Borussia Dortmund spielt zwar eine ordentliche Saison, jedoch sieht einmal mehr alles danach aus, als würde man letztlich mit leeren Händen dastehen. In den entscheidenden Matches fehlt es einfach an Qualität und Cleverness. Dies zeigte sich nicht nur beim Klassiker gegen den FC Bayern, sondern zuvor auch beim Aus in der Champions League gegen Atalanta Bergamo und im DFB-Pokal gegen Bayer 04 Leverkusen.
Folgerichtig müssen sich die Verantwortlichen fragen, ob im Sommer nicht mal wieder ein größerer Umbruch her muss, nachdem dieser im vergangenen Sommer eher überschaubar ausgefallen war. Wir sehen uns an, auf welche Spieler die Borussen in Zukunft verzichten können.
Diese sechs Stars sollten die BVB-Verantwortlichen abgeben:
Emre Can
Bitterer kann eine Ära natürlich nicht zu Ende gehen als mit einem Kreuzbandriss. Rein menschlich könnte man nachvollziehen, wenn die Borussen Can jetzt nicht hängen lassen wollen. Letztlich ist der Fußball aber eben auch ein knallhartes Geschäft. Can war auch vor seiner Verletzung kein wirklicher Leistungsträger, selbst wenn er als Leader-Figur fungierte.
Der BVB-Profi leistete sich in den letzten Jahren immer wieder Fehler, von denen so mancher folgenschwer war. Hinzu kommt, dass Can, der auch von seiner Athletik gelebt hat, inzwischen in den 30ern ist und nun auch noch einen Kreuzbandriss verkraften muss. Rein sportlich betrachtet wäre also der Zeitpunkt für eine Trennung gekommen.
Niklas Süle
Niklas Süle hat seit seinem Wechsel vom FCB zum BVB mehr Tiefpunkte erlebt als Glanzstücke liefern können. Der 30-Jährige hat seit Jahren mit Fitness-Problemen zu kämpfen und ist nur noch ein Schatten früherer Zeiten. Dies zeigt sich schon an seiner Zweikampfquote, die in der laufenden Bundesliga-Saison mit 50 Prozent sehr bescheiden ausfällt. Immer wenn man denkt, dass sich Süle wieder in eine gute Verfassung spielen könnte, kommt der nächste Rückschlag - meist muskulärer Natur. Der BVB hat in der Abwehr einige interessante Talente. Demzufolge rentiert es sich auch nicht, Süle als Backup zu halten.
Ramy Bensebaini
Ramy Bensebaini zu verkaufen mag diskutabel sein, zumal mit Nico Schlotterbeck ein Linksfuß in der Abwehr wegfallen könnte und der Algerier als linker Innenverteidiger durchaus ordentlich agieren kann. Stellt sich nur die Frage, ob das für die Ansprüche von Borussia Dortmund genug ist. In den absoluten Top-Matches gerät auch Bensebaini hier und da an seine Grenzen. Beim CL-Playoff-Rückspiel bei Atalanta Bergamo hatte er beispielsweise gewaltige Aktien am Ausscheiden der Schwarz-Gelben.
Der Abwehr-Profi ist immer mal für einen Aussetzer gut und wandelt auch gerne in der Nähe eines Platzverweises. Zwar mag Bensebaini ein unangenehmer Gegenspieler sein, seine sonstigen Fertigkeiten sind jedoch mittelmäßig. Noch hätte der BVB die Möglichkeit, durch einen Verkauf eine solide Summe mitzunehmen. Diese dürfte sich zukünftig nicht mehr so häufig ergeben.
Marcel Sabitzer
Es gibt wenig, was der Österreicher nicht kann, jedoch auch nicht viel, was er wirklich überdurchschnittlich gut kann. Sabitzer hatte in der vorletzten Saison eine sehr gute Phase, in der er auch in den großen Matches voranging, jedoch ist davon nicht mehr so wirklich viel übrig geblieben. Sabitzer ist inzwischen auch in seinen 30ern und plagt sich immer häufiger mit Verletzungen herum. Einen klaren Mehrwert bietet der Ex-Münchner schon länger nicht mehr.
Weder ist Sabitzer ein wirklicher Stratege noch ein dynamischer Achter. Mit Bellingham, Chukwuemeka und Nmecha hat der BVB gleich drei Spieler im Kader, die eigentlich eher Achter sind, selbst wenn Nmecha häufig auf der Sechs agierte. Sinnvoll wäre es nun, Sabitzer zu verkaufen und einen wirklich starken Sechser zu holen, der sowohl Zweikämpfe bestreiten als auch das Spiel aufbauen kann.
Salih Özcan
Özcan mag ein klassischer Sechser sein, jedoch ist sein Niveau schlichtweg nicht mit den Ambitionen von Borussia Dortmund vereinbar. Der frühere Kölner kann für ein Team, das gegen den Abstieg kämpft, einen Mehrwert bieten, aber nicht bei einem Champions-League-Klub. Fußballerisch ist Özcan wahrlich keine Augenweide und zudem fehlt es ihm an Athletik, um in den wirklich wichtigen Matches in die Zweikämpfe zu kommen. Entwicklungsschritte nach vorne sind von Özcan nicht mehr zu erwarten.
Karim Adeyemi
Bei kaum einem Spieler lässt sich die Zukunft schwieriger vorhersagen als bei Adeyemi. Gerade in der Champions League war der pfeilschnelle Außenstürmer schon häufiger ein positiver Faktor, unter dem Strich muss man sich aber fragen, in wie vielen Spielen Adeyemi wirklich liefert. Seine Scorer-Bilanz in der Bundesliga ist absolut nicht überzeugend. Noch dazu kommt, dass er von allen Bundesliga-Spielern die meisten Ballverluste pro 90 Minuten verzeichnet und eine desaströse Zweikampfquote von 35 Prozent mitbringt.
Sein fehlendes Spielverständnis lässt Mitspieler wie Trainer verzweifeln. Nicht umsonst bekam Maximilian Beier oft den Vorzug. Hinzu kommt, dass Adeyemi einen schwierigen Charakter und eine gewisse Verletzungsanfälligkeit mitbringt. Adeyemi mag ein Unterschiedsspieler sein, aber die Defizite wiegen schwer. Das Geld, das man für den Spieler bekommt, kann man besser investieren.
