Zwischenzeitlich wehte ein Wind der Erneuerung durch Dortmund, als mit Ole Book der neue Sportdirektor vorgestellt wurde. Für den BVB ist und war es zuletzt nicht mehr selbstverständlich, dass ein Funktionär "mit Stallgeruch" – wie es dann so oft heißt – gehen muss und dieser durch eine externe Personalie ersetzt wird. So war es aber jüngst mit Sebastian Kehl und seinem Nachfolger, der von der SV Elversberg in den Ruhrpott kam.
Book werden gute Kontakte, ein weites Netzwerk sowie ein feines Gespür für interessante, zumeist noch junge Spieler nachgesagt. Davon möchte Schwarz-Gelb künftig profitieren.
Das Ricken-Bekenntnis zu Kovac: Ordnet sich Book einfach unter?
Inzwischen darf sich allerdings gefragt werden, ob dieser frische Wind nicht doch alsbald durch die fehlende sportliche Entwicklung ausgebremst wird. Seitdem Book unterschrieben hat, durfte er bereits drei BVB-Partien beiwohnen: Einem 2:0-Sieg beim VfB Stuttgart, einer 0:1-Niederlage gegen Bayer Leverkusen sowie der 1:2-Niederlage bei der TSG Hoffenheim. Und auch wenn gegen die Schwaben gewonnen wurde, so muss über die Spanne dieser drei Spiele festgehalten werden, dass sie die in Stillstand geratene Entwicklung auf dem Platz deutlich gemacht haben.
So stellt sich folgende Frage: Ordnet sich Book soweit unter, dass er das Bekenntnis von Lars Ricken zu Niko Kovac auch intern gar nicht mehr in Frage stellt – oder wird er in seiner neuen Funktion doch noch auf einen Trainerwechsel zur nächsten Saison drängen?

Für einen Sportdirektor muss immerhin, wenngleich er weder über Aufstellung und Spielphilosophie entscheidet, eine inhaltliche Übereinstimmung mit dem Cheftrainer vorhanden sein. Die beiden müssen zusammen Spielerprofile herausarbeiten, die dem Kader hinzugefügt werden sollen. Wenn Book beispielsweise junge und entwicklungsfähige Flügelspieler ausfindig macht, Kovac allerdings weiter an den Schienenspielern und dem Fokus auf die Defensive festhalten möchte, könnte das schwierig werden.
Book wird kaum zum BVB gekommen sein, um sich einfach wortlos unterzuordnen und auszuführen. Dafür ist er in Elversberg zu sehr als Aktivposten aufgetreten, der Entwicklungen selbst anstoßen und diese auch begleiten möchte.
Zugleich hat sich Ricken eigentlich schon zu deutlich zu Kovac bekannt. Auf Nachfrage der Sportbild vor wenigen Wochen, ob der Coach auch in der nächsten Saison noch an der Seitenlinie stehen werde, betonte der BVB-Geschäftsführer: "Ja. Absolut. Ohne ihn stünden wir nicht auf Platz zwei, weil er erstens die Mannschaft sehr gefestigt hat und uns zweitens in der vergangenen Saison noch in die Champions League geführt hat." Kovac passe zudem "wunderbar in unserem Verein". Ein Machtwort, das Book zumindest in der Theorie dann auch unterstützen muss.
