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BVB: So bewertet Matthäus den brisanten Schlotterbeck-Deal

Nico Schlotterbeck hat in Dortmund mit Ausstiegsklausel verlängert. Während es viel Kritik gibt, kann Lothar Matthäus den Vorgang voll und ganz verstehen.
Lothar Matthäus
Lothar Matthäus | SILAS STEIN/GettyImages

Die Vertragsverlängerung von Nico Schlotterbeck beim BVB hat hohe Wellen geschlagen! Durch seine Ausstiegsklausel, die wohl schon in diesem Sommer nach der WM aktiv ist, hat sich der Dortmunder Abwehrchef eine Hintertür offen gelassen, die vor allem in Fankreisen als fehlendes Bekenntnis kritisiert wird. Die Verlängerung ist folglich nur eine auf dem Papier.

Beim Heimspiel gegen Leverkusen (0:1) wurde Schlotterbeck sogar von einigen Fans ausgepfiffen; seine Beziehung zum Anhang dürfte also erstmal angespannt bleiben.

TV-Experte Lothar Matthäus möchte Schlotterbeck jedoch verteidigen und kann auch die Ausstiegsklausel nachvollziehen: "Es ging immer darum, dass er den nächsten Schritt machen wollte. Andererseits ist er Borussia Dortmund auch verbunden. Wenn aber Real Madrid anfragt, will man sich eben eine Tür offenhalten, zumindest einen kleinen Spalt, durch den man gehen kann. Für Borussia Dortmund bedeutet das: Schlotterbeck hat einen Vertrag bis 2027. 2026 würden sie noch eine Ablöse bekommen, 2027 eben nicht mehr. Er hatte also ein Druckmittel", erläuterte Matthäus bei Sky90.

Matthäus argumentiert: Jeder Spieler würde auf bessere Angebote warten

Die Kritik, wonach Schlotterbeck "nicht mehr mit dem Herzen dabei" sei, wollte Matthäus ebenfalls nicht stehen lassen: "Das stimmt nicht. Er wird mit seinem Herzen in Dortmund sein. Aber er möchte sich diese Tür offenhalten. Wenn er durch eine gute Weltmeisterschaft, von der natürlich auch Deutschland profitieren würde, vielleicht auf ein anderes Angebot warten kann, dann ist das bei Upamecano so, bei Musiala so, das ist bei allen Spielern so - beim einen etwas früher, beim anderen etwas später."

"Wenn er diese Position hat, soll er sie für sich nutzen dürfen, um vielleicht die Chance zu bekommen, beispielsweise bei Real Madrid spielen zu können. Das ist vielleicht ein Traum und noch einmal größer als Borussia Dortmund", stellte der 65-Jährige klar.

Matthäus gab zudem zu bedenken, dass die Dortmunder von der Verlängerung des Nationalspielers auch finanziell profitieren - Ausstiegsklausel hin oder her. "Der BVB hätte dadurch nicht die 30 oder 35 Millionen Euro, die man bei noch einem Jahr Restvertragslaufzeit hätte erzielen können, sondern vielleicht 60 Millionen Euro Ablöse. Also rund 25 bis 30 Millionen Euro mehr, die sie in diesem Jahr durch das frühe Ausscheiden in der Champions League und im DFB-Pokal nicht eingenommen haben. Und so können sie das kompensieren", schloss Matthäus sein Plädoyer für Schlotterbeck ab.

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