Die Saison ist gelaufen und die Bundesliga-Klubs befinden sich bereits mitten in den Planungen für die kommende Spielzeit. Ehe das Sommer-Transferfenster aber öffnet, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen. Wir sehen uns an, bei welchen Bundesliga-Klubs die Neuzugänge besonders gut eingeschlagen haben.
Dabei kann man feststellen, dass einiges anders gelaufen ist, als man es vielleicht im Herbst noch erwartet hätte. Insbesondere mit dem größten Gewinner dieser Liste hätte wohl keiner gerechnet.
5. VfB Stuttgart

Der Transfersommer der Stuttgarter verlief zwar nicht in Gänze rund, angesichts der schwierigen Situation mit dem späten Woltemade-Abschied kann man aber trotzdem zufrieden sein.
Sehen lassen kann sich vor allem der Leih-Deal von Bilal El Khannouss, der fortan fest beim VfB spielen wird. Zwar hatte der Marokkaner Leistungsschwankungen, konnte jedoch sein grandioses Potenzial andeuten. Auch der von Real Madrid gekommene Mittelfeld-Youngster Chema Andrés konnte sich auf Anhieb stark präsentieren und Druck auf Atakan Karazor ausüben.
Die Rückkehr von Tiago Tomas hat sich ebenfalls bezahlt gemacht, wenngleich der Portugiese eher den Edeljoker gibt. Dabei hat er aber enorm wichtige Treffer erzielt.
Lorenz Assignon lieferte sich ein Duell mit Josha Vagnoman und war zumindest phasenweise der bessere Spieler, wenngleich er der Ablösesumme von elf Millionen Euro noch nicht ganz gerecht werden konnte. Ähnliches gilt für Badredine Bouanani, der noch zeigen muss, dass er 15 Millionen Euro wert ist.
Bei einigen Talenten wie Noah Darvich, der stark für Stuttgart II gespielt hat, aber noch nicht bei den Profis debütieren durfte - oder bei Winter-Neuzugang Jeremy Arévalo - gilt es abzuwarten, was die Zukunft bringt.
4. RB Leipzig

RB Leipzig hat ein wenig nach dem alten Felix-Magath-Prinzip "wenn man viele Spieler holt, wird auch der ein oder andere Volltreffer dabei sein" eingekauft. Mit dem Transfer von Yan Diomande haben die Sachsen tatsächlich einen der größten Coups der gesamten Sommerpause gelandet. Der Ivorer kostete 20 Millionen Euro und ist jetzt schon rund das fünffache Wert. Zudem hat sich auch Romolu als sehr wertvoller Spieler im Sturm-Zentrum entpuppt.
Da lässt es sich dann auch mal verschmerzen, dass einige andere Youngster noch nicht so eingeschlagen haben. Von Ezechiel Banzuzi oder Conrad Hader kann und muss noch mehr kommen, damit sie eine echte Hilfe sind. Gleiches gilt für den schon etwas erfahreneren Johan Bakayoko. Wir sprechen hier aber von Spielern, die um die 20 Jahre alt sind. Doch vor allem von Bakayoko dürfte man sich in Leipzig deutlich mehr erhofft haben.
3. FC Bayern

Der FC Bayern wurde für seine Sommer-Transferphase heftig kritisiert, jedoch hat sie sich im Nachhinein unter dem Strich als sehr gelungen herausgestellt. Luis Diaz war zwar mit einer Ablöse von 70 Millionen Euro sehr teuer, jedoch gehörte er 25/26 eben auch zu den absoluten Top-Spielern in ganz Europa.
Ebenfalls als sehr gewinnbringend hat sich der fast ablösefreie Transfer von Jonathan Tah erwiesen, der die Abwehr stabilisiert hat. Tom Bischof hat noch nicht die ganz große Rolle gespielt, sein Potenzial aber mehr als nur angedeutet. Der ebenfalls fast ablösefreie Neuzugang könnte für die Zukunft noch ganz wichtig werden.
Nicolas Jackson hat es als Leihstürmer ordentlich gemacht, jedoch war hier der Kostenfaktor ein wenig zu hoch. Unter dem Strich hätte ein weiterer Offensivspieler dem Kader sicher nicht geschadet, jedoch ist das Kritik auf hohem Niveau.
2. Hamburger SV

Zunächst sah es für den HSV gar nicht so vielversprechend aus, jedoch haben die Verantwortlichen kurz vor Transferschluss noch so richtig gezaubert. Die Qualität von Luka Vuskovic und Fabio Vieira ist sicherlich entscheidend dafür gewesen, dass der Aufsteiger den Klassenerhalt gepackt hat, selbst wenn die Zukunft des Duos wohl woanders liegt.
Doch auch der fest verpflichtete Albert Sambi Lokonga hat sich als gewinnbringendes Schnäppchen entpuppt. Jordan Torunarigha galt zunächst als Flop, jedoch kann man nach einer starken Rückrunde von Liebe auf den zweiten Blick sprechen. Nicolas Capaldo und Nicolai Remberg waren ebenfalls absolute Stützen und auch Winter-Neuling Albert Grønbæk konnte entscheidende Akzente setzen.
Auf der anderen Seite gab es auch vereinzelt Deals, wie jener von Yussuf Poulsen, die nicht so richtig funktioniert haben. Unter dem Strich hat die starke Transferpolitik aber einen enormen Anteil daran, dass der HSV trotz zahlreicher Verletzungssorgen die Klasse recht souverän gehalten hat.
1. TSG 1899 Hoffenheim

Niemand hätte damit rechnen können, dass die TSG 1899 Hoffenheim in dieser Saison um die Champions League mitspielt. Die Sommer-Neuzugänge waren größtenteils eher unbekannte Namen, jedoch entpuppten sie sich überraschenderweise fast alle als echte Verstärkungen. Elementar wichtig für den Aufschwung ist das neue Mittelfeld-Duo, bestehend Leon Avdullahu und Wouter Burger, die zusammen nur zwölf Millionen Euro gekostet haben.
Zudem hat sich Innenverteidiger Albian Hajdari mit einer Ablöse von fünf Millionen Euro als Schnäppchen entpuppt. Wertvoll waren auch die ablösefreien Deals von Vladimír Coufal, Tim Lemperle und Bernardo, die allesamt eine wichtige Rolle spielten. Geholfen hat natürlich ebenso die Leih-Rückkehr von Fisnik Asllani.
Lediglich bei Koki Machida hatte die TSG Pech, weil sich der japanische Nationalspieler direkt einen Kreuzbandriss zugezogen hat. Dies trübt die überragende Arbeit der Verantwortlichen allerdings nicht. Kaum zu glauben, dass es intern trotzdem zu Machtkämpfen und massivem Ärger kam.
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