BVB fliegt krachend aus der Champions League - Kehl und Kovac werden deutlich!
Von Oliver Helbig

Was nach dem bereits erfolgreich gestalteten Hinspiel und einem mitgebrachten 2:0-Vorsprung eigentlich als Pflichtaufgabe geplant war, entwickelte sich für Borussia Dortmund am Mittwochabend zu einem wahren Fiasko. Im Rückspiel der Champions-League-Playoffs beim italienischen Klub Atalanta Bergamo ging der BVB am Ende mit 1:4 baden und schied somit sang- und klanglos aus der Königsklasse aus.
Ein Abend zum Vergessen – auch aus Sicht von Trainer Niko Kovac und Sportdirektor Sebastian Kehl. Sie äußerten sich nach Spielende enttäuscht und analysierten den ernüchternden Tiefschlag mit klaren Worten.
Atalanta 4-1 BVB: Die Highlights im Video
Kehl mit ernüchternder Analyse
"Das darf uns auf diesem Niveau nicht passieren, und deswegen sind wir auch verdient ausgeschieden."
- Sebastian Kehl
Ein niedergeschlagener Sportdirektor Sebastian Kehl analysierte die Partie nach Abpfiff in der Mixed Zone. Ernüchtert aber reflektiert, stellte er fest, dass die Niederlage keineswegs unverdient war. "Es war über das ganze Spiel hinweg in vielen Phasen eine sehr schwache Leistung von uns. Wir sind verdient in Rückstand geraten, haben uns in gewissen Phasen wieder gefangen, aber hier vier Gegentore zu kassieren, ist einfach deutlich zu viel", so Kehl deutlich.
"Das darf uns auf diesem Niveau nicht passieren, und deswegen sind wir auch verdient ausgeschieden“, so die deutlichen und ehrlichen Worte des Dortmunder Sportdirektors am Mittwochabend.
BVB-Coach Kovac wird deutlich
In dieselbe Richtung gingen auch die Worte von Cheftrainer Niko Kovac, der nach dem Abpfiff bei DAZN am Mikrofon Rede und Antwort stand. "Wenn du in der Champions League vier Gegentreffer kassierst, wie wir sie schon im Laufe der Ligaphase geschluckt haben, dann ist es schwierig. Wir müssen jetzt nicht über den Elfmeter reden. Wir waren einfach in den Momenten, in denen wir die Tore kassiert haben, nicht richtig da", so Kovac deutlich.
"Wir waren einfach in den Momenten, in denen wir die Tore kassiert haben, nicht richtig da [...] Es darf nicht passieren, dass wir solch ein Spiel, das wir zu Hause wirklich gut gespielt haben, nicht hier rüberbringen, wohlwissend, dass es hier heiß hergeht. Wir sind eine Bundesliga-Mannschaft, die das hinkriegen muss. Wir sind verdient ausgeschieden. Wir haben nicht die Leistung gebracht, die nötig gewesen wäre, um weiterzukommen."
- Niko Kovac
"In der Champions League werden solche Fehler bestraft, und von daher sind wir sehr enttäuscht und dementsprechend auch ziemlich geknickt", gestand Kovac. Doch der gebürtige Berliner fand noch deutlichere Worte. "Es darf nicht passieren, dass wir solch ein Spiel, das wir zu Hause wirklich gut gespielt haben, nicht hier rüberbringen, wohlwissend, dass es hier heiß hergeht. Wir sind eine Bundesliga-Mannschaft, die das hinkriegen muss. Wir sind verdient ausgeschieden. Wir haben nicht die Leistung gebracht, die nötig gewesen wäre, um weiterzukommen."
Ein ernüchterndes Fazit und eine sportliche Bankrotterklärung für den gestrigen Mittwochabend, den sich alle beim BVB ganz anders vorgestellt hatten.
Kovac über Elfmeterszene
"Ich weiß inzwischen auch nicht mehr, was Elfmeter ist und was nicht. "
- Niko Kovac
Viele Diskussionen gab es am Ende auch über die spielentscheidende Szene, als Schiedsrichter José Maria Sanchez Martinez nach VAR-Eingriff auf Elfmeter für Atalanta entschied, den der Ex-Herthaner Lazar Samardzic zum Weiterkommen der Italiener in den Winkel knallte.
"Ich habe nach dem Spiel mit dem Schiedsrichter gesprochen. Ich weiß inzwischen auch nicht mehr, was Elfmeter ist und was nicht. Unterm Strich spielt er den Ball. Er trifft den Spieler am Kopf. Die Frage ist: Ist der Spieler mit dem Kopf nicht zu tief? Ich kann es nicht beurteilen. Er hat ihn gegeben. Ich kann nicht sagen, es war keiner, ich kann nicht sagen, es war einer", meinte Niko Kovac auf der Pressekonferenz nach dem Spiel.
"Es ist so. Er hat ihn gegeben. Wir hätten den Ball besser klären müssen, dann hätten wir über diese Situation gar nicht geredet. Ich will da jetzt auch keine Ausreden suchen. Ich denke: Er hat so entschieden und damit müssen wir leben", so der BVB-Coach weiter.
Sein Torhüter Gregor Kobel hatte bei der Entstehung den Ball nicht richtig klären können. Ramy Bensebaini agierte dann - einmal mehr - ebenfalls unglücklich.
"Wir müssen natürlich Wunden lecken und die Dinge ansprechen. Aber wir haben in drei Tagen ein Bundesligaspiel, das macht es nicht leichter, weil der Deutsche Meister kommt. Wir müssen uns schleunigst darauf konzentrieren, gut zu verteidigen. Wenn wir gut verteidigen, gewinnen wir Spiele. Wenn du zwei oder mehr kassierst, gewinnst du selten Spiele, schon gar nicht in der Champions League. Deshalb Kräfte bündeln, um am Samstag eine gute Performance abzuliefern", erklärte Kovac zum Abschluss.
Weitere BVB-News lesen:
feed