Der Transfer-Poker um Said El Mala entwickelt sich endgültig zum spannendsten Tauziehen des Bundesliga-Sommers. Auch wenn die Fronten zwischen den Klubs zuletzt verhärtet schienen, als die Verantwortlichen beim 1. FC Köln das erste Angebot von Borussia Dortmund wutentbrannt ablehnten – worüber 90min bereits berichtete.
Der BVB gibt sich aber keineswegs geschlagen. Im Gegenteil: Die Schwarz-Gelben wittern neue Hoffnung und schalten jetzt in den Angriffsmodus.
Wie die Bild berichtet, arbeiten die Dortmunder Führungskräfte trotz räumlicher Distanz unter Hochdruck an einer Lösung. Während Sport-Boss Lars Ricken mit der Mannschaft auf Asien-Tour weilt, hält Sportdirektor Ole Book in der Heimat die Stellung. Gemeinsam haben die BVB-Bosse eine nachgebesserte Offerte am Geißbockheim hinterlegt: Eine Sofort-Ablöse von 34 Millionen Euro plus zehn Millionen Euro an möglichen Bonuszahlungen.
Fünfjahresvertrag und ein cleverer Bilanz-Kniff
Der Optimismus im Lager der Westfalen kommt nicht von ungefähr. Nach Informationen der Bild gab es zuletzt einen intensiven Austausch mit der Spielerseite, bei dem El Mala seine klare Bereitschaft für einen Wechsel zum BVB signalisiert haben soll. Der Youngster warte demnach nur noch auf die Einigung der beiden Vereine.
Um den Deal perfekt zu machen, stellt der BVB dem Flügelstürmer einen Fünfjahresvertrag in Aussicht – die maximale Laufzeit, die in der Bundesliga erlaubt ist. Dahinter steckt neben der vollen sportlichen Überzeugung auch ein wirtschaftlicher Schachzug: Durch die lange Vertragslaufzeit ließe sich die hohe Ablösesumme in den BVB-Geschäftsbüchern über Jahre hinweg optimal abschreiben. Selbst bei einem Gesamtpaket von 50 Millionen Euro würde die jährliche Bilanzbelastung somit bei nur zehn Millionen Euro liegen.
Kölner 50-Mio-Forderung und der Klopp-Faktor
Ob der Effzeh bei dem neuen 44-Millionen-Paket einlenkt, bleibt allerdings fraglich. Aus BVB-Kreisen heißt es, diese Summe sei zwar absolute Schmerzgrenze, die Kölner Bosse beharren jedoch weiterhin auf ihrer strikten 50-Millionen-Forderung. Ein wesentlicher Streitpunkt bleibt zudem die Struktur der BVB-Boni: In Köln empfindet man manche Klauseln als völlig unrealistisch – etwa Zahlungen, die an eine Nominierung für den Ballon d'Or, den Titel des Bundesliga-Torschützenkönigs oder die Wahl zum Spieler der Saison gekoppelt sind.
Dass die Geißböcke nicht von ihrer Maximalforderung abrücken, hat gute Gründe. Dass El Mala Angebote aus dem Ausland bereits abgelehnt hat, stärkt die Kölner Verhandlungsposition im Inland ungemein. Zudem könnte der 19-Jährige bald noch wertvoller werden: Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp gilt der U21-Nationalspieler als heißer Kandidat für die A-Nationalmannschaft. Ein baldiges DFB-Debüt würde seinen Marktwert (laut transfermarkt.de aktuell bei 45 Mio. Euro) noch weiter in die Höhe treiben. Es bleibt abzuwarten, wie dieser spektakuläre Transferpoker am Ende ausgeht.
Gelingt dem BVB ein Doppel-Coup mit El Mala und Karetsas?
Erschwerend für den BVB hinzu kommt, dass man diesen Sommer zwei neue Offensiv-Kräfte an Land ziehen möchte. Ricken und Book kämpfen derzeit also an zwei Fronten. Laut Fabrizio Romano will Book am heutigen Montag nach Genk zu weiteren Gesprächen über einen Transfer von Konstantinos Karetsas reisen. Auch beim 18-jährigen Griechen hängt es wohl "nur" noch an der Ablösesumme.
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