Der Weg ins Champions-League-Viertelfinale für den FC Bayern ist nach der Gala von Bergamo geebnet. Mit 6:1 fegten die Münchner im Hinspiel über Atalanta hinweg. In der Runde der letzten Acht kommt es sehr wahrscheinlich zum Königsklassen-Klassiker gegen Real Madrid. Die Königlichen hatten ihr Achtelfinal-Hinspiel im Bernabeu gegen Manchester City überraschend deutlich mit 3:0 gewonnen.
Die FCB-Stars Joshua Kimmich und Michael Olise werden in beiden Viertelfinal-Duellen (7./8. April und 14./15. April) auflaufen können. Laut L'Equipe hat die UEFA mittlerweile die Entscheidung gefällt, dass beide Bayern-Spieler nicht zusätzlich bestraft werden.
Auch Sky meldet mittlerweile, dass der FCB keine weiteren Konsequenzen befürchten muss. "Die Disziplinarkommission der UEFA hat sich am Donnerstag dazu entschieden, keine Ermittlungen anzustellen", vermeldet Sky-Reporter Kerry Hau.
Überraschend kommt das eigentlich nur noch für Ex-Schiedsrichter Manuel Gräfe, der trotz aller gegenteiliger Indizien auf X (ehemals Twitter) davon ausging, dass Kimmich und Olise für ein zusätzliches Spiel gesperrt werden (90min berichtete).
"Bei der UEFA sitzen auch keine Amateure und jeder weiß, was dort abgelaufen ist", meinte Gräfe zu den vermeintlich absichtlich abgeholten Verwarnungen des FCB-Duos.
Kimmich & Olise provozieren Gelbsperre
Hintergrund: Sowohl Kimmich als auch Olise standen vor dem Hinspiel in Bergamo bei zwei Gelben Karten. In den UEFA-Wettbewerben muss man nach der dritten Verwarnung für eine Partie aussetzen. Erst vor dem Halbfinale werden die gesammelten Verwarnungen seit Start der Saison gelöscht.
Weil das Hinspiel-Ergebnis schon lange vor Abpfiff so klar war, scheinen Olise und Kimmich den Plan verfolgt zu haben, sich mit einer Gelben Karte für das Rückspiel sperren zu lassen. So laufen sie keine Gefahr mehr, im Viertelfinale das Hin- oder Rückspiel zu verpassen.
In ähnlichen Fällen hatte die UEFA bereits eine zusätzliche Sperre von einem weiteren Spiel verhängt, weil es im Regelwerk heißt, dass so die Strafe bei absichtlichen Gelben oder Roten Karten ausfallen muss. Unter anderem bei den Real-Stars Sergio Ramos und Dani Carvajal wurde das schon angewandt. Ramos hatte damals allerdings öffentlich zugegeben, sich absichtlich eine Gelbe abgeholt zu haben. Beweisen kann man den Vorsatz Kimmich oder Olise kaum.
Zumal Schiedsrichter Espen Eskas kein unnormales Verhalten von Kimmich und Olise in seinem Spielbericht festgehalten hat (90min berichtete).
Eine Rolle könnte auch spielen, dass der Verband beim Kracher im Viertelfinale die besten Spieler auf dem Platz sehen möchte. Das ist für Gräfe auch die einzige Erklärung, sollte es zu keiner Extra-Bestrafung kommen: "Glück könnten sie haben, wenn die UEFA bei den Top-Spielen in den nächsten Runden die besten Spieler an Bord haben will", so Gräfe, "und die Argumentation von Kimmich für die UEFA gut genug war…"
Was am Ende den Ausschlag gegeben hat – fehlende Beweise oder der Wunsch, die Stars nicht zusätzlich zu sperren – bleibt offen. Das Ergebnis ist dasselbe: Kimmich und Olise sind bereit für das Champions-League-Viertelfinale!
