben. Der BVB erholte sich nach einem ohnehin schwachen Start ins Spiel nicht mehr und musste eine schmerzhafte Niederlage einstecken. Damit bleiben die Norweger ihrer Vorliebe treu, namhafte Topklubs mit null Punkten nach Hause zu schicken.
Bodø/Glimt 1-0 BVB: Die Highlights im Video
Kovac und Anton finden deutliche Worte
Nach der Partie sah man bei den Borussen zahlreiche bedröppelte Gesichter sowie jede Menge Frust und Enttäuschung. Cheftrainer Niko Kovac brachte es nach Spielende auf den Punkt. "Wir haben bis zum Gegentreffer gar nicht stattgefunden", so der 55-Jährige deutlich. Und weiter: "In der ersten Halbzeit haben wir die Leidenschaft und die Intensität nicht gehabt, den Fußball nicht gespielt, den wir brauchen, um hier zu gewinnen."
"Wir haben bis zum Gegentreffer gar nicht stattgefunden [...] bis zu diesem Zeitpunkt war der Gegner klar besser. Wir haben das Spiel zu Recht verloren."Niko Kovac

Kovac reagierte im Spiel mit einem großen Wechselblock, schickte nach einer Stunde Felix Nmecha, Ethan Nwaneri, Serhou Guirassy und Julian Ryerson für Joey Veerman, Konstantinos Karetsas, Fabio Silva und Samuele Inacio aufs Feld. "Erst nach dem Vierfachwechsel sind wir besser ins Spiel gekommen und haben dann das Heft in die Hand genommen", so Kovac weiter.
Der BVB-Coach ergänzte ernüchtert: "Aber bis zu diesem Zeitpunkt war der Gegner klar besser. Wir haben das Spiel zu Recht verloren."
Auch aus den Reihen der Mannschaft selbst waren kritische Töne zu hören. Waldemar Anton, der am gestrigen Abend die Kapitänsbinde von Nico Schlotterbeck trug, fand wie sein Trainer recht deutliche Worte und legte den Finger in die Wunde. "Es war klar, was auf uns zukommt. Das nehmen wir nicht als Ausrede. Wir haben einfach in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt, mit Ball und auch gegen den Ball, waren immer einen Schritt zu spät", so der deutsche Nationalspieler nach dem Spiel.
"Es war klar, was auf uns zukommt. [...] Da waren wir nicht griffig genug, und die Intensität hat gefehlt. Und ohne diese Intensität kannst du kein Spiel gewinnen. Es war deutlich zu wenig."Waldemar Anton

Anton bemängelte die Intensität im Dortmunder Spiel. "Da waren wir nicht griffig genug, und die Intensität hat gefehlt. Und ohne diese Intensität kannst du kein Spiel gewinnen", so der 30-Jährige. Und weiter: "Es war deutlich zu wenig. Nach dem Gegentor haben wir angefangen, auch Fußball zu spielen. Und am Ende hatten wir die Möglichkeiten, das 1:1 zu machen. Da müssen wir eiskalt vorm Tor sein, vor allem auswärts in der Champions League. Das war heute auch ein Problem."
Ein überaus deprimierender Fußballabend, an dem der BVB einfach viel zu spät aufgewacht ist.
