Die noch laufende Saison ist für Borussia Dortmund de facto schon abgehakt. Die Bundesliga verbleibt als letzter offener Wettbewerb, in dem die Position als Tabellenzweiter aber auch festgeschrieben zu sein scheint – und damit auch die erneute Qualifikation für die Champions League.
Aufgrund dieser bereits vorzeitigen Gewissheit stehen bei Schwarz-Gelb schon jetzt einige Transfer-Themen im Fokus. Dabei geht es etwa um die noch immer ausstehende Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck, die anhaltenden Gerüchte um eine erneute Rückkehr von Jadon Sancho oder auch einen sich anbahnenden Abgang von Serhou Guirassy. Zu diesen Themen wurde nun auch Lars Ricken seitens der Sport Bild befragt.
Ricken nimmt Schlotterbeck in Schutz – Deadline ist kein Thema
"Ich habe mit Nico inzwischen einige Gespräche geführt. Ich finde es durchaus verständlich, dass er für sich Zeit braucht, um bestimmte Dinge zu reflektieren. Das ist bei der Vertragssituation und einem Spieler seiner Klasse nicht ungewöhnlich", nahm Ricken dabei Schlotterbeck für dessen lange Überlegungen in Schutz. Bei einigen BVB-Fans hat der Abwehrspieler die Geduld jedoch bereits aufgebraucht.
Dem 26-Jährigen eine Deadline zu setzen, würde laut Ricken aber keinen Sinn ergeben. Immerhin seien die Gespräche "so respektvoll und vertraulich", dass nicht "auf künstliche Weise Druck" ausgeübt werden müsse. "Es ist okay so, wir haben die Lage unter Kontrolle", betonte der Sport-Geschäftsführer.

Erneut betonte Ricken dazu, dass die Option, auch ohne eine Vertragsverlängerung an Schlotterbeck festzuhalten und so mit ihm ins letzte Vertragsjahr zu gehen, vermeiden zu wollen. Dementsprechend bleiben zwei weitere Optionen: Der Verbleib mit einem neuen Arbeitspapier, oder der Verkauf im Sommer. "Wir gehen weiterhin davon aus, dass die erste Option klappt. Ich bin immer optimistisch in die Gespräche gegangen. Diese werden wir nun fortsetzen", kündigte der Dortmund-Sportchef an und verwies dabei auch auf Ole Book, der anstelle von Sebastian Kehl nun als Sportdirektor dabei ist.
Ricken bestätigt Sancho-Thematik – und glaubt an Guirassy-Verbleib
"Dass Serhou auch in diesem Sommer bleibt, ist mein Wunsch, Oles Wunsch und der Wunsch von Niko Kovac."Ricken über Guirassy (Sport Bild)
Natürlich wurde Ricken seitens der Sport Bild auch auf die anhaltenden Sancho-Gerüchte angesprochen. "Wir beschäftigen uns derzeit mit sehr vielen Spielern und durchleuten sie. Wir prüfen, ob sie uns besser machen können. Das machen wir auch bei Jadon", bestätigte er sogar, dass sich der BVB erneut mit dem inzwischen 26-jährigen Offensivspieler auseinandersetzt.
Zu den Spekulationen um Fisnik Asllani zeigte sich Ricken deutlich zurückhaltender und verwies auf Serhou Guirassy und Fabio Silva, mit denen man im Angriff "hervorragend aufgestellt" sei. Auch eine etwaige Leihe von Nick Woltemade sei eine "kalte Spur".
Allerdings ist ein Verbleib von Guirassy alles andere als sicher. Zuletzt mehrten sich wieder die Berichte, der Stürmer habe sich für einen Wechsel im Sommer entschieden (90min berichtete). Darauf wollte Ricken allerdings nicht allzu großen Wert legen, wie er erklärte: "Das hören wir doch in jeder Transferperiode, dass er wechseln könnte. Und er ist immer noch hier. Dass Serhou auch in diesem Sommer bleibt, ist mein Wunsch, Oles Wunsch und der Wunsch von Niko Kovac." Zudem fühle er sich beim BVB "extrem wohl", zudem gäbe es auch "kein Bestreben ihn abzugeben".

Machtwort zu Kovac: BVB-Coach "passt wunderbar in unseren Verein"
Das kann Ricken schon jetzt so deutlich sagen, weil er auch mit Kovac weiterhin zusammenarbeiten möchte. Auf die Frage, ob der Cheftrainer auch in der nächsten Saison bei und für Schwarz-Gelb an der Seitenlinie stehen werde, gab es eine klare Antwort: "Ja. Absolut. Ohne ihn stünden wir nicht auf Platz zwei, weil er erstens die Mannschaft sehr gefestigt hat und uns zweitens in der vergangenen Saison noch in die Champions League geführt hat."
"Niko passt wunderbar in unseren Verein", führte Ricken weiter aus. Mit allen Verantwortlichen entwickle sich zurzeit eine Gruppe, "in der volles gegenseitiges Vertrauen herrscht". Es sei "eine neue Energie, eine Aufbruchstimmung, Zuversicht" zu spüren. Mit Kovac, aber auch mit Book, habe man wichtige "Impulse von außen" bekommen, die auch hinsichtlich der oftmaligen Kritik hinsichtlich einer vermeintlichen Überbewertung des Stallgeruch-Aspekts umso wichtiger seien.
